Wir konnten mit den Entwicklern von Mafia: The Old Country sprechen und haben interessante Details erfahren, zum Beispiel zur Spielwelt wie in Mafia 1.
Zu den Wurzeln der Mafia
Die grundlegende Prämisse für Mafia: The Old Country ist jedoch schon viel älter. Wie uns der Creative Director erklärt, schwirrte die Idee für ein Prequel in Sizilien schon seit gut 15 Jahren im Studio herum. Doch diesmal war das Konzept wie geschaffen für das neue Mafia, wie uns Alex Cox erklärt: "Die Idee, zu den Wurzeln zurückzukehren, wieder ganz am Anfang anzufangen und das Spiel in Sizilien spielen zu lassen, hat echt gut gepasst zu dem Gedanken, dass dies ein neuer Anfang für eine neue Generation von Mafia-Titeln sein soll."
Schon lange vor der offiziellen Ankündigung kamen Gerüchte auf, dass ein mögliches viertes Mafia ein Prequel in Sizilien sein könnte. In dem Zusammenhang wurde auch spekuliert, ob man vielleicht eine Vorgeschichte von Don Salieri erleben wird. Hangar 13 entschied sich aber dagegen, einen bekannten Charakter ins Rampenlicht zu stellen. Auf diese Weise erhielten sie sich die größtmögliche künstlerische Freiheit. Bekannte Figuren haben bei einem Prequel nämlich das Problem, dass man bereits weiß, wie es für diese Person ausgeht. Das wollte das Team unbedingt vermeiden.
Damit bleiben die Entwickler natürlich auch in der Tradition der Reihe, die mit jedem Teil einen neuen, unbekannten Protagonisten in den Mittelpunkt seiner Geschichte stellte. Trotzdem spielen alle Titel im gleichen Universum und haben stets direkte und indirekte Verbindungen zueinander. Diese soll es auch in Mafia: The Old Country wieder geben. Nick Baynes fügt noch hinzu: "Ich denke wir sind über die Ursprungsgeschichte eines einzelnen Charakters hinausgegangen. Wir erzählen gleich die Ursprungsgeschichte der gesamten Mafia, also quasi der gesamten Reihe."
Quelle: 2K Games
Don Torrisi im Gespräch mit Protagonist Enzo Favara.
Ein Held auf der Suche nach Zugehörigkeit
Wir erleben diese Ursprungsgeschichte in der Rolle von Enzo Favara. Er wächst als Waise im von Landwirtschaft geprägten Sizilien auf, wo er schon in sehr jungen Jahren gezwungen wird, in Schwefelminen zu arbeiten. Zwischen der armen Bevölkerung Siziliens und einer Regierung, die sich kaum um die Belange der einfachen Menschen kümmert, entsteht in den 1900er-Jahren der perfekte Nährboden für die Mafia. Auch Enzo sieht in der ehrenwerten Familie einen Ausweg aus seinem kärglichen Leben.
"Die Mafia bietet ihm eine Perspektive, obwohl sein bisheriges Leben echt hart und schwierig war und er kaum überleben konnte. [...] Also ist er bereit, beinahe alles zu machen, um sein Leben zu verbessern", erklärt der Creative Director. Enzo nimmt zunächst einen Job auf einem Weingut an, das einem gewissen Don Torrisi gehört. Dieser führt unseren Helden schließlich in die Mafia ein und gibt ihm damit zum ersten Mal in seinem Leben ein familiäres Umfeld und das Gefühl, zu etwas dazuzugehören.
Die Mafia ist aber natürlich nicht nur ein freundlicher Familienersatz, wie auch Alex Cox feststellt: "Dann gibt's natürlich noch diesen anderen Aspekt der Familie, die Verbrecherfamilie und [Enzos] Bereitschaft, sich an solchen gangsterähnlichen Aktivitäten zu beteiligen. Daraus ergibt sich offensichtlich dann die kriminelle Seite des Gameplays in großen Teilen des Spiels."
Quelle: 2K Games
Sowohl mit Pferd also auch mit Autos bereisen wir zwischen den Missionen die offene Spielwelt von Sizilien.
Mafia: The Old Country hat eine Spielwelt wie in Mafia 1
Vor dem Gespräch war für uns eine der wichtigsten Fragen in spielerischer Hinsicht: Wie ist das Spiel strukturiert? Nach allem, was wir bisher über das Spiel gehört und gelesen hatten, schienen sich die Entwickler diesmal von der offenen Spielwelt zu verabschieden und eine lineare Missionsstruktur zu verfolgen. Mit ein wenig Erstaunen und auch Erleichterung stellte sich das im Gespräch jedoch als Irrtum heraus.
"Wir haben versucht, sehr vorsichtig zu sein, wie wir die Welt beschreiben, die sich um euch herum befindet, während ihr das Spiel spielt. Es ist nicht ganz richtig zu sagen, dass es sich um ein lineares Spiel handelt", erklärt Nick Baynes. Es gibt also durchaus eine Open World als Hintergrund für das Spiel, wie es auch schon im ersten Mafia der Fall war. Nur ist diese Welt genau wie im ersten Mafia nur eine Kulisse, in der wir nicht viel mehr machen, als von einer Mission zur nächsten zu fahren.
Alex Cox ergänzt: "Wir erzählen die Geschichte in Kapiteln und zwischen den Missionen kannst du ein bisschen durch die Welt streifen, Sammelobjekte finden und die lebendige Welt beobachten und so weiter. Das ist alles cool. Aber wir wollten den Spielern einfach klarmachen, dass es sich nicht um ein Assassin's Creed oder ein ähnliches Open-World-Spiel handelt." Nebenquests und eine Fülle an verschiedensten Aktivitäten sollte also keiner erwarten.
