Let's build a Zoo im Test: Verrückte Tiere, Management und Chaos - Seite 2
Test
In Let's build a Zoo bauen wir uns, wer hätte es gedacht, unseren eigenen Zoo! Wie gut sich die knuffige Tierpark-Simulation schlägt, verraten wir im Test.
Ein Hotdog kann so aus billigstem Ekel-Fleisch oder einem Gourmet-Steak hergestellt werden. Neben dem Hauptinhaltsstoff kann man auch die Gewürze anpassen, bei denen man aber aufpassen muss, dass es den Kunden noch schmeckt, sonst kaufen sie es nicht mehr. Aber wie immer gilt auch hier: Man kann es nicht allen recht machen. Und immer wieder verlassen Kunden den Zoo, auch wenn es allen anderen gut gefallen hat - Geschmäcker von NPCs sind halt verschieden.
Grundsätzlich ist die Beschaffung von Geld aber kein wirklich großes Problem. Besonders am Anfang wird man mit Bonuszahlungen für kleine Erfolge überschüttet, was es relativ leichtmacht, den Zoo aufzubauen.+
In diesem Artikel
Der Kunde ist König
Quelle: PCGames
Neben den Gehegen ist eine Auswahl an Essens- und Getränkeständen wichtig, um einen schönen Aufenthalt garantieren zu können.
Und der Besucher weiß, dass er König ist. Und fordert die ganze Zeit verschiedene Neuerungen. Natürlich ist und bleibt das Hauptaugenmerk des Zoos auf den verschiedenen Gehegen. Das reicht aber nicht. Geschenkläden, Getränkeautomaten und Essenstände sollen dem Besucher das Geld aus der Tasche... ich meine natürlich, sollen dem Besucher einen schönen Aufenthalt im Zoo bescheren.
Es braucht natürlich noch Toiletten, Mülleimer, Sitzgelegenheiten, schöne Dekorationen, Bäume und eine ausreichende Beleuchtung, sonst verlassen die Besucher den Zoo schlagartig, aber nicht ohne sich davor noch einmal zu beschweren. Allgemein wird man über den Gemütszustand der Besucher in Form von diversen Smileys informiert, die wohl eigentlich helfen sollen, aber oftmals eher verwirren.
Natürlich muss man alles freischalten
Man hat von Anfang an erstmal recht wenig verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Abhilfe schafft hier das Forschungszentrum. In diesem befindet sich eine Art Talentsystem, über das man durch sich langsam generierende Forschungspunkte Updates freigeschalten kann. Das gewährt einem nach und nach die Möglichkeit, den Zoo nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - inklusive Läden, Dekorationen und sogar bis hin zu einzelnen Bodenbelägen.
Moralisch oder unmoralisch, das ist hier die Frage
Quelle: PC Games
Auf dem Bauernhof können Lebensmittel für die eigenen Tierchen angebaut werden. Dazu braucht man Felder, einen Bauernhof und Erntemaschinen.
Neben den eigentlichen Aufgaben eines Zoodirektors stellt sich noch eine große Frage: Wie wichtig ist einem die Moral? Denn oft stellt einen das Spiel vor Entscheidungen, welche die eigene Moral auf den Prüfstand stellen.
Entscheidet man sich für die unmoralische Lösung, hat man zum Beispiel die Möglichkeit, eine Ente anzumalen und diese als Pfau auszugeben, ein Klärwerk zu bauen, dort das Abwasser zu filtern und dieses dann den Besuchern als Getränke zu verkaufen und noch so einiges mehr. Wie gut das Ganze bei den Gästen ankommt, sei mal dahingestellt.
Entscheidet man sich allerdings für den moralisch richtigen Weg, hat man unter anderem die Möglichkeit, die Nahrungsmittel für die Tiere selbst anzubauen, Müll zu recyceln oder Tiere in Not zu retten. Beide Möglichkeiten geben verschiedene Boni. Immer wieder wird man vor Entscheidungen gestellt, die Einfluss auf das Spiel haben.
