Lost Records: Bloom & Rage entführt mich in eine unbeschwerte Kindheit - Tape 1 macht Lust auf mehr

Test Matthias Dammes
Lost Records: Bloom & Rage entführt mich in eine unbeschwerte Kindheit - Tape 1 macht Lust auf mehr
Quelle: Don't Nod / PC Games

Lost Records: Bloom & Rage tritt im Test das Erbe von Life is Strange an und schickt Matthias auf einen Nostalgietrip in seine eigene Jugend.

Wie viele Adventures ist auch Lost Records: Bloom & Rage im Gameplay-Bereich eher leichte Kost. Aber mir hat gefallen, dass man mit Swanns Camcorder eine zusätzliche Komponente eingeführt hat, durch die man mit der Umgebung interagieren kann.

Ich schaue mich also in der Spielwelt wie gewohnt um und interagiere mit Gegenständen, wie ich es von Life is Strange gewohnt bin. Zusätzlich kann ich jederzeit die Kamera rausholen und verschiedenste Objekte filmen.

Dabei sammle ich Aufnahmen, die entweder zu Story-relevanten Filmchen zusammengeschnitten werden oder in diverse Collectible-Sammlungen einfließen. So filme ich meine Freundinnen, Vögel in der Natur und hübsche Landschaften. Danach habe ich im Spielmenü sogar rudimentäre Schnittmöglichkeiten. Ich kann bestimmen, welche Clips im finalen Video Verwendung finden und in welcher Reihenfolge. Das hat zwar keine Auswirkungen auf das eigentliche Geschehen im Spiel, ist aber eine nette Auflockerung.

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Ich mag die Dialoge in Lost Records

Apropos Auswirkungen: Die Dialoge spielen da eine wesentlich wichtigere Rolle. Oft habe ich zwei oder mehr Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Dabei kann es vorkommen, das gewisse Antworten erst sichtbar werden, wenn ich mein Gegenüber habe länger sprechen lassen. Oder sie hängen von anderen Gesprächen im Vorfeld ab. Mit meinen Entscheidungen verändere ich kleinere Details in der Story, ohne jedoch die grundlegende Handlung zu verändern.

Außerdem beeinflusse ich mit meinen Antworten die Beziehung von Swann zu den anderen drei Mädchen. Ich habe also direkten Einfluss, wie tief die Freundschaft mit meinen neu gewonnenen Freunden geht. Auch dadurch ändern sich im Verlauf der Handlung immer wieder einige Details, die meine Beziehung zu den anderen verdeutlichen. Dabei schafft es das Spiel, häufig subtil vorzugehen und mir nicht alles offensichtlich auf die Nase zu binden. So ist es hin und wieder auch von Vorteil, einfach mal die Klappe zu halten.

Autum, Swan, Kat und Nora im Wald. Quelle: Don't Nod Entertainment Das Spiel belohnt mich auch, wenn ich aufmerksam verfolge, was mir die anderen Charaktere erzählen. So konnte ich der älteren Autumn in einem der Abschnitte in der Gegenwart ihren Lieblingsdrink bestellen, nachdem ich diese Information von ihrem jüngeren Ich in einem anderen Abschnitt zuvor erfahren hatte. Diese immer wieder auftretenden Verbindungen gefallen mir sehr gut, weil sie mich motivieren, die Gespräche nicht nur über mich ergehen zu lassen, sondern mich aktiv mit dem Leben der vier Mädchen auseinanderzusetzen.

Der Geist von Life is Strange ist Stark in Lost Records

Ganz gut gefallen hat mir auch der grafische Stil des Spiels, der schon stark an eine Weiterentwicklung und mit noch mehr Details versehene Form der Optik von Life is Strange erinnert. Leider gab es in der von mir gespielten PS5-Version ein paar unschöne Textur-Nachlader, vor allem bei Szenenwechseln. Darüber hinaus habe ich in Sachen Bugs und Performance aber nichts zu beanstanden.

Es ist allgemein an vielen Ecken des Spiels die Handschrift der kreativen Köpfe hinter Life is Strange zu erkennen. Und das ist für mich definitiv etwas Gutes. Vor allem da sich die Entwickler im Vergleich zum für mich eher mittelmäßigen Life is Strange 2 wieder verbessert haben. Das bezieht sich vor allem auf die gute Erzählung und toll geschriebene Dialoge. Sie schaffen es auch, das letztes Jahr erschienene Double Exposure eher schlecht aussehen zu lassen.

Erstklassig ist auch wieder die tolle Musikuntermalung mit der typischen Mischung aus instrumentalen Klängen und thematisch passenden Songs. Um das zu genießen, gibt es auch wieder vereinzelt die bekannten Zen-Momente, wo sich Swann einfach hinsetzt und ich die Stimmung auf mich wirken lassen kann. Ich habe mich während meiner acht Stunden mit den vier Mädels also sehr wohl gefühlt. Ich freue mich sehr auf das zweite Tape und hoffe, dass die spannend aufgebaute Handlung dort zu einem gelungenen Abschluss findet.

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