Samus' zweites 3D-Abenteuer im Retro-Special - Seite 2
Special
Wie schließt man an ein Meisterwerk an, welches als eines der besten Videospiele aller Zeiten gilt? Mit dieser Aufgabe sahen sich die Entwickler von Metroid Prime 2: Echoes konfrontiert - und das Ergebnis kann sich sehen lassen! In unserem Retro-Special beleuchten wir die Fortsetzung des Gamecube-Klassikers Metroid Prime und klären, was ihn vom ersten Teil unterscheidet!
In diesem Artikel
A Samus Between Worlds
Quelle: PC Games
Samus ist wieder da und genauso knallhart und stilvoll unterwegs, wie man das von ihr kennt. Statt vieler Worte lässt die Weltraumheldin Taten für sich sprechen.
Ähnlich wie Hyrule in The Legend of Zelda: A Link to the Past und dem Nachfolger A Link Between Worlds existiert Aether nämlich in zwei Versionen, einer hellen und einer dunklen. Damit hängen auch Dark und Light Beam zusammen: Mit Ersterem besiegen wir Kreaturen in der hellen Variante und umgekehrt. Diese Zweiteilung der Welt - wir wechseln an speziellen Portalen zwischen ihnen - wird einerseits wirklich ungemein gut für Rätsel genutzt, zudem erweitert sie die Größe der Umgebungen beträchtlich. Oft genug unterscheiden sich die gespiegelten Areale auch deutlich. Andererseits kommt die dunkle Welt, anders als das thematisch sehr abwechslungsreiche helle Äquivalent, ziemlich eintönig daher. Alles hat einen lila Anstrich, die Areale sehen einander sehr ähnlich und man verliert deutlich leichter die Orientierung als in der "normalen" Umgebung.
Lebensfrust
Quelle: PC Games
Wer will, ist in knapp 12 bis 14 Stunden durch das Abenteuer durch. Will man alle der gut versteckten Items finden, ist man aber wesentlich länger beschäftigt.
Noch nerviger aber ist, dass wir eine ganze Weile lang automatisch Lebensenergie verlieren, wenn wir in der Dark World unterwegs sind. Als einzige Rettung bleiben uns dann spezielle Kuppeln, unter denen sich unsere Energie langsam wieder regeneriert. Das sorgt für zahlreiche langatmige und nicht wirklich den Spielspaß fördernde Wartepausen. Später erhalten wir Suit-Upgrades, die dafür sorgen, dass wir weniger schnell das Zeitliche segnen beziehungsweise den Energieverlust sogar völlig abstellen. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg! Hört sich jetzt schlimm an und ist auch nervig, allerdings nutzen die Entwickler diese Restriktion natürlich auch für zahlreiche spannende Momente und wenn man lernt, mit diesem Spielelement umzugehen, verliert es auch etwas seinen Schrecken.
Trotzdem hätten wir uns hier damals wie heute eine etwas elegantere Herangehensweise gewünscht. Was dafür toll ist: Noch mehr als der Vorgänger nimmt einen Metroid Prime 2: Echoes nicht an der Hand, sondern erwartet, dass man sich selbst zurechtfindet und logische Schlüsse zieht, was als Nächstes zu tun ist.
Quelle: PC Games
Genauso wie schon in Metroid Prime stellen die zahlreichen und oftmals knackig schweren Bosskämpfe ein Highlight dar. Ohne taktisches Vorgehen geht hier meist nix!
Der Schwierigkeitsgrad, was die Kämpfe betrifft, ist zudem wieder ganz schön knackig ausgefallen, ohne jedoch jemals ins Unfaire abzudriften. Oh, und die Auseinandersetzungen gegen Bosse sind eine echte Wucht, allen voran sorgt Samus' dunkles Gegenstück Dark Samus, welches uns die gesamte Spielzeit über auf den Fersen ist, für ordentlich Herzflattern. Wie kaum eine andere Serie schafft es Metroid Prime, zum Schneiden dichte Atmosphäre und spielerischen Anspruch miteinander zu verknüpfen.
Zu viert auf Aether
Quelle: PC Games
Zu jeder Zeit können wir zwischen der Ego-Ansicht und Samus’ Morph-Ball-Funktion wechseln, bei der das Geschehen aus der Third-Person-Perspektive dargestellt wird.
Was Echoes dem ersten Prime zudem noch voraushat, ist die Inklusion eines kompetitiven Mehrspielermodus. In Death Match und ein paar anderen Varianten geben sich hier bis zu vier Spieler lokal auf die Mütze, angereichert um Metroid-Elemente wie den Morph Ball und lustige Ideen wie diverse Power-ups. Nett, aber auch definitiv nicht der Grund, warum man sich das Spiel zulegen sollte. Metroid Prime Hunters für den DS hatte hier mehr und spielerisch ausgefeilteres Mehrspieler-Material zu bieten. Aber mit oder ohne Multiplayer-Part ist Metroid Prime 2: Echoes ein Abenteuer, das den Test der Zeit besteht und noch immer viel Spaß macht. An den Erstling reicht es zwar nicht heran, es ist aber ein mehr als würdiger Serienvertreter und für Metroid-Fans sowieso Pflicht.
