Metro Exodus im Test: Ein würdiger Abschluss der Trilogie - mit Video
Test
Der neue Ego-Shooter aus der Software-Schmiede 4A Games kommt mit mächtig Nebengeräuschen auf den Markt. Vor allem die Veröffentlichungspolitik von Publisher Deep Silver sorgt für Unruhe unter den PC-Spielern. Wir haben uns davon nicht beirren lassen und uns ganz unbefangen angeschaut: Wie ist Metro Exodus denn jetzt eigentlich geworden? Die Antwort gibt's im Test.
Ich stehe daneben und muss zusehen, wie die Marke getötet wird", so lauten die drastischen Worte von Dmitri Gluchowski, Schöpfer des Metro-Universums, auf Instagram. Es ist nur einer von vielen Akten des Dramas rund um die Veröffentlichung von Metro Exodus (jetzt kaufen 18,90 € ), dem dritten Teil des postapokalyptischen Shooters von 4A Games. Das ganze Theater losgetreten hatte Publisher Deep Silver. Der kündigte gerade einmal drei Wochen vor Release an, den Titel auf dem PC exklusiv über den Epic Games Store zu vertreiben - und zog so die Wut der Fans auf sich.
Auf dieser Seite
- 1 Metro Exodus im Test: Ein Start mit Hindernissen
- 2 Metro Exodus im Test: Flucht aus Moskau
- 3 Metro Exodus im Test: Gute Mischung aus Linearität und Open World
- 4 Metro Exodus im Test: Wer suchet, der findet
- 5 Metro Exodus im Test: Die Folgen eurer Taten
- 6 Metro Exodus im Test: In vollen Zügen genießen
- 7 Metro Exodus im Test: Kämpfen wie die Spartaner
- 8 Metro Exodus im Test: Kleinere Unsauberkeiten
- 9 Metro Exodus im Test: Ist das noch Metro?
- 10 Metro Exodus im Test: Fazit und Wertung
Metro Exodus im Test: Ein Start mit Hindernissen
In der Folge passierte einiges: Zunächst überschütteten enttäuschte Spieler die Steam-Seiten der ersten beiden Metro-Teile mit negativen Reviews, dann wurden Boykott-Aufrufe aus der PC-Community laut. Es folgten zwei Statements von Deep-Silver-Mutterkonzern THQ Nordic, in denen man sich erst von der Exklusiv-Entscheidung distanzierte, um sie dann doch wieder zu unterstützen. Hinzu kamen diverse Statements des Autors der Romanvorlage - unter anderem das eingangs genannte aber auch die Bitte, Fans sollten der Reihe die Treue halten - und schließlich meldete sich auch noch ein Entwickler zu Wort und erklärte: "Wenn alle PC-Spieler das Spiel boykottierten, erscheint das nächste Metro, soweit es denn kommt, definitiv nicht auf dem PC."
Metro Exodus hat also definitiv eine wilde Vorgeschichte hinter sich. Nun steht der Release endlich kurz bevor und wir sind nochmal ein wenig schlauer: Die Drohung der Entwickler war nur heiße Luft. 4A Games erklärte, die Aussagen seien lediglich persönlicher Natur und spiegelten nicht die Sichtweise des Studios wider. Außerdem haben wir bereits die finale Version des Shooters in die Hände bekommen und können so klären: War die ganze Aufregung gerechtfertigt? Was bietet Metro Exodus? Und können Steam-Besitzer vielleicht sogar vollkommen unbesorgt ein Jahr darauf warten?
Metro Exodus im Test: Flucht aus Moskau
Quelle: PC Games
Zu Beginn des Spiels befindet ihr euch noch in Moskau, wo ihr an der Oberfläche nach menschlichen Überlebenszeichen sucht.
Schauen wir uns dafür zunächst einmal die Geschichte des dritten Teils an. Diese wurde im Vorfeld zwar bereits mehrfach durchgekaut, dennoch sind nun natürlich weitere Details bekannt. Der neueste Metro-Ableger spielt anno 2036, also zwei Jahre nach den Geschehnissen von Metro: Last Light. Die Welt ist durch die Folgen eines nuklearen Konflikts noch immer unbewohnbar, nachdem vor 23 Jahren Atombomben das Land in Schutt und Asche gelegt haben. Mit Protagonist Artjom, seiner Frau Anna, Schwiegerpapa Miller sowie einigen Mitgliedern des Spartaner-Ordens macht ihr euch deshalb auf den Weg nach Osten. An Bord der Lokomotive Aurora (symbolisch benannt nach der römischen Göttin der Morgenröte) wollt ihr dort nach einem Neuanfang auf einem unverstahlten Fleckchen Erde suchen. Soweit, so bekannt.
