Vorschau zu Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 - Olympiade mit Retro-Nostalgie
Special
Tokyo, der Austragunsort für die Olympischen Spiele 2020, ist für die Maskottchen von Sega und Nintendo ja quasi ein Heimspiel. Und tatsächlich wirkt das Sport-Paket der beiden Ikonen ein Stück inspirierter als der Vorgänger Rio 2016. Mario und Sonic dürfen ihr Können nämlich nicht nur bei den kommenden Spielen auf die Probe stellen. Im Retro-Modus beehren sie auch die Spiele im Tokyo des Jahres 1964.
Alle Jahre wieder versuchen die alten Rivalen Nintendo und Sega Hand in Hand das Olympia-Spektakel spielerisch einzufangen. Nachdem das erste Spiel der Reihe vor nunmehr 12 Jahren veröffentlicht wurde, läuft das Konzept langsam Gefahr, sich abzunutzen. Glücklicherweise wurde der Austragungsort für die olympischen Spiele 2020, Tokio, als Gelegenheit wahrgenommen, auch mal einen Blick zurück zu werfen. Denn ab November 2019 dürfen wir uns nicht nur im modernen Tokio umsehen, sondern statten der japanischen Hauptstadt auch im Jahre 1964 einen Besuch ab. Damals wurden die Olympischen Spiele nämlich das erste Mal im Land der aufgehenden Sonne ausgetragen.
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Altbewährtes mit einer Prise Neu
Quelle: PC Games
Das Traumrennen kombiniert die Skate-Disziplin mit einem Wettrennen samt Items. Wir fühlten uns ein wenig in die Zeiten von Sonic Riders zurückversetzt.
Wer mit dem Konzept von Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen noch nicht vertraut sein sollte: Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Sammlung von Minispielen, die verschiedenen olympischen Disziplinen nachempfunden wurden. Die Teilnehmer sind allesamt vertraute Figuren aus dem Universen von Mario und Sonic, auch wenn wir - zumindest zu Beginn des Spiels - unter den 20 Charakteren einige beliebte Nebenfiguren vermissen. Viele Klassiker wie Sprint, Weitsprung und Bogenschießen sind wie immer mit von der Partie. Aus dem vorhergegangen Titel, der in Rio im Jahre 2016 spielte, wurde das 7er-Rugby und der Reitsport übernommen. Dazu gesellen sich die neuen Disziplinen wie Sport-Klettern, Karate, Skating und sogar Fußball hinzu. Alle Minispiele lassen sich sowohl mit Motion-Control oder mit klassischer Knopfeingabe spielen. Die letztere ist zwar eindeutig die genauere Methode, vor allen zusammen mit Freunden hat die Bewegungssteuerung allerdings auch ihren Charme. Von diesen modernen Disziplinen lassen sich alle sowohl einzeln als auch mit bis zu drei Kumpanen spielen.
Auch drei sogenannte Traum-Kategorien, die wesentlich fantastischer ausfallen und es mit dem Olympia-Hintergrund nicht ganz so genau nehmen, sind diesmal mit von der Partie. Die Traum-Disziplinen sind ein Hoverboard-Rennen - man fühlt sich dabei etwas an Sonic Riders erinnert - und ein Schießwettbewerb. Bei Karate in der Traum-Version kämpft man zu viert über die Kontrolle von Feldern auf den quadratisch-eingeteilten Spielfeld, der Bezug zu Karate fällt dabei eher lose aus.
Party like it's 1964
Quelle: PC Games
Im Story-Modus werden Mario, Sonic, Bowser und Eggman in die virtuelle Spielwelt von Tokio 1964 eingesaugt. Wie sie da wohl wieder rauskommen sollen?
Das wahre Augenmerk von Mario und Sonic 2020 liegt jedoch auf dem Tokio-1964-Modus. Dieser umfasst zwar nur zehn Disziplinen, im Gegensatz zu den 24 von Tokio 2020. Dafür präsentierten sich alle Wettkämpfe in hübschem Retro-Look. Das Spielgeschehen wird von einem Kommentator untermalt. Da die Anzahl von Sprüchen, die dieser draufhat, aber recht übersichtlich ist, können wir zwar sagen, dass dieser Kommentator im modernen Modus absent ist, nicht aber, dass er uns fehlt. In den Retro-Modus fügt er sich irgendwie trotzdem ganz gut ein. Auch der Retro-Soundtrack bringt mehr Nervenkitzel rüber als sein Gegenstück aus 2020. Team Sonic hat 1964 übrigens Knuckles, Tails, Dr. Eggman und natürlich Sonic am Start, alle in ihrer alten 16-Bit-Pracht. Die Seite des Klempners hat zwar genauso viele Athleten, allerdings nur halb so viele Bits: Mario, Luigi, Bowser und Peach treten durch die Bank im 8-Bit-Look an.
Let's do the Time-Warp
Quelle: PC Games
Im Story-Modus kann man mehrere Attraktionen in Tokio besuchen. Diese riesige Kreuzung ist im Stadtteil Shibuya zu finden.
Auch der Storymodus des Spiels steht ganz unter dem Zeichen von Tokio 1964: Dr. Eggman und Bowser tüfteln einen Plan aus, Mario und Sonic in einer eigens von Eggman entwickelten Spielekonsole einzufangen. Dank Bowsers Ungeduld finden sich allerdings nicht nur die beiden Protagonisten der beiden Serien, sondern auch die beiden Übeltäter in einer Videospiel-Version der Olympischen Spiele von 1964 wieder. So viel Meta-Erzählstil sind wir von Mario eigentlich gar nicht gewöhnt. Nun liegt es an Freund und Feind, die in der Gegenwart verblieben sind, die vier da wieder rauszuholen. Und dabei geht es drunter und drüber: Natürlich sind die Bösewichter nicht sonderlich daran interessiert, Mario und Sonic wieder zurück in die echte Welt zu entlassen. Und auch Dr. Eggman scheint mehr über das Spiel zu wissen, als er zunächst zugeben will.
Diesmal bietet der Story-Modus gleich zwei Hub-Welten: 1964 und 2020 bieten natürlich verschiedene Sportarenen und andere Sehenswürdigkeiten - so etwa die riesige Kreuzung in Shibuya oder der Tokio Tower - die es zu erkunden gilt. Vor Ort kann man unabhängig von der Story Trophäen sammeln. Erringt man eine, so erscheint eine mehr oder weniger interessante Quiz-Frage zu Olympia oder den beiden Spieluniversen. Was wir allerdings mit der Info anfangen sollen, dass Amy in ihrer Freizeit Wahrsagerei betreibt, sind wir noch nicht ganz sicher.
Was der Story-Modus sonst noch so in petto hat, oder wie lang er tatsächlich ist, können wir nach unserer einstündigen Erfahrung mit diesem natürlich nicht sagen. Davon wird schlussendlich auch Qualität für die Einzelspielererfahrung abhängen. Für kurzweilige Mehrspieler-Partien mit Freunden liefern Sonic und Mario in Tokio jedenfalls eine gute Figur ab.
