Gaming-Mäuse: dpi und Abtastrate

Special Antonio Funes
Gaming-Mäuse: dpi und Abtastrate
Quelle: Roccat

Wir haben 50 Gaming-Mäuse in einer Marktübersicht zusammengefasst, 20 davon kabellos, und gehen auf Themen wie Ergonomie, dpi, Abtastrate und Makros ein.

DPI und Abtastrate

Eine Maus hat einen bestimmten maximalen dpi-Wert sowie eine Abtastrate, auch Pollingrate genannt. Zum Teil wird der dpi-Wert ebenfalls als Abtastrate bezeichnet - wir trennen aber klar zwischen dem dpi-Wert sowie den Informationen pro Sekunde, die eine Maus sendet und die wir mit "Abtastrate" meinen. dpi bedeutet "Dots per Inch", denn der dpi-Wert beschreibt, wie weit sich der Mauszeiger bewegt, wenn man die Maus um ein Inch bewegt. Somit dürfte auch klar sein, dass der dpi-Wert kein Maß für die Präzision ist. Es ist also nicht so, dass eine Maus mit einem hohen dpi-Wert besonders präzise sein muss.

Bis auf wenige, vor allem sehr günstige Mäuse kann man bei fast jeder Maus zwischen mehreren Werten hin- und herschalten. Bei den meisten Gamingmäusen gibt es drei oder mehr Werte, die entweder vom Hersteller vorgegeben sind oder die man per Software frei wählen kann, um diese Werte als Profile in der Maus zu speichern. Die Profile schaltet man dann über eine Extra-Taste an der Maus durch, bis man beim gewünschten Wert angekommen ist.

Dass man per Button zwischen mehreren Werten wählen kann, hat einen Grund. Denn der dpi-Wert verändert die Empfindlichkeit der Maus, so dass man je nach dem, was man gerade vorhat, den passenden dpi-Wert aktivieren kann.

Am besten lässt sich die Auswirkung des dpi-Wertes anhand eines einem Shooters klarmachen: Bei einem hohen dpi-Wert reichen kleine Bewegungen der Maus aus, um das Fadenkreuz oder die Waffe weit zu bewegen.

Man kann sich also sehr schnell umdrehen oder einen Feind anvisieren, den man am Bildrand wahrnimmt. Allerdings ist es mit hohem dpi-Wert deutlich schwieriger, das Fadenkreuz präzise auf eine bestimmte Position zu setzen oder bei einer schnellen Mausbewegung am exakt gewünschten Punkt das Fadenkreuz anzuhalten. Ein niedriger dpi-Wert eignet sich wiederum gut für Scharfschützen-Situationen, oder außerhalb von Games für Malprogramme, wenn man den Zeiger häufig nur ein oder zwei Pixel weiterbewegen will.

Die Razer DeathAdder V2 hat satte 20.000 dpi und ist sowohl als kabelgebundene als auch als kabellose Version zu haben. Quelle: Razer Die Razer DeathAdder V2 hat satte 20.000 dpi und ist sowohl als kabelgebundene als auch als kabellose Version zu haben. Wenn eine Maus laut Hersteller zum Beispiel 12.000 dpi hat, so handelt es sich natürlich um den Maximalwert. Wir empfehlen mindestens 6000 dpi, damit ihr flexibel genug bei den Werten seid, die ihr später wählt. Es kann sich dabei durchaus herausstellen, dass die Maus schon bei 3000 oder 4000 dpi so empfindlich reagiert, dass es für euch grenzwertig ist und ihr daher gar keinen höheren Wert mehr einstellen wollt. Dies ist aber eine individuelle Frage.

Neben dem dpi-Wert ist auch die Abtastrate bei einer Maus ein Kriterium beim Kauf. Sie wird in Hz (Hertz) gemessen. Je höher die Rate, desto häufiger pro Sekunde tastet die Maus ihre Position auf der Oberfläche auf, auf der ihr sie gerade benutzt. Mit höheren Werten erkennt sie also die Bewegungen schneller und kann dank des Plus an Informationen noch präziser arbeiten. Zudem wird eine Mausbewegung im Zweifel einen Tick früher erkannt und somit auch ans Spiel übermittelt.

Wenn möglich und überhaupt bekannt (nicht jeder Hersteller gibt die Abtastrate an), solltet ihr bei den technischen Daten zu einer Maus mit 1000 Hz oder mehr greifen. Alles in allem kann aber eine Maus mit eher durchschnittlichen Werten bei dpi und Abtastrate trotzdem die präzisere und zuverlässigere Maus sein als ein Modell, dass mit hohen Werten protzt. Verlasst euch also nicht zu sehr auf die puren technischen Daten, erst recht nicht dann, wenn ihr nicht sicher seid, ob die Ergonomie für eure Hand gut passt.

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