MediEvil in der gamescom-Vorschau: Das alte Klappergestell hat es (fast) noch drauf!
Special
Sir Daniel Fortesque ist wieder da! Auf der gamescom 2019 in Köln durften wir endlich das Remake des Kultspiels der ersten Playstation zocken. Spaß und Frust lagen dabei nah beieinander.
Etwa 21 Jahre nach dem Release des Originals auf der ersten Playstation feiert der schusselige Ritter Sir Daniel Fortesque nun mit einem Remake sein Comeback. Die Neuauflage erscheint am 25. Oktober und wurde zwar grafisch natürlich vollkommen neu aufbereitet, soll aber das gleiche Gameplay-Erlebnis bieten wie damals im Jahr 1998. Davon konnten wir uns auf der gamescom in Köln selbst überzeugen, als wir den Titel zum ersten Mal anspielen durften. Hierbei hinterließ der knöcherne Dan aber keinen durchweg positiven Eindruck.
Doppelte Auferstehung
Quelle: Sony
MediEvil in der gamescom-Vorschau: Das alte Klappergestell hat es (fast) noch drauf! (2)
Wie auch im Original wird Ritter Dan wieder zum Leben erweckt, um den bösen Zauberer Zarok entgegenzutreten, der das Land Gallowmere bedroht. Dan ist zwar nur noch ein Skelett, dem sowohl der Unterkiefer als auch ein Auge fehlen, doch der wunderbar doof dreinschauende, knochige Blödian macht sich natürlich ans Werk. Wir durften die erste halbe Stunde des Remakes spielen und traten dabei gegen Zombies, nervige Zwerge und Felsen spuckende Statuen an. Auch nach 21 Jahren zog uns MediEvil (jetzt kaufen 42,49 € ) noch in seinen Bann. Die Animationen unseren Protagonisten sind witzig, die Welt schlicht, aber liebevoll gestaltet, die Musik ist klasse und der schwarze Humor des Spiels zündet immer noch. Doch so ganz können wir uns dann doch nicht in Nostalgie sonnen, denn spielerisch hat das Remake einige Macken, die 1998 vollkommen okay waren, heutzutage aber doch nerven. Die Kameraführung hakt schon mal etwas und ein paar Geschicklichkeitsabschnitte sind durchaus frustig, da Entfernungen schlecht abgeschätzt werden können.
Besonders beim Kampfsystem fällt aber auf, dass MediEvil einfach nicht mehr so taufrisch ist, es fehlt nämlich an vernünftigem Treffer-Feedback. Viel zu oft stürmten Gegner auf uns zu und wir hämmerten auf die Angriffstaste, konnten aber nur anhand unserer Lebensleiste feststellen, ob wir gerade austeilen oder einstecken. Sowohl bezüglich der Controllereingaben als auch optisch fehlt es hier einfach an Feedback. Trotz unübersehbarer Altersflecken hatten wir aber Spaß mit dem Remake um Ritter Dan. Wer den Titel damals liebte, wird im Jahr 2019 zwar ab und an mal ein Auge zudrücken müssen, aber ein schönes nostalgisches Erlebnis bekommen. Wer MediEvil damals verpasst hat und nun nachholen möchte, muss sich aber eben mit den genannten Mängeln arrangieren - ganz ohne Nostalgie-Bonus. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, geht das aber durchaus, schließlich ist der Protagonist so sympathisch, dass man ihm eigentlich gar nicht böse sein kann.
