Mafia: The Old Country im Test - zwischen Messerduellen, Mafia-Ehre und emotionaler Story

Test Matthias Dammes
Mafia: The Old Country im Test - zwischen Messerduellen, Mafia-Ehre und emotionaler Story
Quelle: PC Games

Mafia: The Old Country bringt die Serie mit Fokus auf Story, Charaktere und Atmosphäre zurück zu ihren Wurzeln. Im Test hat Enzos Abenteuer überzeugt.

Freie Fahrt für freie Mafiosi

Dazu nutzt man am besten den Erkundungsmodus, vergleichbar mit dem "Freie Fahrt"-Modus aus den älteren Teilen. Dieser steht nach Abschluss des Prologs über das Hauptmenü zur Verfügung. Im Erkundungsmodus hat man alle Zeit und Ruhe der Welt, um sich ausgiebig in der schicken Umgebung umzuschauen.

Da kann man die schmucke Architektur der Städte, die malerischen Landschaften und die Menschen bei ihrem Treiben betrachten. Aber es gibt durchaus auch aktive Beschäftigung.

So gibt es mit Zeitungen, Fotogelegenheiten und Karten von Heiligen ein paar Sammelgegenstände zu finden. Außerdem sind die sogenannten Trinacria-Artefakte in der Spielwelt versteckt. Die zu sammeln lohnt sich besonders, da wir sie gegen Dinari umtauschen können, die sogenannte kriminelle Währung des Spiels. Die erbeuten wir auch von ausgeschalteten Gegnern. Ausgeben können wir Dinari für Autos, Pferde, Outfits und einiges mehr. Alles, was wir auf diese Weise im Erkundungsmodus freischalten, wird dann auch in den Storymodus übernommen.

Fans von Mafia 2 sollten diesen Marktplatz wiedererkennen. Quelle: PC Games Fans von Mafia 2 sollten diesen Marktplatz wiedererkennen. Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass es bei der freien Fahrt ein paar zusätzliche Features gibt, die das Erkunden erleichtern. Das Spiel verfügt nämlich über keine Minimap, keinen Kompass und auch keine manuelle Wegpunkt-Funktion auf der Weltkarte. Im Storymodus ist das völlig in Ordnung. Da zeigen uns Straßenschilder immer bequem den Weg zum nächsten Missionsziel. Aber bei der Suche nach Sammelgegenständen führt der Verzicht auf diese Elemente nur dazu, dass wir alle 30 Sekunden die Weltkarte öffnen müssen.

Auf des Messers Schneide

Aber kommen wir zurück zum Kernstück des Spiels. Als Handlanger in der Mafia werden wir natürlich auch in jede Menge Kämpfe verwickelt. Als neues und zentrales Element führen die Entwickler das Messer ein. Die sind tief in der sizilianischen Kultur verwurzelt und das Fechten mit Messern hat eine lange Tradition. So finden wir uns auch mit Enzo immer wieder in Messerduellen wieder, die im Spiel die Rolle von Bosskämpfen einnehmen.

In traditionellen sizilianischen Messerduellen stellt sich Enzo immer wieder ausgewählten Gegnern entgegen. Quelle: PC Games In traditionellen sizilianischen Messerduellen stellt sich Enzo immer wieder ausgewählten Gegnern entgegen. Unser Protagonist nutzt dabei nicht einfach ein x-beliebiges Messer. Stattdessen haben wir wie bei den Schusswaffen eine Auswahl an verschiedenen Modellen, die jeweils mit unterschiedlichen Eigenschaften versehen sind. Einige lassen sich werfen, andere sind besonders robust. So passen wir auch unser Messer an unseren bevorzugten Spielstil an.

Neben den Duellen kommt die Klinge vor allem beim Schleichen zum Einsatz. Wenn wir Gegner lautlos ausschalten, haben wir die Wahl, ob wir den Feind würgen oder mit dem Messer abstechen wollen. Letzteres ist hilfreich, wenn Eile geboten ist. Zusätzlich lassen sich mit der Klinge verschlossene Türen und Kisten aufknacken. Allerdings wird unser Messer mit jeder Nutzung stumpfer. Hat sich die Klinge abgenutzt, müssen wir sie zunächst mit einem Wetzstein wieder schärfen.

Um Gegner lautlos auszuschalten, können wir sie würgen oder schnell mit dem Messer abstechen. Quelle: PC Games Um Gegner lautlos auszuschalten, können wir sie würgen oder schnell mit dem Messer abstechen.

Stealth-Mafia

Allgemein funktioniert das Schleichsystem in Mafia: The Old Country hervorragend. Auf Knopfdruck gehen wir hinter Objekten in Deckung und per Instinkt-Fähigkeit können wir die Positionen von Gegnern auskundschaften. Das funktioniert ähnlich wie die Lauschfähigkeit in The Last of Us. Haben wir einen Gegner lautlos ausgeschaltet, können wir seine Leiche plündern und sollten sie nach Möglichkeit verstecken.

Dem einen oder anderen wird es vielleicht nicht gefallen, dass Schleichen an mehreren Stellen im Spiel zwingend erforderlich ist. Uns hat es jedoch nicht gestört, weil das wunderbar zum Setting passt. Als Mafiosi will man halt nicht immer lautstark auf sich aufmerksam machen. Daher helfen wir einem Geschäftspartner lieber unbemerkt beim Gefängnisausbruch, statt die ganze Gendarmerie auf unsere Geschäfte aufmerksam zu machen. Die Schleichszenarien sind aber nie wirklich unfair und in der Regel gut durchschau- und lösbar.

  1. Seite 1 Mafia: The Old Country im Test - Setting und Story
  2. Seite 2 Mafia: The Old Country im Test - Freie Fahrt, Messer, Stealth
  3. Seite 3 Mafia: The Old Country im Test - Action, Kampf, Technik und Fazit
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