Lords of the Fallen in der Vorschau: Der geistige Nachfolger von Legacy of Kain?

Special Daniel Link 26,99 €
Lords of the Fallen in der Vorschau: Der geistige Nachfolger von Legacy of Kain?
Quelle: CI Games

Nachdem Lords of the Fallen aus dem Jahr 2014 nicht allzu viele Spieler begeistern konnte, versucht es Publisher CI Games nun mit einem Reboot. Ob sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben, erfahrt ihr bei uns in der Vorschau.

Am wichtigsten für diese Art Spiel ist jedoch der Kampf beziehungsweise das allgemeine Gefühl beim Spielen. In Lords of the Fallen gibt es wie bereits erwähnt verschiedene Klassen sowie allerlei Waffen und Rüstungen. Das Kampfsystem wirkt auf den ersten Blick ziemlich robust. Es gibt sowohl leichte als auch schwere Angriffe, die sich zusätzlich noch miteinander kombinieren lassen, um unterschiedliche Kombos zu vollführen. Die Ausweichrolle ist ebenfalls mit von der Partie und abgerundet wird das Ganze noch durchs Blocken, beziehungsweise Parieren, wenn man einen Angriff im letzten Moment blockt.

Trifft man einen Gegner oft genug oder pariert seine Angriffe, wird eine separate Leiste geleert. Ist diese ganz leer, bringt man das Gegenüber entweder durch erneutes Parieren oder mit einem aufgeladenen schweren Angriff aus dem Gleichgewicht. Dadurch erzielt man einen garantierten kritischen Treffer. Die dazugehörige Animation ist hübsch anzusehen und richtet auch ziemlich guten Schaden an. Im Endeffekt war das jedoch nur ein weiteres Hilfsmittel in meinem Arsenal, mich durch das Spiel zu metzeln.

Zu einfach für ein Soulslike?

Denn: Wirklich schwierig war Lords of the Fallen während meiner Session nicht. So machte ich den ersten richtigen Boss bereits beim ersten Versuch fertig. Später fand ich dann heraus, dass man auch einen NPC hätte beschwören können, der einen im Kampf unterstützt.

Der Boss Pieta im Kampf. Quelle: CI Games Der zweite Boss kostete mich drei Versuche, doch da ich entweder eine Menge Schaden austeilte oder Bosse einfach nicht so viele Lebenspunkte besitzen, hat das auch nicht allzu viel Zeit gekostet.

Auch der letzte Boss aus meiner Playsession wirkte im ersten Moment nicht sonderlich herausfordernd und es lassen sich für diesen wohl gleich zwei unterstützende NPCs beschwören.

In Sachen Gegnerabwechslung konnte mich Lords of the Fallen zwar direkt überzeugen, doch sonderlich anspruchsvoll waren auch die normalen Widersacher zumindest zu Beginn nicht.

Gelegentlich sind Gegner mit einem Buff ausgestattet, der sie etwa unverwundbar macht. Den entfernt man jedoch recht leicht mit der getreuen Laterne und schlägt die Widersacher dann einfach zu Brei.

Mit all den Tools, die dem Spieler zur Verfügung stehen, wirkt Lords of the Fallen wie eines der einsteigerfreundlichsten Spiele im Genre.

Gutes Spiel, komische Designentscheidungen

Wenn ich mal gestorben bin, dann eher aufgrund von nervigen Designentscheidungen statt durch anspruchsvolle Kämpfe. Ich fand mich etwa schnell auf ein paar Holzplattformen wieder, die an der Seite eines Berges befestigt waren.

Einer der verstörenden Bosse aus Lords of the Fallen. Quelle: CI Games Überall versteckt lauerten Gegner, die mich bei Blickkontakt hinunterwerfen wollten. Die ersten paar Male war das noch recht spannend, doch spätestens nach dem sechsten Herunterschubser wollte ich nur noch in Ruhe gelassen werden.

Als ich dann doch in den Abgrund befördert wurde, rannte ich einfach durch sämtliche Gegnerhorden durch, da die meisten Feinde des Spiels schlichtweg nicht sonderlich viel drauf haben und daher getrost ignoriert werden können.

Auch die Kamera hatte ab und zu so ihre Probleme, wenn ich mal gegen mehrere Gegner gleichzeitig ran musste. Es war oft gar nicht so leicht, die Spielfigur dazu zu kriegen, das zu machen, was ich von ihr wollte.

In einem Spiel, in dem man im Kampf mehreren Sachen ausweichen muss, kann das unter Umständen für ein wenig Frust sorgen. In Bosskämpfen gab es diese Probleme zumindest nicht.

Weiterhin fühlte es sich an vielen Stellen einfach nicht so gut an, die eigene Spielfigur zu kontrollieren, wie in anderen Genrevertretern. Ich selbst präferiere hier definitiv den Kampf aus den From-Software-Titeln, da hinter jedem Angriff, hinter jeder Bewegung ordentlich Wucht steckt.

Die verschiedenen Animationen in Lords of the Fallen, vom Sprinten bis hin zu den Angriffen, sehen zwar so aus, als hätten sie ebenjene Wucht, doch wirklich gut rübergebracht wurde das nicht.

Beim Vorgänger störte mich vor allem, dass sich die Spielfigur fast schon wie ein Panzer steuerte. Das ist im neuen Lords of the Fallen definitiv nicht der Fall, doch vielleicht hat CI Games hier ein wenig überkorrigiert.

Das alles kann sich bis zum Release des Spiels jedoch noch ändern und vielleicht zieht der Schwierigkeitsgrad im späteren Spielverlauf ja noch ordentlich an. Mir wurde bereits erzählt, dass die Unterwelt zu einem wesentlich bedrohlicheren Ort wird und wieso sollte das mit dem Rest des Spiels nicht auch so sein.

Zwei Spieler im Kampf gegen einen Gegner. Quelle: CI Games Insgesamt spielte sich Lords of the Fallen wie ein weniger "wuchtiges" Dark Souls beziehungsweise Elden Ring. Dafür punktete der Titel jedoch mit anderen Dingen, wie den diversen Puzzles.

Weiterhin gibt es ein richtiges Koop-System, durch das man das komplette Spiel mit einem Freund an der Seite durchspielen kann, was viele Spieler in Elden Ring sehnlichst vermissten. Trotz der kleinen Probleme und dem fehlenden Rumms hinter vielen Aktionen machten die Kämpfe immer noch eine Menge Spaß.

Auf den ersten Blick wirkt Lords of the Fallen wie ein solider Neuzugang in dem beliebten Genre. Nachdem meine Session nach etwa zwei Stunden zu Ende gegangen war, wollte ich immer noch weiterspielen, was insgesamt für den Spaßfaktor des Spiels spricht. Der neue Titel von CI Games wird zwar nicht "das nächste" Elden Ring, doch Genre-Freunde und auch Neueinsteiger werden ihre Zeit mit Lords of the Fallen wahrscheinlich genießen können.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk