Dieses Jahr kehrt Mad Max nicht nur ins Kino zurück, sondern nimmt auch die Hauptrolle in seinem eigenen Videospiel ein. Wir konnten das Open-World-Abenteuer Probe spielen.
Autonarr
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Das hat seinen Grund: Auch wenn die Erforschung des Wastelands und die Kämpfe zu Fuß Spaß machen, liegt der Fokus ganz eindeutig – auch nach offizieller Angabe der Entwickler – auf dem Auto-Gameplay, also sobald man hinter dem Steuer von Max' neuem Wagen, dem Magnus Opus, Platz genommen hat. Ist man zu Beginn noch mit wenig mehr als einer rostigen Schrottkiste unterwegs, bastelt man sich nach und nach ein Gefährt zusammen, das seiner hochtrabenden Bezeichung gerecht wird. Hierzu setzten die Entwickler auf ein bewährtes, aber dem bisherigen Anschein nach gelungenes Upgrade-System, das uns nach und nach Eigenschaften wie das Fahrverhalten, die Motorenleistung, die Nitro-Menge und natürlich das Aussehen beeinflussen lässt.
Einerseits erledigt man für neue Ausrüstungsteile Aufgaben und erfüllt spezielle Herausforderungen (etwa die Eliminierung ausgewählter Gegner-Typen oder die Zerstörung einer bestimmten Menge spezieller Objekte in der Welt), andererseits sammelt man ausreichende Mengen von Altmetall, der Währung des Spiels. Zudem erweist sich die Karre mit entsprechender Bewaffnung als wahrer Kampf-Bolide, der den Gegnern etwa mit Flammenwerfern, mit Stacheln bestückten Felgen oder massiven Rammböcken ein brutales Ende bereitet. Gerade die teils riesigen Massenschlachten gegen große Gruppen an feindlichen Fahrzeugen sollen neben klassischeren Renn-Missionen dafür sorgen, dass man motiviert ist, seinen fahrbaren Untersatz immer weiter auszubauen.
Quelle: Warner Bros. Interactive
Mad Max erstmals angespielt: Mit dem Anti-Held durch das Ödland. (7)
Besonders die schon früh im Spiel an den Wagen angebrachte Harpune erweist sich als unterhaltsames und praktisches Allzweck-Utensil, mit dem wir nicht nur Feinde ausschalten, sondern etwa auch Gegenstände niederreißen oder versperrte Tore öffnen könnt. Auch das Sniper-Gewehr entpuppt sich als sinnvoller Helfer, wenn wir vor der Eroberung eines feindlichen Lagers schon vorher die feindlichen Linien ausdünnen wollen. Neben dem Magnus Opus lässt sich auch Max selbst immer weiter verbessern, sodass er zum Beispiel mehr Schaden aushalten und selbst härter austeilen oder seine Shotgun noch effektiver nutzen kann.
Hierfür steigen wir durch das Erfüllen vielfältiger, über die Spielwelt verteilter Herausforderungen im sogenannten Legenden-Rang immer weiter nach oben und schalten dadurch neue Upgrades frei. Zudem ist auch das Aussehen der Spielfigur nicht vorgegeben und lässt uns eine eigene Version des griesgrämigen Wüstenhelden zusammenstellen. Das ist insofern klug, da Max' Charakter – wie ja auch in den Film-Vorlagen, die ebenfalls primär von der bunten Nebenfiguren-Riege leben – ziemlich schwach gezeichnet daherkommt und man so seine eigene Vorstellung von Max auf den Protagonisten projizieren kann.
Wenig Neues im Wasteland
So rund und kompetent umgesetzt Mad Max auch wirkt, so routiniert wandert es auch auf den bekannten Open-World-Pfaden, wie man sie aus zahllosen anderen Spielen der letzten Jahre kennt. Auch hier suchen wir spezielle Aussichtspunkte (hier: Heißluftballons) auf, um verdeckte Missions-Icons auf der Karte freizuschalten. Auch hier erwartet uns dieselbe bunte Mischung aus Haupt- und Nebenmissionen. Der stärkere Fokus auf das Gameplay auf vier Rädern setzt das Abenteuer zwar von der Konkurrenz ab, dem bisherigen Anschein nach aber auch nicht in dem Maße, dass es sich völlig anders anfühlt.
Quelle: Warner Bros. Interactive
Mad Max erstmals angespielt: Mit dem Anti-Held durch das Ödland. (9)
Auch die für ein Open-World-Spiel auf den ersten Blick ungewöhnliche, im Rahmen der Lizenz aber passende Entscheidung, die Ressourcen des Helden zu limitieren, sorgt nur im Ansatz für ein anderes Spielgefühl: Zwar müssen wir Wasser, Benzin für unser Auto und Munition für die Schrotflinte rationieren, zumindest in der von uns gespielten Version gab es aber stets ausreichend Nachschub für alles, sobald wir ein Lager oder ein Banditen-Camp betraten. All das soll keineswegs als eklatanter Minuspunkt verstanden werden – wie gesagt, das Spiel macht seine Sache als Open-World-Game bisher sehr gut –, allerdings sollte man auch keine Genre-Innovation erwarten und das Spiel keinesfalls mit der Just Cause-Reihe vergleichen.
Wo Avalanches andere Spiele-Serie auf ein völlig überdrehtes, die Grenzen der Physik missachtendes Dauerfeuerwerk setzt, gibt sich Mad Max wesentlich geerdeter und konzentriert sich mehr auf eine ansprechende Narration. Auch die Spielwelt selbst dürfte, obgleich ebenfalls ordentlich groß, ein ganzes Stück übersichtlicher ausfallen als die jeweiligen Gegenstücke in den Insel-Abenteuern. Das eine herausragende Element, welches das Abenteuer auszeichnet, konnten wir bisher noch nicht ausmachen. Für viele dürfte aber natürlich schon die Mad Max-Lizenz Grund genug sein, sich auf den Titel zu freuen.
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Wo das Spiel qualitativ ebenfalls gerne noch ein Stück zulegen dürfte, ist der technische Aspekt. Aus künstlerischer Sicht überzeugt die Umsetzung des Wastelands zweifellos: Zwischen Sanddünen, vor sich hinrostenden Stahlgebilden und mühselig zusammengeschusterten Unterkünften für die postapokalyptischen Bewohner kommt viel Atmosphäre auf, nicht zuletzt dank der gut gelungenen Beleuchtung. Hinsichtlich der Qualität der Texturen und der vergleichsweise detailarmen Gestaltung einiger Objekte überzeugte die von uns gespielte PC-Fassung aber bisher nur bedingt. Die Betonung liegt freilich auf "bisher", denn bis zum Release im September ist es ja noch eine Weile hin.