So wird sogar das Corona-Virus in diesem Spiel als Teil einer moralischen Entscheidung eingebunden. Ein Tier ist erkrankt, möchte man es töten oder riskiert man lieber, dass aufgrund der Krankheit weniger Besucher kommen und lässt das Tier leben?
Man sollte sich von Anfang an entscheiden, welchen Weg man einschlagen möchte, da die beiden Wege verschiedene Boni freischalten. Mischt man seine Entscheidungen bleibt die Moral aber neutral und man bekommt keinerlei Belohnungen für das Verhalten.
Ökologisches Denken und Unabhängigkeit
Quelle: PC Games
In regelmäßigen Abständen gibt es eine Zoobilanz, die einem einen Wochenüberblick liefert.
Ökologisches Denken wird immer wichtiger. Und das nicht nur im echten Leben, sondern auch in Let's build a Zoo. Am Ende jeder Woche hat man eine Ökobilanz, die einem anzeigt, wie viele Ressourcen man verbraucht hat, woher man diese hat und wie viel das kostet. Je ökologischer der Zoo, umso besser kommt er in den Medien an und die Bewertungen werden positiver, was natürlich auch mehr Besucher anzieht.
Man hat zudem die Möglichkeit Windräder zu bauen, um Strom zu erzeugen und Wassertürme zu bauen, um die Versorgung der Tiere durch die eigenen Erzeugnisse zu decken. Auch der Methanausstoß der Tiere wirkt sich negativ auf die Umweltbilanz aus, was aber durch ein Upgrade verschiedener Einrichtungen reduziert werden kann. Und das alles für ein paar positive Artikel in den örtlichen Zeitungen und zufriedenere Kundschaft.
Mal wieder Fehler
Bugs sind eigentlich kein großes Problem in dem Spiel. Das Spiel nimmt aber durch einen Fehler einen Spielaspekt fast komplett raus: Geld verdienen. Die Eintrittspreise sind laut den Besuchern immer zu niedrig und sie machen sich sogar über die geringen Kosten lustig.
Selbst, wenn wir den Preis bis zum Anschlag hochdrehen, kaufen die Besucher immer noch die Karten. Damit nimmt einem das Spiel die Möglichkeiten die Finanzen auf die jeweiligen Situationen anzupassen.
Außerdem sind die Übersetzungen eine unbeabsichtigte Belustigung. Zwar sind die verschiedenen Quests verständlich, sorgen aber teilweise für ein Schmunzeln oder Kopfschütteln. So wird man zum Beispiel aufgefordert "1 Wasserschweins" oder "1 Hases" für Forschungszwecke zu spenden.
Was kann man von dem Spiel erwarten
Quelle: PC Games
Smileys sollen vermutlich helfen, die Stimmungslage im Tierpark besser einschätzen zu können. Sie stiften aber auch viel Verwirrung.
Das Spiel beschert einem viele Stunden Spaß und immer wieder kleine Erfolgserlebnisse, wenn man beispielsweise neue Tiere oder neue Untergruppen einer Tierart bekommt. Außerdem darf man sich richtig austoben, denn der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt und das nicht nur bei der Gestaltung des Zoos, sondern auch bei der Mischung der verschiedenen Tiere.
Allgemein ist das Gewusel auf dem Bildschirm nett anzusehen, auch wenn es manchmal wie absolutes Chaos wirkt, über das man nur schwer den Überblick behalten kann. Denn für den perfekten Zoo gibt es jede Menge Dinge, auf die permanent geachtet werden muss - von der Wasserversorgung über die Mitarbeiter bis zu den Gehegen.
Und je größer der Tierpark wird, desto schwieriger wird es naturgemäß. So entwickelt sich das ruhige Leben eines Zoodirektors schnell zur chaotischen Aufgabe, die eher an einen Zirkus, denn einen Tiergarten erinnert.
