MGS 5: The Phantom Pain: Hat Hideo Kojima die Figurenentwicklung verlernt? - Lesermeinung von G.O.N.Z.O.

Special G.O.N.Z.O.
Naked Snake: Kommt der Protagonist bei der Story zu kurz?
Quelle: Konami

Was können wir in Zukunft noch von Kojima erwarten? Viele Metal-Gear-Fans sind von Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain begeistert, viele aber auch enttäuscht und unser Leser G.O.N.Z.O. ist zum ersten Mal beides.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain ein unfertiges Spiel geworden ist, welches dem Spieler im letzten Drittel bereits gespielte Story-Missionen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad erneut auftischt, wird dem ein oder anderen aufgefallen sein, dass die Charaktere ziemlich flach wirken. Kazuhira Miller ist nach dem Angriff auf die Mutterbasis ein gebrochener Mann, paranoid und von Rache getrieben vertraut er niemandem mehr. Revolver Ocelot ist erwachsen geworden und schlägt ganz nach seinem großen Vorbild Big Boss. Er ist nicht mehr der amüsante Angeber der einst von Naked Snake auf die Bretter geschickt wurde, denn nun bildet er verantwortungsvoll neue Rekruten aus. Dr. "Huey" Emmerich macht wohl den unverständlichsten Wandel durch. Da seit Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty bekannt ist, wie die Geschichte von Emmerich ihr Ende nimmt, durfte er weder sterben noch Teil der Armee bleiben. Jedoch wurde er für die Geschichte des zweibeinigen Kampfpanzers Rex benötigt, deshalb machte Kojima ihn zum Massenmörder ohne nachvollziehbare Motive, was für den Doktor eine unehrenhafte Entlassung zur Folge hatte, die ebenfalls nicht so recht nachvollziehbar war.

Die Stille: Quiet trägt zu ihrer zerissenen Hose ein sehr knappes Oberteil. Quelle: Konami Die Stille: Quiet trägt zu ihrer zerissenen Hose ein sehr knappes Oberteil. Die eigentlich wichtigste Person - Big Boss - der für seine Tiefgründigkeit und Autorität bekannt war, ist zum stillen Beobachter geworden. Der Spieler trifft die Entscheidungen und Big Boss lässt sich von den Ereignissen treiben. Nach der Mission "Die Wahrheit" wird allerdings schlagartig klar, warum er nicht mehr unser alter Naked Snake ist. Dann ist da noch die Attentäterin, genannt Quiet. Sie wurde im Vorfeld von der kritischen Presse schon zum Sexobjekt degradiert, da Freizügigkeit gerade nicht modern zu sein scheint. Doch hinter ihrer stummen Maskerade verbirgt sich eine willensstarke, intelligente Frau, die nach der Begegnung mit Big Boss ihre Ideale überdenkt und einen Sinneswandel durchmacht. Wer bereit ist hinter die Nacktheit zu schauen, entdeckt eine Heldin und loyale Gefährtin. Damit ist sie die einzige Figur in der Geschichte, die besonders hervorsticht. Was hat Kojima wohl geritten, seinen charismatischen Helden zur Nebenfigur verkommen zu lassen?

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