Marvel Rivals im Test: Wischt es mit Overwatch den Boden auf?

Test Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Marvel Rivals im Test: Wischt es mit Overwatch den Boden auf?
Quelle: NetEase

NetEase feiert mit dem Lizenz-Hero-Shooter Marvel Rivals große Erfolge. Doch ist das Actionspiel mehr als nur ein Overwatch-Klon mit Marvel-Skins? Der Test verrät, warum tatsächlich mehr dahintersteckt.

Erst kürzlich kündigte Warner Bros. an, den Support für Suicide Squad: Kill the Justice League Anfang 2025 einzustellen. Sony zog dem Helden-Shooter Concord nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung den Stecker. Zu wenig Interesse!

Es scheint fast so, als gäbe es neben Titeln wie Overwatch 2, Apex Legends und Valorant kaum noch Platz auf dem Action-Markt. Eine Ausnahme bildet der Free-to-Play-Shooter Marvel Rivals: Der von NetEase entwickelte Team-Shooter lockte in den ersten 72 Stunden nach Veröffentlichung über zehn Millionen Spielerinnen und Spieler auf die virtuellen Schlachtfelder.

Kein Wunder, schließlich protzt Marvel Rivals mit geballter Lizenzpower und lässt Superhelden wie Hulk, Iron Man und Spider-Man in knackigen 6-versus-6-Gefechten aufeinander los. Dass dabei die Originalität auf der Strecke bleibt, scheint zunächst die Wenigsten zu stören.

Typisch Helden-Shooter

Wie sehr sich Marvel Rivals vor allem an Overwatch orientiert, sieht man dem Spiel schon auf den ersten Blick an. Aber das ist in diesem Fall nicht weiter schlimm, schließlich bringt die Marvel-Lizenz einen eigenen Spin in den Hero-Shooter. Auf dem Papier bietet das Spiel zunächst die klassischen Zutaten:

Zum Start umfasst der Kader 33 Helden. Mit diesen geht es im Modus 6v6 zur Sache. Die Spielarten umfassen etwa mit Konvoi eine Escort-Variation sowie eine Domination-Variante, und in Eroberung müssen wir nach Abschüssen Kristalle einsammeln. Das kommt uns alles doch sehr bekannt vor. Ab Stufe 10 aktivieren wir zudem die kompetitiven Optionen und treten damit verstärkt in den Wettbewerb um Ränge und Punkte ein.

Was sich vergleichsweise müde anhört, erhält allerdings durch die Präsentation etwas Schwung. NetEase interpretiert die Marvel-Helden und auch Schauplätze wie Wakanda oder auch Bereiche von Asgard neu. Die Szenarien wirken farbenfroh und einladend, als wären sie zuerst von einem Anime-Zeichner gezeichnet und dann mit dem Tuschkasten überarbeitet worden.

Positiv hervorheben möchten wir an dieser Stelle den Umgebungsschaden. Im Gegensatz zu anderen Shooter bleibt in Marvel Rivals kein Stein auf dem anderen: Wände geben unter Beschuss nach und teils stürzen sogar ganze Gebäude ein. Das wiederum sorgt für eine angenehme Dynamik und passt obendrein natürlich zu den Marvel-Haudraufs.

Artwork Marvel Rivals Quelle: NetEase Auch den Charakteren verpassten die Entwickler von Marvel Rivals eine optische Frischzellenkur: Während Spider-Man und Iron Man noch recht konservativ daherkommen, sorgte vor allem das Aussehen von Wolverine im Vorfeld für reichlich Diskussionsstoff: Kräftige Statur, übertrieben große Hände und vor allem eine knallgelbe Jacke ließen so manchen Logan-Fan den Kopf schütteln.

Tatsächlich fügt sich sein Design aber sehr gut in das Gesamtkonzept ein. Marvel Rivals nimmt Anleihen beim Anime und interpretiert das Aussehen der Lizenzhelden neu, ohne sie komplett auf den Kopf zu stellen. Vielmehr handelt es sich um stimmige Adaptionen der bekannten Vorbilder, die schick aussehen, im Spiel aber auch aus der Ferne gut erkennbar sind.

Klassenfragen und Balancing-Probleme

Die 33 zum Launch verfügbare Heldinnen und Helden sind in drei Kategorien unterteilt: Duellant, Stratege und Vorkämpfer. Dabei handelt es sich um die für Shooter typischen Rollen Tank, Support und Damage. Bei der Zusammenstellung der sechsköpfigen Teams gibt es keine wirklichen Einschränkungen. Abgesehen davon, dass kein Charakter doppelt gewählt werden darf und bestimmte Charaktere Wechselwirkungen zueinander haben.

Bildergalerie

Aber dazu später mehr. Die Rollenverteilung selbst bleibt euch überlassen: Zwei Duellanten, zwei Strategen, zwei Kämpfer? Das geht natürlich auch. Sechs Duellanten? Auch kein Problem, aber vielleicht eine dumme Idee! Denn eine gute Mischung macht in Marvel Rivals tatsächlich den Unterschied.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk