Wir geben euch Tipps, die euch bei der Auswahl eines neuen Mainboards helfen. Außerdem gehen wir auch auf RAM ein und haben 37 Mainboards herausgesucht.
Richtigen Chipsatz auswählen
Beim Chipsatz kann es Fallstricke geben, die zumindest beim Sockel AMD AM4 auch die Leistung betreffen können. So gibt es beispielsweise den recht neuen A520-Chipsatz für den Sockel AMD AM4, der aber kein PCIe 4.0 für die Grafikkarte bietet. PCIe 4.0 ist aber längst Standard für Grafikkarten und bei manchen Modellen durchaus wichtig, um nicht einige Prozent an Leistung zu verlieren. Daher empfehlen wir beim Sockel AM4 den Chipsatz B550 oder X570.
Beim Sockel AM5 ist der Chipsatz B650 eine relativ günstige Wahl, Enthusiasten können auch zu X670 oder X670E greifen. Ganz allgemein sind die Mainboards für den Sockel AM5 allerdings teurer als vergleichbare Hauptplatinen für die Sockel AM4 und 1700. Außerdem benötigen die Ryzen 7000er- und 8000er-CPUs zwingend DDR5-RAM.
Dafür bezahlt ihr etwa 25 bis 35 Euro mehr pro 16 GB beziehungsweise 30 bis 40 Euro mehr pro 32 GB im Vergleich zu DDR4-RAM. Beim Sockel Intel 1700 wiederum ist DDR5-RAM an sich der Standard, aber es gibt sehr viele Mainboard-Modelle zusätzlich als Variante für DDR4-RAM. Dies wird dann in der Regel mit dem Zusatz DDR4 oder einfach nur D4 am Ende des Namens gekennzeichnet.
Quelle: Gigabyte
Quer liegendes Gigabyte B550 Aorus Elite AX Rev 1.1 für den Sockel AM4
DDR4 oder DDR5-RAM?
Obwohl DDR5-RAM deutlich höher getaktet ist als DDR4-RAM, kann man bei Spielen nur selten einen Unterschied zwischen der Verwendung von DDR4- oder DDR5-RAM erkennen. Dies hat damit zu tun, dass der Takt bei DDR5 zwar hoch ist, aber dafür die Latenz, also Reaktionszeit, schlechter als bei DDR4 ausfällt.
Ein schneller Zugriff auf das RAM ist aber gerade bei Spielen recht wichtig. Es gibt aber durchaus einzelne Titel, bei denen DDR5-RAM um etwa zehn Prozent mehr FPS bringen kann - dies sind aber eher seltene Einzelfälle, ebenso wie manche Games, bei denen sogar DDR4-RAM ein paar Prozent mehr FPS bringt als DDR5-RAM. Bei bestimmten Anwendungen kann der hohe Takt von DDR5 schon eher merkbare Geschwindigkeitsvorteile bringen.
Geht es euch aber nur um Spiele sowie Alltags-Anwendungen, die über Videoschauen, Streaming, Internetsurfen, Musikhören sowie Word und Excel nicht hinausgehen, könnt ihr beim Sockel 1700 auf DDR4-RAM setzen und Geld sparen.
Falls es euch nichts ausmacht, 30 bis 40 Euro mehr zu bezahlen, könnt ihr natürlich trotzdem DDR5-RAM nehmen, um optimal aufgestellt zu sein. Denkt aber so oder so daran, dass ihr euch beim Sockel 1700 durch die Mainboard-Wahl langfristig auf eine RAM-Sorte festlegt.
Chipsätze zum Übertakten
Für den Sockel 1700 empfehlen wir übrigens den Chipsatz B760, falls ihr die CPU nicht übertakten wollt, sowie Z690 oder Z790, falls ihr den Prozessor doch übertakten möchtet. Letzteres geht übrigens ausschließlich mit einem Z-Chipsatz in Verbindung mit einem Core i-Prozessor, der ein K oder KF im Namen trägt wie der Core i5-12600K oder Core i7-13700KF.
Das F steht dafür, dass die CPU keine eigene Grafikeinheit hat, was bei einem Gaming-PC mit separater Grafikkarte keine Rolle spielt. Bei AMDs Sockeln AM4 und AM5 sind die Prozessoren unabhängig vom Chipsatz übertaktbar, wobei beim Sockel AM5 eher ein X-Chipsatz zu empfehlen ist. Beim Sockel AM4 gibt es als Top-Chipsatz den Chipsatz X570, aber auch viele gute B550-Übertakter-Mainboards.
Übertakten lassen sich allerdings nur die "normalen" Ryzen-CPUs. Die X3D-Modelle hingegen sind nicht übertaktbar, sodass ihr kein teures Mainboard kaufen müsst, wenn ihr zum Beispiel den extrem empfehlenswerten Ryzen 7 7800X3D für den Sockel AM5 oder einen Ryzen 7 5700X3D oder 5800X3D für den Sockel AM4 betreiben wollt. Warum ein Mainboard für einen Spiele-PC nicht teuer sein muss, erklären wir auf der nächsten Seite.
