Legend of Keepers im Test: Dungeon Keeper meets Darkest Dungeon
Test
Mit Legends of Keepers erwartet euch ein Management-Roguelite, bei dem ihr einmal die Seite wechseln und für die Bösen in die Schlacht ziehen könnt. Als Dungeon Master versucht ihr, Helden davon abzuhalten, euren Schatz zu stehlen. Was ihr vom Roguelite-Dungeon-Manager erwarten könnt, verraten wir euch in unserem Test.
Nachdem die Dungeon-Keeper-Neuauflage für Smartphones die Fans nicht begeistern konnte, haben wir lange darauf gewartet, mal wieder in die Rolle des Bösen schlüpfen und einen Dungeon verwalten zu dürfen. Mit Legend of Keepers ist dieser Moment endlich gekommen. Wir sind der Herr der Dungeons und haben die Aufgabe, die wackeren Helden davon abzuhalten, unser Gold zu stehlen. Wir konnten in die Early-Access-Phase des Spiels hineinschauen und erzählen euch unsere Eindrücke zum Roguelite-Dungeon-Managers.
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Zwischen Darkest Dungeon und Dungeon Keeper
Goblinz Studio orientiert sich bezüglich des Spielprinzips am erfolgreichen Darkest Dungeon. Dort führt man eine Gruppe von Helden in Dungeons, um mächtige Items und Reichtum zu ergattern und Gegner zu besiegen. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und die Helden und Monster besitzen jeweils eine Aktion pro Runde. In Legend of Keepers (jetzt kaufen 34,99 € ) kontrolliert ihr nun die Monster anstatt die Helden.
Gespielt wird aus der 2D-Seitenperspektive und die bis auf die Aufstellung der Monster und das Platzieren der Fallen kann der Spieler den Aufbau des Dungeons nicht großartig verändern. Man kann also nur entscheiden, in welchen Räumen man welche Monster und Fallen platzieren möchte. Dabei ist vorgegeben, welcher Raum für Monster und welcher für Fallen bestimmt ist. Hier hätten wir uns gewünscht, dass man wenigstens die Reihenfolge der Räume selbst bestimmen kann. Durch die Vorgaben wird die strategische Freiheit stark eingeschränkt.
Der Dungeon Master und seine Aufgaben
Quelle: PC Games
Jede Woche als Verwalter des Dungeons habt ihr verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Ihr habt die Aufgabe welche der Aufgaben ihr angehen möchtet. Allerdings könnt ihr nur eine Aufgabe pro Woche wählen.
Zu Beginn wählt ihr einen Dungeon Master aus. Wenn alle eure Fallen und Monster von den "Guten" besiegt und überwunden wurden, ist euer Dungeon Master die finale Prüfung. Neben Kämpfen verbringt man viel Zeit mit dem Managen des Dungeons. Als Verwalter habt ihr unterschiedliche Aufgabenbereiche. Neben dem Abwehren von Helden müsst ihr euch um die Monster kümmern, euren Dungeon Master fit halten, Raubzüge unternehmen, Steuereintreiber abwimmeln und vieles mehr. Euch erwarten auch sich auch zufällige Ereignisse, die euch schaden können, indem sie euch verletzen oder eure Monster außer Gefecht setzen. Allerdings gibt es auch positive Ereignisse, die etwa euren Reichtum erhöhen oder euch seltene Artefakte gewähren. Diese Artefakte können unterschiedliche Effekte haben. Sie sind dauerhaft aktiv und bieten passive Boni auf Monster, Gegner, Fallen und andere Dinge. Zum Beispiel kann ein Artefakt den Schaden von Fallen erhöhen, ein anderes erhöht das Einkommen durch eine erfolgreichen Verteidigung. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen, zwischen denen sich der Spieler entscheiden kann. Das führt dazu, dass der Job des Dungeon Masters viel Abwechslung bietet und nicht langweilig wird.
Diese Tatsache spiegelt sich auch in der Art und Weise wider, wie ihr die Helden besiegen könnt. Entweder ihr vernichtet eure Widersacher, indem ihr die Trefferpunkte auf null reduziert, oder ihr brecht ihre Moral und treibt sie zur Flucht aus eurem Reich.
Monster, Fallen und Schadenstypen
Quelle: PC Games
In dieser Übersicht wird aufgezeigt, welche Monster euch zur Verfügung stehen und in welchem Raum sie aktuell stationiert sind. Zusätzlich kann das Motivationslevel der Monster eingesehen werden. Wenn ein Monster ein niedriges Motivationslevel hat, kann es sich in der Garnison erholen.