Quelle: PC Games
Bevor ihr mit der Aurora auf große Fahrt gehen könnt, müsst ihr sie erstmal aus ihrem Lok-Schuppen entwenden.
Neu ist hingegen die Tatsache, dass ihr dieses Abenteuer nicht ganz freiwillig antretet. Artjom hat sich mit seiner Sehnsucht nach einem freien Leben an der Oberfläche nämlich nicht unbedingt Freunde gemacht. Stattdessen gilt es, schnellstmöglich aus Moskau zu verschwinden, nachdem ihr dort beim Versuch, Leben außerhalb der Metro zu finden, einigen hohen Tieren auf die Füße getreten seid. Deshalb handelt es sich bei eurer Reise auch nicht unbedingt um eine fein säuberlich geplante Pionier-Expedition entlang der Wolga. Vielmehr ist es eine überstürzte Flucht, in deren Folge schon beinahe tiefgreifend philosophische Fragen geklärt werden: Woran kann man noch glauben? Wofür lohnt es sich zu leben, wofür zu sterben? Somit begebt ihr euch nicht nur auf eine Reise gen Osten, sondern auch eine Suche nach der Wahrheit, die euch gute 20 Stunden Unterhaltung und einen würdigen Abschluss von Artjoms Geschichte bietet.
Metro Exodus im Test: Gute Mischung aus Linearität und Open World
Quelle: PC Games
Auch in Metro Exodus gibt es wieder dunkle Tunnel, durch die ihr euch bewaffnet mit Feuerzeug und Gasmaske hindurchkämpfen müsst.
Eure Odyssee dauert insgesamt ein Jahr und führt euch durch diverse Gebiete Russlands. Ihr bekommt also nicht nur verschiedene Umgebungen wie Wälder, Wüsten und Städte zu Gesicht, sondern auch alle vier Jahreszeiten mit ihren ganz individuellen Eigenheiten - inklusive Sandstürme, Blizzards und monsunartige Regenfälle. Darüber hinaus erwarten euch natürlich überall andere Gegner und Gefahren sowie unterschiedlich aufgebaute Levels. Franchise-typisch gehören dazu einige lineare Stages, in denen ihr strikt einer Mission folgt und so recht zielgerichtet einem vorgegebenen Pfad folgt. Metro Exodus zeigt sich hier weniger flexibel als im Rest des Spiels, dafür sind diese Auftritte entsprechend durchgetaktet und bieten eine höhere Action-Rate. Das Spielgefühl entspricht hier dem, was man bereits aus den Vorgängern kennt: Enge, dunkle Gänge, in denen das Ticken eures Geigerzählers und die entfernten Schreie von Mutanten den Puls in die Höhe schnellen lassen.
Quelle: PC Games
Die Survival-Sandboxen bieten euch nicht nur mehr spielerische Freiheit, sondern immer wieder auch tolle Ausblicke.
Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch die groß angekündigten und im Vorfeld bereits mehrfach vorgestellten Survival-Sandboxen. Diese entführen euch in weitläufigere und frei begehbare Areale - etwa das verschneite Wolga-Ufer, die sandigen Weiten der kaspischen Wüste oder die grünen Wälder der russischen Taiga. Hier habt ihr zwar ebenfalls ein übergreifendes Ziel, eure Herangehensweise ist allerdings euch überlassen. Ihr dürft selbst entscheiden, wann ihr euch welchen Aktivitäten widmet. Statt direkt die Hauptmission anzugehen, könnt ihr euch auch erst ein paar Fetch-Quests widmen, die allerdings keinerlei spielerische Vorteile mit sich bringen.
Metro Exodus im Test: Wer suchet, der findet
Quelle: PC Games
Nastrovje, oder so. Wer nicht auf fundierte Russischkenntnisse zurückgreifen kann, schaltet einfach die Übersetzungsfunktion ein.
Alternativ verbringt ihr einfach mehrere Minuten damit, die abwechslungsreiche Umgebung zu erkunden, Details zu entdecken und so mehr über Land und Leute zu lernen. Dabei empfiehlt es sich übrigens, die Schilder-Übersetzung im Optionen-Menü einzuschalten. Da jegliche Plakate, Wegweiser und blutigen Wandschmierereien nämlich nur auf Russisch dargestellt werden, seid ihr ohne fundierte Sprachkenntnisse recht aufgeschmissen und müsst auf einen Großteil des Storytellings per Interaktion mit der Umgebung verzichten.
