Wände bomben, Babes klar machen und andere Crews abziehen: Das ist er, der Lebenstraum eines Writers.
Wer mit der Subkultur der Graffiti-Sprayer (»Writer«) nichts am Hut hat, sollte Getting Up mit einem Hip-Hop-Wörterbuch auf dem Schoß spielen. Die deutsche Synchronisation ist sicherlich stilecht, verwirrt den Nicht-Eingeweihten aber mit genau dem typischen deutsch-amerikanischen Kauderwelsch, das für hiesige Teenager zum Rapper-Image zu gehören scheint.
Fight the power!
Die Story ist ebenso belanglos wie an den Haaren herbei gezogen: Der unbekannte Sprayer Trane zieht auf der Suche nach »Rep« (Reputation) durch seine Heimatstadt New Radius, schmiert alle möglichen und unmöglichen Stellen mit seinen »Tags« voll und verprügelt feindliche Sprüher. Das alles soll irgendetwas mit dem Kampf gegen Unterdrückung zu tun haben, denn die Stadt wird von einem gar spießigen Bürgermeister regiert, der seine U-Bahnzüge und Gebäude lieber blitzsauber statt vollgekritzelt und -gesprüht sieht.
Sprühen unter Zeitdruck
Das Spielerlebnis gleicht einer Mischung aus GTA San Andreas und Tony Hawk's Pro Skater. Wir rennen frei durch die Stadt, die allerdings nicht annähernd so groß ist, wie es uns das Spiel weismachen will. Auf vielen Straßen laufen wir nämlich in unsichtbare Barrieren.
An zahllosen Stellen finden wir Wände und Objekte, die wir »bomben« (vollschmieren) können, und wenn wir das innerhalb des Zeitlimits und ohne Farbkleckerei schaffen, verbessert sich unsere Reputation. Dabei müssen wir bei größeren Kunstwerken mit dem Analogstick den vorgegebenen Konturen folgen. Damit das nicht zu langweilig wird, sitzen uns feindliche Sprayer im Nacken, die wir rücksichtslos verprügeln und ihnen dann ihre Farben und Entwurfsbücher klauen können.
Sascha Gliss