Die unterschiedlichen Monstertypen und Varianten von Fallen besitzen jeweils eine bestimmte Schadenart. Diese Schadensarten sind wichtig, weil die gegnerischen Helden unterschiedliche Resistenzwerte besitzen. Man muss also im Blick haben, welche Helden gegen welchen Schadenstyp schwach sind. So kann der Gegnerische Held, der schwach gegen Eisschaden ist, wenig überraschend mit Monstern besiegt werden, die Eisattacken nutzen. Da die Monster ebenfalls Resistenzwerte haben, muss der Spieler doppelt achtgeben, welche Einheit in welchem Aufeinandertreffen Sinn ergibt. Zwischen den Räumen mit Fallen und Monstern befinden sich Räume, in denen der Spieler Effekte und Fähigkeiten auswählen kann, die entweder auf die eigenen Monster oder die gegnerischen Helden angewendet werden. Bei der Aufstellung der Monster spielen ihre Fähigkeiten eine große Rolle. Jede Fähigkeit hat einen festgelegten Wirkungsbereich. Somit kann beispielweise ein Nahkämpfer nur den vordersten Gegner treffen, während Fernkampf-Fähigkeiten oder Zauber hintere oder sogar mehrere Positionen treffen können.
Quelle: PC Games
Die Monster und Helden haben je nach Level bis zu drei Fähigkeiten zur Verfügung, die sie während eines Kampfes wirken können.
Neben direkten Treffern, die euch das Fieslingsleben schwer machen, können Einheiten auch dauerhaft jede Runde Schaden erleiden. Das geschieht etwa durch Blutungsschaden, Frostbeulen, Giftschaden oder Feuerschaden. Wirkt man zwei Attacken hintereinander, die beim Gegner Blutungsschaden verursachen, addieren sich die Runden und der Schaden, der pro Runde gewirkt wird. Fallen können die Helden ebenfalls mit dauerhaftem Schaden treffen. Manche Charaktere wirken Bonusschaden, wenn sich ein bestimmter dauerhafter Schaden auf einem Gegner befindet. Dadurch offenbaren sich noch mehr taktische Möglichkeiten. Je mehr Einheitentypen man sammelt, desto größer werden die Aufstellungsmöglichkeiten. Man kann einen Raum nur mit Monstern bestücken, die Giftschaden anrichten, oder man stellt den Helden eine Horde von Eismonstern entgegen.
Progression und Monstermanagement
Wenn eines der uns untergebenen Monster das Zeitliche segnet, verliert es zwei Motivationspunkte. Wie viele Motivationspunkte ein Monster zur Verfügung hat, hängt vom Typ des Monsters ab. Fällt die Motivation auf null, fällt es für kurze Zeit aus und kann nicht aufgestellt werden. Die Garnison ist der Erholungsort für unmotivierte Monster und regeneriert Motivation über mehrere Runden. Sind zu viele Monster in der Garnison oder fallen aus, muss man den Dungeon mit weniger Monstern bestücken. Dadurch hat man einen großen Nachteil und die Gefahr, dass die Helden den Dungeon beenden, ist größer. Wie in der realen Arbeitswelt sollte man also darauf achten, dass die Angestellten vollends zufrieden sind, ansonsten geht die eigene Firma oder in dem Fall der eigene Dungeon irgendwann in die Brüche.
Quelle: PC Games
Mit den gesammelten Erfahrungspunkten levelt ihr eure Dungeon-Master auf, damit sie gegen die anstürmenden Horden von Helden bestehen können.
Wenn man ohne eine Niederlage ein virtuelles Jahr überlebt hat, werden sehr starke Helden versuchen, den eigenen Dungeon zu erkunden. Diese nennen sich Champions. Die Chance, hierbei zu verlieren, ist also am höchsten. Sollte man jedoch die Champions besiegen, kommt man ins zweite Jahr. Dort kommen mehr Möglichkeiten, Räume und Monster hinzu. Sollte man drei Jahre durchhalten, hat man einen Durchlauf erfolgreich absolviert und man bekommt noch einmal mehr Erfahrungspunkte. Wenn man bei einem solchen Durchlauf sterben sollte, sammelt man dennoch Erfahrungspunkte. Mit diesen kann der Dungeon Master aufgelevelt werden. Dadurch können die Monster, aber auch der Dungeon Master selber, Boni und bestimmte Statuseffekte erhalten. In unserem Durchlauf beispielsweise hatte der Dungeon Master eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, für gefallene Monster einen Schadensbonus zu bekommen. Je höher der Level des Dungeon Masters, desto höher die Chance, einen Durchlauf erfolgreich abzuschließen.
Wir hatten allerdings das Gefühl, dass das Aufleveln nur wenig Einfluss auf das Spielgeschehen hatte. Zudem schienen die Durchläufe in ihrer Schwierigkeit zu extrem zu variieren. Beispielsweise haben wir alle drei Jahre im allerersten Durchlauf absolvieren können, aber im zweiten Anlauf scheiterten wir an viel zu starken Champions, obwohl unser Dungeon-Master nicht mehr Level 1, sondern Level 10 war. Wie bei Roguelikes üblich ist euer Erfolg also vom Zufall und eurem Glück abhängig und nicht nur von eurem Können. Das kann äußerst frustrierend sein.