Quelle: PC Games
In der Spielwelt sind zahlreiche Sammelgegenstände verstreut, die euch mehr über Land und Leute erzählen.
Metro Exodus erzählt aber auch noch zahlreiche Geschichten in Form von Sammelgegenständen. Das sind meistens Schriftstücke, zeitweise aber auch Ton- und Bildaufnahmen, die euch tiefer in die Spielwelt eintauchen lassen. Ebenso wie bei den vereinzelt auffindbaren Postkarten, bedarf es allerdings eines richtig guten Auges und einer ordentlichen Portion Erkundungsdrang, um sie alle zu finden. Immerhin: Während ihr auf der Suche seid, stolpert ihr auch mal über interessante Orte wie Safehouses oder feindliche Stellungen, wo ihr nützliche Gegenstände erhaltet. Befreit ihr etwa ein Gefangenenlager, bekommt ihr den Schlüssel zu einer Waffenkammer überreicht, in der ihr ein Nachtsichtgerät findet. Auch andere Upgrades für eure Ausrüstung lassen sich innerhalb der Spielwelt aufsammeln. So bieten die Entwickler von 4A Games stets einen Anreiz dafür, auch den letzten Winkel der guten alten Klemmbrett-Karte zu besuchen.
Metro Exodus im Test: Die Folgen eurer Taten
Dabei solltet ihr aber im Kopf behalten, dass all eure Taten direkte Auswirkungen haben. Wenn ihr im Level "Kaspische Wüste" etwa zu viele Banditen erledigt, meldet sich irgendwann deren Anführer per Funk zu Wort und droht taktische Gegenschläge an.
Quelle: PC Games
Bis auf's Messer - Artjom kämpft in Metro Exodus mit allem, was ihm in die Finger kommt.
Dann müsst ihr euch schon mal auf Straßensperren und Hinterhalte gefasst machen. Euer Vorgehen kann aber auch wesentlich weitreichendere Konsequenzen nach sich ziehen - etwa, dass ein Mitglied eure Gruppe verlässt oder dauerhafte Verletzungen davonträgt. Das hat dann wiederum Einfluss auf das Ende von Metro Exodus. Ihr solltet also immer mit gebotener Vorsicht vorgehen, wenn ihr durch die Gegend streift. Besonders, da 4A Games euch nicht auf die Nase bindet, was am Ende ausschlaggebend für den Ausgang der Geschichte ist. Im Gegensatz zu anderen Spielen (etwa Telltale-Adventures), in denen es einen offensichtlich guten und schlechten Weg gibt, ist Metro Exodus viel subtiler. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, macht es zeitweise aber auch recht schwierig herauszufinden, wie man denn nun einen alternativen Handlungsstrang freischaltet.
Insgesamt haben uns die Survival-Sandboxen recht gut gefallen. Wir hätten wir uns allerdings etwas mehr Führung gewünscht. Manchmal irrten wir minutenlang ziellos durch die Einöde, ohne dass etwas passierte. Der spielerische Vorteil der Semi-Open-World erschloss sich uns dann nicht ganz. Klar: Mehr Freiheit ist grundsätzlich etwas Gutes. Und auch die Optik mit tollen Licht- und Spiegeleffekten ist wirklich schön anzuschauen. Allerdings sollte beides nicht auf Kosten des Gameplays gehen. Zumal die Grafik (gerade auf der Konsole) nicht immer einen einwandfreien Eindruck machte. Auf PS4-Modellen der älteren Generation hatten wir öfters mit Pop-Ins, Tearing und nachladenden Texturen zu kämpfen.
Metro Exodus im Test: In vollen Zügen genießen
Quelle: PC Games
An Bord der Aurora gehen eure Kameraden ihren Dingen nach. Das kann auch ein kleines Ständchen für die weiblichen Passagiere sein.
