Mario Kart World: Ein hervorragender Fun-Racer, aber hätte es die Open World wirklich gebraucht?

Test Carlo Siebenhüner
Mario Kart World: Ein hervorragender Fun-Racer, aber hätte es die Open World wirklich gebraucht?
Quelle: Nintendo

Mario Kart World ist da und will ein schweres Erbe antreten. Wir haben geschaut, ob die Open World funktioniert und ob Mario Kart auch 2025 noch den gleichen Charme wie immer versprüht.

Jetzt kommen wir dann aber endlich zum großen Elefanten im Raum oder besser gesagt zur Offenheit in der Welt. Mario Kart World hat jetzt eine Open World. Das bedeutet, dass ihr jetzt eine riesige Landkarte habt, die in verschiedene Klimazonen eingeteilt ist, in denen die Strecken eingebettet sind. Das wirkt sich dann eben auch auf einige Spielmodi aus.

Mehr Rallye als Grand Prix

Das Herzstück eines jeden Mario Karts sind natürlich die Grands Prix. Von denen gibt es in Mario Kart World insgesamt acht Stück, von denen einer aber erst freigeschaltet werden muss. Bisher waren die Meisterschaften so aufgebaut, dass man auf einer festgelegten Anzahl an Kursen ein Rennen mit mindestens drei Runden absolviert. Das ändert sich jetzt, denn der Grands Prix wird in die offene Welt verlagert. Startet ihr einen der Cups, dann läuft das erste Rennen noch wie gewohnt mit drei Runden auf einer Strecke.

Ein Rennen in Mario Kart World . Quelle: PC Games Die folgenden Rennen starten dann aber an der Ausgangsstrecke und das Rennen führt durch die Open World zur nächsten Strecke. Dort angekommen absolviert man noch eine Runde auf der neuen Piste und das Rennen ist beendet. Diese Umstellung wird Profi-Kartfahrer erst mal gehörig vor den Kopf stoßen, denn das ist schon eine gewaltige Umstellung zu früher. Rennen dauern jetzt etwa um einiges länger, weil die Strecken durch den Rallye-Charakter einfach viel länger werden. Gerade in Mario Kart 8 waren manche Rennen wirklich sehr kurz, da ist das neue Design eine willkommene Abwechslung.

Allerdings hat die neue Renngestaltung für einige Bahnen keine allzu positiven Auswirkungen. Gerade die mittleren Strecken eines Grands Prix bekommen so definitiv zu wenig Aufmerksamkeit, denn man ist da effektiv nur eine Runde unterwegs und dann geht es auch schon weiter. Die Wege zwischen den Strecken sind leider auch kein guter Ersatz, denn viel zu oft bestehen die aus relativ geraden und sehr breiten Autobahnen. Hier gibts dann zwar Gegenverkehr in Form von NPCs, aber viel zu oft passiert da auch einfach viel zu wenig.

Das reinste Chaos

Die Strecken haben jetzt aber auch allgemein ein breiteres Design und das brauchen sie auch. Eine der weiteren großen Neuheiten von Mario Kart World sind die 24 Fahrer in den Rennen und Schlachten. Wo vorher maximal 12 Kontrahenten in einer Runde angetreten sind, verdoppelte Nintendo nun die Fahrerzahl. Die Masse an Fahrern braucht den neuen Platz auch dringend, denn der Chaosfaktor ist dadurch vor allem im Mittelfeld höher.

Mario und seine Freunde erkunden das freie Fahren. Quelle: Nintendo Befindet ihr euch im Pulk der 24 Fahrer, dann stellt euch schon mal darauf ein, einen Panzer und eine Bombe nach der nächsten um die Ohren zu bekommen. Hinter euch preschen dann noch Fahrer mit Kugelwilli oder Superstern heran und vor euch lässt noch jemand eine Bananenschale fallen.

Nintendo hat zwar die Wirkzeiten der Items etwas eingekürzt, aber dennoch fühlt sich ein bremsendes Item bestrafender an als in den Vorgängern. Wer jetzt nämlich von Fähigkeiten ins Straucheln gebracht wird, der verliert dieses Mal eben nicht nur vier oder fünf Plätze, sondern gleich mal zehn oder mehr.

Während sich die KI-Fahrer da sogar noch etwas zurückhalten, ist das vor allem im Multiplayer mit anderen Spielern ein großes Durcheinander. Gleichzeitig ist das aber nun mal Mario Kart und es gehört dazu, von der Siegerstraße mit einem Schlag ins Tal der Tränen zu rutschen.

Je öfter wir die Grands Prix gespielt haben, desto mehr haben wir uns mit dem neuen Ablauf angefreundet. Wer klassisch spielen möchte, kann zwar im Versus-Modus auch einzelne Kurse hintereinander auswählen. Trotzdem würden wir uns für die Zukunft wünschen, dass Nintendo die Möglichkeit nachreicht, Grands Prix auch im klassischen Modus zu spielen.

Switch 2: Nintendo meldet den erfolgreichsten Konsolen-Launch ever - und hat die Lager gefüllt Quelle: Nintendo, Bildmontage: PC Games

Die Strecken sind hervorragend

Die ganzen Strecken haben es nämlich verdient, mehr Fokus zu bekommen, denn sie sind eindeutig eines der Highlights von Mario Kart World. Wie immer gibt es einen Mix aus bekannten und aktualisierten Kursen der Mario-Kart-Geschichte und ganz neuen Pisten. So geht es zurück auf die Moo Moo Meadows aus Mario Kart Wii oder ins Wario Stadium vom N64.

Auch die neuen Tracks können sich sehen lassen. So hauen vor allem die neuen Finalstrecken der Cups ordentlich auf die Pauke und brennen ein tolles Effektfeuerwerk ab. Gerade die neue Rainbow Road hat es uns wirklich angetan. Die ist zwar durch die breiten Strecken nicht mehr so anspruchsvoll wie früher, aber sie ist wirklich toll gestaltet und bietet eine Menge Abwechslung.

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