Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 im Test - Olympia plus Nostalgie
Test
Ein weiterer Eintrag in der langen Saga "Klempner gegen Igel". Um ein bisschen firsche Luft ins angestaubte Spielkonzept zu bekommen, nehmen wir diesmal gleich an zwei Olympiaden teil. Neben den Wettkämpfen im kommenden Jahr werden wir auch ins pixelige 1964 geschickt. Steckt hinter der Retro-Fassade auch wirklich ein gutes Spiel?
Alle Jahre wieder treffen die Gallionsfiguren der Marken Sega und Nintendo aufeinander, um sich im Wettkampf zu messen. Allerdings hat Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen mittlerweile gute 12 Jahre auf dem Buckel. Zuletzt ging es 2016 in Rio an den Start. Da kann man sich schon mal Sorgen machen, ob den beiden nicht langsam die Puste ausgeht. Glücklicherweise wurden in der aktuellen Iteration die Möglichkeiten genutzt, welche die Rückkehr der Olympischen Spiele nach Tokyo bietet. Durch Rückbesinnung auf ihre Retro-Wurzeln gelingt es den beiden Videospiel-Ikonen, zumindest stilistisch der alten Routine ein Stück weit zu entkommen.
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Alles wie gewohnt?
Quelle: PC Games
Disziplinen wie das Bogenschießen laufen im Zweispielermodus im Splitscreen ab. Unten sieht man, wie sich Metal-Sonic zu einem Superschuss bereitmacht, der doppelte Punkte bringt.
Das Grundkonzept von Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen hat sich natürlich nicht groß geändert. Nach wie vor handelt es sich um eine Ansammlung von Minispielen - diesmal in satten 34 Disziplinen -, die größtenteils echten olympischen Sportarten nachempfunden sind. Eine Ausnahme stellen die sogenannten Traum-Disziplinen dar. Diese haben nur noch einen sehr losen Bezug zum Regelwerk ihrer Vorbilder aus der echten Welt, dafür aber integrieren sie Elemente wie Power-Ups aus den Universen der beiden Maskottchen. In dem Tumult, das etwa beim Traum-Karate aufkommt, fühlt man sich auch schnell an klassischere Party-Games erinnert. Leider gibt es lediglich vier dieser Traum-Wettkämpfe. Unter den Disziplinen finden sich sowohl Klassiker wie Sprint, Hürdenlauf und Hammerwurf, als auch Neuzugänge. Sportklettern, Karate, Skating und Fußball sind diesmal erstmals mit von der Partie.Steuern kann man die Athleten wahlweise klassisch mit Knöpfen oder mittels Bewegungssteuerung, wobei wir euch bei vielen Disziplinen Ersteres ans Herz legen würden. Die meisten Disziplinen lassen sich zwar auch mit Bewegungsteuerung meistern, ganz so präzise wie zu Wii-Sports-Resort-Zeiten fühlt sich das aber nie an. Diesmal treten je zehn bekannte Gesichter aus den Spielwelten von Mario respektive Sonic an. Die Charaktere sind in drei Gruppen eingeteilt, die in jeder Disziplin verschiedene Stärken und Schwächen haben. Viel getan hat sich seit Rio in dieser Hinsicht zwar nicht, aber trotzdem sind eigentlich alle Fan-Favoriten vertreten.
Back to 1964
Quelle: PC Games
In einer der Retro-Disziplinen schießen wir auf Tonscheiben. Mit dem Analogstick wählen wir einen der neun Abschnitte, auf den wir schießen wollen.
Was bei Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 wirklich heraussticht, ist das 1964-Motiv. In diesem Jahr fanden die Olympischen Spiele schon einmal in Tokyo statt. Passend dazu gibt es also einen Tokyo-1964-Modus mit zehn eigenen Disziplinen. In diesem messen sich die 16-Bit-Modelle des Team Sonic - Sonic, Tails, Knuckles und Eggman - mit den 8-Bit-Atlethen des Team Mario, bestehend aus Mario, Luigi, Peach und Bowser. Auch Soundtrack und Kommentator, welcher im "normalen" Spiel übrigens nicht zu finden ist, klingen herrlich antiquiert. Mit dabei sind auch hier Hürdenlauf und Sprint. Mit Tonscheibenschießen, Judo und dem erstaunlich gut umgesetzten Marathon kommt noch mehr Abwechslung ins Spiel. All diese Disziplinen kann man nur alleine oder zu zweit spielen, auch die Bewegungssteuerung fällt weg. Diese vermisst man aber nicht wirklich.
Virtual Reality
Quelle: PC Games
Auch wenn Dr. Eggman innerhalb seiner eigenen Konsole gefangen ist, hat er natürlich einen Plan. Um zu entkommen, braucht es olympisches Gold.
Auch der Storymodus des Spiels bedient sich an Tokyo 1964. In diesem versuchen Bowser und Dr. Eggman ihre Kontrahenten in eine magische Spielkonsole und somit die virtuelle Welt des Spiels "Tokyo 64" zu verbannen. Wie zu erwarten, läuft das Ganze nicht hundertprozentig nach Plan. Nun finden sich Mario, Bowser, Dr. Eggman und Sonic alle in der Maschine gefangen. Es liegt an Luigi und Tails, die vier dort wieder rauszubekommen. Doch auch Dr. Eggman hat einen Plan, aus dem Spiel zu entkommen: Er hat eine Hintertür in das Spiel eingebaut. Um diese zu benutzen, braucht man Olympisches Gold. Schon bald treten Helden und Bösewichte im virtuellen Tokyo gegeneinander an.
Quelle: PC Games
Im Storymodus bewegen wir uns über diese Karte, um die vielen Stadien und Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Japans zu betreten.
Der Storymodus ist überraschend gehaltvoll: Man klappert eine virtuelle Karte von Tokyo ab, besucht die Stadien und Sehenswürdigkeiten und bestreitet nach kurzen Dialogen Wettkämpfe mit anderen Charakteren. Zusätzlich sind überall auf der Karte - die auch Touristenattraktionen wie den Tokyo Tower bereithält - Trophäen verstreut. Beim Aufsammeln eines solchen Pokales wird ein kleines Trivia-Quiz angezeigt. Furchtbar inspirierend ist das zwar meistens nicht, ein netter Touch jedoch allemal. Darüber hinaus schalten wir im Laufe des Storymodus selbst Minispiele frei, auf die wir später im Menü zugreifen können. Diese unterscheiden sich meist auf originelle Weise von den normalen Disziplinen und machen das Gameplay so um einiges abwechslungsreicher. Neue Charaktere lassen sich so zwar auch freischalten, allerdings sind diese je auf eine Disziplin beschränkt, was doch sehr schade ist. In dem Modus steckt also um einiges mehr Mühe, als wir erwartet hatten, auch wenn die Story selbst lediglich okay ist. Die häufigen und relativ langen Ladezeiten trüben die Erfahrung leider ein wenig.