Zwischen den verschiedenen Levels verbringt ihr auch noch einige Zeit an Bord der Aurora. Dort habt ihr unter anderem Zugriff auf Artjoms Tagebuch, wo ihr mehr über Spielwelt, Figuren, Waffen und Gegner erfahrt, und könnt zudem an eurer Ausrüstung arbeiten. Im Vordergrund steht allerdings die Interaktion mit anderen Charakteren. Ihr könnt minutenlang einfach nur dastehen und den gut geschriebenen und vertonten Erzählungen eurer Kameraden lauschen. Diese geben teils spannende, teils lustige, teils tragische Geschichten über ihr Leben vor oder nach dem Krieg preis. Dadurch wachsen einem die Mitstreiter noch weiter ans Herz. Wir taten uns nur ab und zu schwer, den richtigen Moment zum Aufbrechen zu finden. Da praktisch immer und überall geredet wird, kann es schon mal sein, dass man minutenlang dem inhaltlosen Geplauder der Kameraden zuhört, nur, weil man Angst hat, ein wichtiges Detail zu verpassen.
Quelle: PC Games
Ein seltener Moment trauter Zweisamkeit - Die Beziehung zwischen Artjom und Anna wirkt über weite Strecken überraschend distanziert.
Ein weiterer Kritikpunkt unsererseits: Wenn das Spiel so dialoglastig ist, warum hat Artjom dann keine Stimme? Diese Designentscheidung wirkt sogar noch seltsamer, wenn man in Betracht zieht, dass alle Konversationen geskriptet sind. Ihr habt weder die Möglichkeit, selbst ein Gespräch zu starten, noch verschiedene Gesprächsoptionen auszuwählen. Der Austausch mit NPCs verläuft also stets relativ gleich, da hätte man unseren Hauptcharakter ruhig mal vertonen können. Zumal ja offensichtlich ein Synchronsprecher gecastet wurde, welcher zu Beginn eines jeden Kapitels aus einem Tagebuch vorliest, die vergangenen Ereignisse rekapituliert und einen Blick nach vorne wirft. Warum dieser dann nicht auch für den Rest des Spiels genutzt wurde, bleibt uns etwas schleierhaft. So beschränkt sich Artjoms Interaktion auf ein paar Gesten, hin und wieder darf er auch liebevoll die Hand seiner Ehefrau halten. Das war's.
Metro Exodus im Test: Kämpfen wie die Spartaner
Quelle: PC Games
Auf hitzige Gefechte müsst ihr auch in Metro Exodus natürlich nicht verzichten.
Dafür zeigt der Spartaner dann im Kampf wesentlich mehr Leidenschaft. Hier setzt ihr euch gegen zahlreiche menschliche Widersacher aber auch wildgewordene Tiere und natürlich jede Menge Mutanten zur Wehr. Dabei könnt ihr euch gleich auf eine Reihe von Waffen verlassen, die alle jeweils individuelle Vor- und Nachteile haben und sich so vollkommen unterschiedlich anfühlen. Das Arsenal umfasst knapp zehn Schießprügel, von denen ihr stets zwei bei euch tragt. Dazu kommen eine "alternative" Waffe - wahlweise eine Armbrust oder das mit Luftdruck betriebene Tihar-Gewehr - sowie Wurfgegenstände wie Messer, Granaten und Molotowcocktails.
Den äußeren Umständen geschuldet bekommt ihr diese natürlich nicht mehr im Austausch für Militärmunition bei einem Händler, stattdessen steht nun Crafting im Mittelpunkt.
Quelle: PC Games
Erledigte Gegner lassen Munition und Materialien fallen. Zudem könnt ihr Teile aus ihren Waffen ausbauen und selbst verwenden.
An Werkbänken könnt ihr eure Ausrüstung verbessern, allerlei Verbrauchsgegenstände wie Medipacks, Luftfilter und Munition herstellen und eure Waffen reinigen. Werden diese im Verlauf des Spiels dreckig, neigen sie nämlich häufiger mal zu Ladehemmungen. Und das kann im falschen Moment durchaus tödlich enden. Da ist es praktisch, dass ihr in Metro Exodus mit eurem Rucksack nun auch eine mobile Bastel-Station dabeihabt, die euch im Feld allerdings nur begrenzte Optionen bietet.
Quelle: PC Games
An Werkbänken könnt ihr eure Waffen modifizieren und reinigen.
Crafting-Materialien findet ihr indes innerhalb der Spielwelt oder bei besiegten Gegnern. Deren Leichen könnt ihr auch wertvolle Kugeln und Waffenteile abnehmen, mit denen ihr eure Knarren modifiziert und so ganz nach eurem Geschmack zusammenstellt. Wenn ihr etwa einen Revolver mit einem Schaft, einem langen Lauf und einem Laser-Visier ausstattet, wird aus ihm schnell eine brauchbare Distanzwaffe. Insgesamt fühlt sich das Gunplay in Metro Exodus flüssig, präzise und einfach befriedigend an. Das Trefferfeedback passt: Egal, ob Kalaschnikow oder Schrotflinte - ihr spürt den Rückstoß, seht den Blitz des Mündungsfeuers und hört das Knallen der Pulverexplosion.
