Mario & Luigi Brothership ist ein herzerwärmendes Abschiedsgeschenk für die Nintendo Switch
Special
In unserer Vorschau zu Mario & Luigi Brothership erklären wir euch, warum das Abschiedsgeschenk für die Nintendo Switch etwas ganz Besonderes ist.
Mario & Luigi: Brothership dürfte eigentlich gar nicht existieren.
Schließlich musste das bisherige einzige Entwickler*innen-Team der Rollenspielserie, AlphaDream, aufgrund finanzieller Probleme bereits 2019 seine Pforten schließen. Das kontroverse Mario & Luigi: Paper Jam Bros. war 2015 der letzte neue Hauptteil der Reihe, anschließend folgten noch zwei Remakes älterer Titel, danach war Schicht im Schacht.
Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder, und da ist es, das neue Spiel der Serie! Das kommt aber freilich nicht von AlphaDream, sondern von ... nun, wissen wir auch nicht, und Nintendo will es nicht verraten, auch auf Nachfrage. Nun ja, auch eine Entscheidung.
Brothership reiht sich, wenn es am 7. November 2024 erscheinen wird, ein in eine ziemlich überraschende Release-Kaskade an Mario-Rollenspielen, folgt es doch nur wenige Monate nach dem Remake respektive Remaster von Super Mario RPG und Paper Mario: Die Legende vom Äonentor.
Dynamische Dualität
Nicht nur ist Brothership in dieser Reihe das einzig komplett neue Spiel, Mario & Luigi ist auch generell das Mario-Rollenspiel, das ein wenig aus der Reihe tanzt. Man spielt mit den namensgebenden Brüdern zwei Figuren auf einmal, die Story traut sich regelmäßig, ganz schön bizarr zu sein, der Humor ist ebenso gelungen wie eigen.
Aber: Der neue Teil ist eben auch eine Fortsetzung, und als solche verspricht Mario & Luigi: Brothership angesichts der knapp anderthalb Stunden, die ich mit einer Vorschauversion verbringen durfte, zwar diese Qualitäten erneut mit sich zu bringen, aber trotz Entwickler*innenwechsel auch klar dem bekannten Schema zu folgen.
Quelle: Nintendo
Heißt: Mario und Luigi verschlägt es wieder mal in ein fremdes Land fern des Pilzkönigreichs, sie bekommen wieder einmal einen knuddeligen, nicht steuerbaren Begleiter an die Seite gestellt, und sie müssen wieder einmal diverse Areale bereisen, Rätsel und Geschicklichkeitsaufgaben lösen, die fast immer die Kooperation des Brüderpaares voraussetzen, Kämpfe bestreiten und ab und an Bosse bezwingen - einen solchen bekam ich in der Demo aber leider noch nicht zu Gesicht.
Bruder vor Ruder
Die Reisemethode zwischen den Gebieten ist dabei sicher eines der innovativsten Elemente. Auf einer Seekarte fährt man mit einer Mischung aus Schiff und Insel herum, die gleichzeitig den Hub des Titels darstellt, von zahlreichen NPCs bewohnt wird und sich im Verlauf der Story immer wieder erweitern soll.
Eine schöne Idee, ich persönlich mag es, wenn Spiele diesen Spagat zwischen semi-offener Weltgestaltung einerseits und einem zentralen Anlaufpunkt andererseits wagen - und Brothership scheint ihn hinzubekommen. Das gefällt mir besser als zum Beispiel Paper Mario: Sticker Star und Paper Mario: Color Splash, die neben anderen Problemen auch damit zu kämpfen hatten, dass sie rein level-basiert waren.
The Legend of Luigi & Mario
Obwohl, ganz klassisch ist die Weltgestaltung des neuen Mario & Luigi auch nicht. Anstatt einfach durch die Gegend und von Gebiet zu Gebiet zu laufen, ist eben das Inselschiff das Fortbewegungsmittel der Wahl. Das tuckert aber nicht frei übers Meer, sondern auf vorgegebenen Routen. Während der Kahn vor sich hinschippert, kann man ihn schneller und langsamer dümpeln lassen, Abzweigungen wählen und mit einem Ferngucker frei über die Wassermassen blicken - immer auf der Suche nach neuen Eilanden und anderen Ankerpunkten.
Dieser Vergleich mag nur wenigen Leuten helfen, aber das System erinnert markant an The Legend of Zelda: Spirit Tracks für den Nintendo DS, nur, dass man dort mit einem Zug auf Schienen unterwegs war.
Bildergalerie
Etwas unnötig verkopft wirkte mir dieses System beim Anspielen jedoch. Für die Seekarte muss man auf eine Map, dann muss man dort Routen auswählen, wenn man ein Ziel verpasst, muss man noch einmal eine Ehrenrunde drehen, da man nicht umdrehen kann (das dauert aber nur wenige Sekunden) ... Das ist jetzt keine große Kritik, nach ein paar Minuten hatte ich verstanden, wie alles funktioniert. Bei der Findungsphase für diese jetzt nicht unbedingt logische Fortbewegungsart hätte ich aber gerne Mäuschen gespielt.
