Life is Strange 2: Episode 2 "Rules" im Test

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Life is Strange 2: Episode 2 "Rules" im Test
Quelle: PC Games

Lange hat es gedauert, aber mit Episode 2 "Rules" geht die abenteuerliche Flucht von Sean und Daniel in Life is Strange 2 endlich weiter.

Die erste Kritik handelt sich die zweite Episode von Life is Strange 2 bereits ein, bevor wir auch nur eine einzige Minute gespielt haben. Die Entwickler von Dontnod Entertainment haben sich für die Fortsetzung der Geschichte rund um Sean und Daniel nämlich ziemlich viel Zeit gelassen. Ziemlich genau vier Monate nach dem Auftakt Ende September 2018 geht es jetzt endlich weiter. Das ist selbst für Verfechter des Episodenmodells viel zu lang und Wasser auf die Mühlen jener, die diese Form der Geschichtenerzählung ablehnen.

Episoden können genutzt werden, um durch Cliffhanger und eine gewisse Wartezeit wie bei TV-Serien ganz spezielle Spannung zu erzeugen. Mit dem Release-Rhythmus von 6-8 Wochen, den Dontnod bei der ersten Staffel ganz gut eingehalten hat, funktionierte das auch hervorragend. Je länger der Abstand zwischen einzelnen Episoden aber wird, umso mehr geht der gewünschte Effekt verloren. Nach vier Monaten ist die Wirkung des Endes der ersten Episode inzwischen völlig verpufft und man hat es noch deutlich schwerer sich überhaupt noch an die voran gegangenen Ereignisse zu erinnern. Für die noch ausstehenden drei Kapitel können die Entwickler das Tempo gerne wieder erhöhen.

Captain Spirit

Für Sean und Daniel ist unterdessen nämlich auch nur etwas mehr als ein Monat vergangen. Nach ihrer dramatischen Flucht aus Seattle Ende Oktober hat inzwischen der Winter an der Westküste der USA Einzug gehalten. Episode 2 setzt am 1. Dezember wieder ein. Die beiden Brüder haben in einer abgeschiedenen und verlassenen Waldhütte Zuflucht gefunden. Seit einigen Wochen haaren die Beiden hier inzwischen aus und genießen den bescheidenen Luxus eines Daches über ihren Köpfen.

Chris aka Captain Spirit und Daniel werden schnell Freunde. Quelle: PC Games Chris aka Captain Spirit und Daniel werden schnell Freunde. Außerdem können sie hier in der verschneiten Umgebung ungestört trainieren. Nachdem Daniel seine besonderen Kräfte entdeckt hat, versucht er diese nun mit Hilfe seines älteren Bruders zu kontrollieren. Schritt für Schritt wagt er sich an immer größere Objekte, die er mit Hilfe seiner Gedanken zum Schweben bringt. Schließlich sind die Brüder jedoch gezwungen wieder weiter zu ziehen. Ihre weitere Reise verschlägt sie nach Beaver Creek, zu ihren Großeltern, den Eltern ihrer Mutter, die sie kurz nach der Geburt von Daniel verlassen hat.

Hier treffen Sean und Daniel auch auf Chris Eriksen, den wir bereits als Captain Spirit im kostenlosen Prolog Die fantastischen Abenteuer von Captain Spirit kennen gelernt haben. Von diesem importiert Episode 2 automatisch den Spielstand, wenn das Spiel einen finden kann, und lässt eure Entscheidungen einfließen. So wirken sich die Wahl von Chris' Rüstung und einige Aktionen in und um das Haus auf die Begegnung in Episode 2 aus. In Beaver Creek treffen wir interessante neue Charaktere wie die Straßenmusikerin Cassidy, die aber vermutlich leider nur eine flüchtige Bekanntschaft während unserer Reise bleibt. Quelle: PC Games In Beaver Creek treffen wir interessante neue Charaktere wie die Straßenmusikerin Cassidy, die aber vermutlich leider nur eine flüchtige Bekanntschaft während unserer Reise bleibt.

Gemächliches Erkunden

Im Vordergrund der Episode stehen Daniel und seine Superkraft. Wie geht ihr mit dieser mysteriösen Fähigkeit um? Sean hat einige Regeln aufgestellt, um Daniels Kräfte geheim zu halten. Die Verlockungen sind für einen neunjährigen doch sehr groß. Entsprechend müsst ihr als Spieler mit Worten und Taten ein gutes Vorbild geben. Es wird in Episode 2 bereits deutlich, wie die Handlungen des Spielers Einfluss auf die Entscheidungen beschränken sich nicht nur auf wichtige Momente in Dialogen. Auch kleine Aktionen, wie ein Anruf bei der besten Freundin, können schwerwiegende Folgen haben. Quelle: PC Games Entscheidungen beschränken sich nicht nur auf wichtige Momente in Dialogen. Auch kleine Aktionen, wie ein Anruf bei der besten Freundin, können schwerwiegende Folgen haben. Charakterentwicklung von Daniel haben. So konnten wir ihm zum Beispiel das Fluchen abgewöhnen. Auch wie stark wir Daniel dazu drängen seine Kraft geheim zu halten, hat am Ende der Episode bereits deutliche Konsequenzen.

Das zweite Kapitel verfügt wieder über erfreulich viele frei erkundbare Gebiete. In vielen der abwechslungsreichen Umgebungen gibt es Unmengen an Details zu entdecken, die häufig auch Interaktionen mit dem kleinen Bruder beinhalten. Dadurch gewinnt die Story aber während der gesamten Episode auch wenig an Fahrt. Das Gefühl auf einer dramatischen Flucht zu sein, stellt sich bis auf die letzten Sequenzen des Spiels nie wirklich ein. So vermissten wir diesmal auch knifflige und moralisch schwierige Entscheidungen, wie sie der Drang zu Überleben in der ersten Episode zum Beispiel im Supermarkt erzeugt hat.

Insgesamt kann die zweite Episode an den guten Auftakt anknüpfen, ohne jedoch groß hervor zu stechen. Nach der langen Wartezeit hätte das Kapitel gern etwas mehr bieten können. Mit rund dreieinhalb Stunden Spielzeit bewegt sich die Episode auf durchschnittlichem Life-is-Strange-Niveau. Der dritte Abschnitt lässt hoffentlich nicht so lange auf sich warten.

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 Life is Strange 2: Episode 1 "Roads" im Test
  2. Seite 2 Life is Strange 2: Episode 2 "Rules" im Test
  3. Seite 3 Life is Strange 2: Episode 3 "Wastelands" im Test
  4. Seite 4 Life is Strange 2 im Test: Episode 4 "Faith" im Check
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