Bildergalerie
Metro Exodus im Test: Kleinere Unsauberkeiten
Da kann man es auch verkraften, dass nicht unbedingt all eure Widersacher mit Cleverness punkten. Einige Gegner haben zwar Stolperfallen und andere nette Tricks auf Lager, meistens sind sie aber recht unaufmerksam und unpräzise. Stealth wird in Metro Exodus ohnehin schon großgeschrieben. Ihr könnt etwa nachts unbemerkt durch die feindlichen Reihen streifen und einem Konflikt aus dem Weg gehen. Doch selbst, wenn ihr mal entdeckt werdet, schießen eure Gegenspieler gerne an euch vorbei oder bleiben regungslos direkt vor euch stehen. Das bessert sich mit den höheren Schwierigkeitsgraden (insgesamt gibt es fünf Stufen von "Leser" bis "Ranger Hardcore"), wo Feinde zunehmend achtsamer werden. Für eine zusätzliche Herausforderung sorgen dann ein deaktiviertes Fadenkreuz, verknappte Munition, höhere Abnutzung eurer Waffen und seltenere Werkbänke.
Quelle: PC Games
Bitte Warten - Gerade auf älteren, leistungsschwächeren Konsolen nimmt der Ladescreen einige Zeit in Anspruch.
Andere technische Aspekte gaben uns hingegen Grund zur Kritik, beispielsweise die Ladezeiten. Während Metro Exodus auf dem PC noch ziemlich flott läuft, ist der Unterschied auf den Konsolen schon beachtlich. Gerade auf der älteren Playstation-Generation dauert der Spieleinstieg ziemlich lange. Wenn ihr erstmals euren letzten Speicherstand laden wollt, müsst ihr teilweise bis zu einer Minute im Wartebildschirm verbringen. Dazu kommen vereinzelte Abstürze, teils verbuggte Untertitel und einige ärgerliche Glitches. So blieben wir etwa mehrmals mit unserem Hauptcharakter in einer ausweglosen Position stecken und mussten deshalb ab dem letzten Checkpoint von neuem beginnen. Das schmälerte den Sielspaß dann doch schon etwas.
Metro Exodus im Test: Ist das noch Metro?
Quelle: PC Games
Auch im neuesten Ableger zeichnet sich die Metro-Reihe noch immer durch ein raues, ungeschliffenes Spielgefühl aus.
Auch die überladene Steuerung wollen wir an dieser Stelle nicht verschweigen. Gefühlt braucht Metro Exodus die gesamte Tastatur, diverse Tasten sind doppelt belegt, für manche Aktionen müsst ihr dann auch noch einen Knopf gedrückt halten. So bedarf es erst einmal ein wenig Einarbeitungszeit, bis man sich mit den Kontrolloptionen komplett vertraut gemacht hat. Kenner der Vorgänger sollten sich zudem darauf einstellen, dass sie nun nicht mehr endlos sprinten können und das Hinauf- und Hinabsteigen einer Leiter nun per Knopfdruck aktiviert wird.
Abschließend bleibt dann wohl nur noch eine Frage zu klären: Ist das überhaupt noch Metro? Wir sagen definitiv: Ja. Denn auch wenn der Titel einiges neu macht und nun etwas mehr auf Selbstbestimmung als lineare Erzählungen setzt, hat er sich sein unverwechselbares Spielgefühl doch noch immer beibehalten. Artjoms vorerst letztes Abenteuer versprüht erneut dieses dreckige, unangenehme Flair. Auch in den neuen Open-World-Levels kommt die altbekannte Stimmung auf, wenn ihr euch etwa durch eine spinnenverseuchte Bunkeranlage gruselt, verzweifelt nach Munition sucht oder unter Zeitdruck einen neun Luftfilter bastelt, um nicht zu ersticken. Spieler der Vorgänger sollten hier definitiv zugreifen - aber für auch Franchise-Neulinge, die auf der Suche nach einer besonderen Shooter-Erfahrung sind, lohnt sich ein Ausflug ins postapokalyptische Russland auf jeden Fall.
Noch ein Hinweis: Wir haben kürzlich unser Wertungssystem umgestellt. Alles Wichtige dazu findet ihr im folgenden Artikel.
