Das Remake von Metal Gear Solid 3 ist definitiv Metal Gear Solid 3 - aber ist das genug?

Special Lukas Schmid
Das Remake von Metal Gear Solid 3 ist definitiv Metal Gear Solid 3 - aber ist das genug?
Quelle: Konami

Metal Gear Solid Delta Snake Eater heißt das Remake von Metal Gear 3 - und wir konnten es schon spielen. Reichen die Neuerungen erneut zum Meisterwerk?

Aber ansonsten? Der Ablauf aller Szenen und Zwischensequenzen ist exakt der gleiche wie früher, inklusive der Sprachausgabe. Anstatt David Hayter, den Sprecher von Solid Snake, und jene der anderen Figuren erneut ins Aufnahmestudio zu bitten oder neue Sprecher zu engagieren, kommen einfach die Aufnahmen von einst in qualitativ verbesserter Version zum Einsatz, inklusive teilweise ziemlich lustig-hölzerner Dialoge und allem Pipapo, das dazugehört.

Meine kleine Welt

Die größtenteils winzigen Areale, durch die man sich als Snake begibt und die durch (sehr kurze) Ladezeiten verbunden sind, sind ebenso unverändert an Bord. Bei aller Liebe zu "es bleibt alles so, wie's ist und es wird sich hier auch nichts dran rütteln", und mir ist natürlich vollkommen bewusst, dass diese extreme Originalstreue eine völlig bewusste Entscheidung war: Flüssige Arealübergänge hätten es meiner Meinung nach schon sein können.

Wo ich bei Silent Hill 2 die im Remake komplett zusammenhängende Welt in meiner Vorschau durchaus skeptisch sehe, da dort dadurch die klaustrophobische Atmosphäre ein wenig flöten geht, hätte der durch die Ladepunkte alles andere als offene Dschungel von Metal Gear Solid 3 von einer neuen Offenheit im Gegensatz dazu wohl deutlich profitiert. Ach, wahrscheinlich bin ich einfach nie zufriedenzustellen.

Schlafenden Feind herumschleppen Quelle: Konami Was am Ende bleibt: ein modern aussehendes Spiel, das sich in absolut jeder Sekunde anfühlt wie ein Playstation-2-Titel. Das war ganz eindeutig die Mission, und sie ist einwandfrei geglückt. Wie glücklich man als Spieler*in damit ist, ist Geschmacksache, denn als Kenner*in des Originals wird einer*einem dadurch nichts Neues geboten - es sei denn, die Entwickler*innen lachen sich gerade in Fäustchen, weil sich das Spiel nach drei Stunden Spielzeit als ein Kart-Racer entpuppt und sie uns alle gehörig an der Nase herumführen. Ich bezweifle es.

Wundenbar

Ganz ohne Neuerungen über die grundsätzliche Steuerung hinaus kommt Delta dann übrigens natürlich doch nicht daher, die sind aber extrem subtil und vor allem der Atmosphäre dienlich. So sind Wunden, die Snake sich zuzieht, nun permanent, auch wenn er sich heilt. Die Narben, die er sich in Kämpfen und beim Überleben im Dschungel zuzieht, sind also individuell für euren Durchgang, wodurch jeder*jede Spieler*in ihr*sein eigenes Abenteuer erleben soll.

Genauso wird mit Verschmutzungen, Schäden an Tarnkleidung und sogar Elementen wie herabfallenden Blättern, die sich an Snakes Ausrüstung verfangen, verfahren: Ein Gutteil dieser äußeren Einflüsse soll permanent oder zumindest so lange sichtbar sein, bis man aktiv etwas dagegen tut.

Nach meinen diversen Anspielungen auf die Grafik will ich es noch ganz klar ausgesprochen haben: Metal Gear Solid Delta: Snake Eater schaut ziemlich gut aus. Von etwas verpixelten Haarspitzen der Figuren mal abgesehen, haben die Entwickler*innen hier reife Arbeit geleistet. Das reicht von Gesichtern, bei denen man quasi alle Poren zählen kann, über tolle Licht- und Schatteneffekte und bis hin zu einem sattgrünen, wunderschönen Dschungel und überwucherten Ruinen inmitten all der Natur.

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