Nicht nur Activision: Die Geschichte der Microsoft-Übernahmen
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Microsofts neueste Akquise ist keineswegs ungewöhnlich für das Unternehmen hinter Windows unter Xbox. Wir zeigen euch die Geschichte der Microsoft-Videospielkäufe.
Fast 70 Milliarden Dollar. So viel Geld investiert Microsoft, um Activision Blizzard zu übernehmen. Ein teures, aber unter Umständen sehr lukratives Geschäft, welches die Spiellandschaft langfristig verändern könnte.
Es ist allerdings bei weitem nicht der erste Mega-Deal des Unternehmens hinter Windows und der Xbox, im Gegenteil. Die Dimensionen sprengen inzwischen zwar jede Vorstellungskraft.
Doch die Überschrift "Microsoft kauft XY" oder "Microsoft greift nach Monopolstellung" haben wir schon vor sehr langer Zeit zum ersten Mal gelesen. Enttäuschung, Überraschung, preisliche Eskalation, all dies und vieles mehr findet sich in der Firmengeschichte von Microsoft und ihren zahlreichen Akquisen.
Blicken wir also in die Vergangenheit und versuchen, die Gedanken und Strategien hinter dem Agieren des potenziellen Monopolisten zu verstehen.
In diesem Artikel
Embrace, Extend, Extinguish
Die Geschichte der Mega-Deals, welche damals noch gar nicht so "mega" waren, begann 1987 mit dem Kauf der Software Firma Forethought Inc. Diese waren unter anderem für Programme wie Powerpoint in der Ursprungsfassung verantwortlich.
Der Deal betrug jetzt fast putzig anmutende 14 Millionen Dollar. Heute ist Powerpoint aus dem Microsoft-Office Sortiment nicht mehr wegzudenken. Somit eine erfolgreiche Investition seitens Mr. Gates.
Mit den Jahren folgte der Kauf vieler verschiedener kleinerer Firmen in Kongruenz zum Wachstum der Firma; meist Unternehmen, welche der Allgemeinheit nicht mehr bekannt sein dürften, wie etwa RenderMorphics, NextBase oder Vermeer Technologies.
Diese Strategie war in den 90ern bereits so berüchtigt und etabliert, dass sich sogar die Simpsons darüber lustig machten.
Nicht nur wurden Unternehmen aufgekauft, Konkurrenz wie etwa der Netscape-Webbrowser wurden mit jedem erdenklichen Mittel bekämpft. Das Mantra dabei:
Embrace, Extend, Extinguish.
Entweder, der Wettbewerber wird aufgekauft, oder die Grundidee wird weiterentwickelt und der Wettbewerber durch Microsofts finanzielle Möglichkeiten aus dem Markt gedrängt. Das Browser-Start-up Netscape konnte in den späten 90ern ein Lied davon singen.
Dieses Muster könnte man auch auf Microsofts Einkäufe in der Videospielbranche übertragen, weshalb es wichtig ist, dieses im Hinterkopf zu behalten.
Der X-Faktor
Für die Videospielwelt wurde Microsofts Verhalten insbesondere in den frühen 2000ern sehr relevant. Die Xbox wurde als neues Konsolenprojekt der Firma angekündigt und benötigte natürlich auch attraktive Exklusivtitel zum Start im Jahr 2001.
Microsoft kaufte also ein Studio namens Bungie, welches 1999 den zukünftigen Toptitel Halo eigentlich als Shooter für PC und Mac angekündigt hatte. Ursprünglich wurde Halo sogar von Steve Jobs höchstpersönlich auf der MacWorld 99 angekündigt.
Bungie freute sich über die Möglichkeit, beim Launch einer Konsole dabei zu sein, und Halo sollte der Xbox bis heute als Flaggschiff dienen.
Zwar hatte Microsoft schon zuvor ein wenig Erfahrung mit Videospiele-Publishing, beispielsweise für die Studios FASA Interactive und Access Software. Doch mit der Etablierung der Microsoft Game Studios wurde eine dedizierte Abteilung innerhalb des Microsoft-Kosmos geschaffen, welche den PC und die Xbox mit Exklusivtiteln versorgen sollten.
Auch Studios wie Digital Anvil und Ensemble Studios wurden schon früh für die Microsoft Game Studios aufgekauft. Der bis dato größte Coup sollte allerdings im Jahr 2002 folgen: Microsoft kaufte Rareware, bekannt für Toptitel wie Donkey Kong Country, Banjo Kazooie, Perfect Dark und GoldenEye 007.
Und man ließ sich nicht lumpen, sage und schreibe 375 Millionen Dollar wanderten dabei an Vorbesitzer Nintendo. Die von den Stamper-Brüdern gegründete Firma sollte von nun an Titel wie Perfect Dark und Banjo auf die Xbox bringen.
Davor versuchte Microsoft sogar, Nintendo höchstpersönlich zu kaufen. Das ist schon länger bekannt, erst vor einigem Monaten kamen zu dem angedachten Deal aber neue Details ans Tageslicht. So etwa Nintendos Reaktion auf den Microsoft-Vorschlag: Gelächter.
Im Nachhinein betrachtet war der Rare-Kauf für Microsoft nicht ansatzweise so lukrativ, wie man sich das einst vielleicht erhofft hatte. Keine der Rare-eigenen Marken besitzt heute in der Industrie auch nur ansatzweise die monetäre Relevanz damaliger Zeiten.
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