LeetDesk: Nur für Pro-Gamer? Höhenverstellbarer Gaming-Tisch im Langzeittest
Special
Sinnvolle Erweiterung für das heimische Arbeits- und Zockerzimmer oder sündhaft teurer Schnickschnack, den keiner braucht? Wir haben den elektrisch höhenverstellbaren Gaming-Tisch von LeetDesk einem Langzeittest unterzogen und berichten euch von unseren Erfahrungen mit dem Büromöbel.
Wer Zuhause viel Zeit vor dem PC verbringt - egal ob nun beruflich im Home-Office oder zum Zocken - wird sich über kurz oder lang mit den Themen Komfort, Praktikabilität und Gesundheit im Hinblick auf das heimische Setup auseinandersetzen (müssen). Denn je mehr Stunden man vor dem PC verbringt, desto größer ist die körperliche Belastung. Ein guter Bürostuhl oder Gaming-Seat ist da fast schon Pflicht. Noch besser ist es, einen ergonomischen Schreibtisch zu haben, der zudem das Arbeiten/Zocken im Stehen ermöglicht und euch nicht dazu verdammt, lange Zeit am Stück zu sitzen. Solche höhenverstellbare Gaming-Tische erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sind in der Regel aber nicht günstig. Einfache (nicht elektrische) Gaming-Tische, die sich in der Höhe verstellen lassen, gibt es schon für weniger als 200 Euro, während man für High-End-Geräte einen annähernd vierstelligen Betrag auf den Tisch legen muss. Wir haben uns gefragt: lohnt sich die Anschaffung eines solchen Produkts und wie viel Geld muss man bereit sein, dafür auszugeben? Wir haben uns daher einen LeetDesk-Gaming-Tisch im Rahmen eines Langzeittests ausführlich angeschaut. Dieses Produkt stammt vom gleichnamigen noch recht jungen deutsche Start-up-Unternehmen LeetDesk, das sich auf die Herstellung von hochwertigen, elektrisch höhenverstellbaren Gaming-Tischen spezialisiert hat.
Quelle: LeetDesk
Ein LeetDesk Pro in Leet Orange.
Die Qual der (Tisch-)Wahl: Viele Varianten und Ausstattungsoptionen
Alles beginnt mit dem LeetDesk-Konfigurator auf der Homepage der Firma, der euch dabei hilft, herauszufinden, welcher Gaming-Tisch für euch der richtige ist. Zur Wahl stehen zwei Größen: 140x70 cm und die 50 Euro teurere Variante mit 160x80 cm. Für welchen der beiden verfügbaren Stile (Classic oder Pro) ihr euch entscheidet, ist Geschmackssache und wirkt sich nicht auf den Gesamtpreis aus. Die Pro-Variante bietet eine 15 cm tiefe Aussparung, die euch erlaubt, näher an den Tisch zu rücken. Den LeetDesk gibt es in vier Farbvarianten (schwarz, orange, rot und weiß), wobei der Unterschied nur bei der Farbgebung des Tischaußenbandes sichtbar ist.
Quelle: LeetDesk
LeetDesk: Die vier Farbvarianten (Shadowblack, Leet Orange, Crosshair Red und Flashbang White) im Überblick
Alle farblichen Varianten kosten das Gleiche. Einen großen finanziellen Unterschied gibt es hingegen bei der Wahl der (in beiden Optionen) schwarzen Tischoberfläche. Hier könnt ihr einen sogenannten Ghost-Touch-Belag wählen. Das ist eine hochwertige, nicht reflektierende Oberfläche, auf der ihr auch mit schwitzigen Händen keine bleibenden Fingerabdrücke hinterlasst. Das ist ein cooles Feature, schlägt aber mit 100 Euro Aufpreis zu Buche. In der günstigsten Variante mit 140x70 cm Größe und Standardoberfläche kostet der LeetDesk 549,95 Euro. Die größere Version mit Ghost-Touch-Belag kostet nicht ganz 700 Euro. Zusätzlich dazu bietet euch LeetDesk drei nützliche Erweiterungen: einen unter dem Tisch montierbaren PC-Halter (54,95 Euro), einen Kabelkanal (49,95 Euro) und eine Monitorhalterung (44,95 Euro). In der absoluten Top-Ausstattung mit allem Drum und Dran kostet der Leet Desk also knapp 850 Euro. Wer mehr als eine Monitorhalterung für einen Dual- oder Triple-Screen-Betrieb braucht, muss natürlich noch mehr ausgeben. Alles in allem schon ein sehr stolzer Preis. Wir haben für unseren Test einen LeetDesk in der genannten Top-Ausstattung mit allen Extras gewählt.
Der Aufbau: Handwerker vor!
Der Leet Desk (mit allen Zusatzoptionen) kam bei uns in vier Kisten an, die Tischplatte separat auf einer Palette. Die Verpackung war zweckgemäß und hinterließ nicht mehr Verpackungsmüll als nötig. Alle gelieferten Teile waren absolut hochwertig verarbeitet und sorgten so für einen sehr guten Ersteindruck. Der Aufbau, der in einer mehrseitigen Anleitung erklärt wird (gibt's auch als Download auf der LeetDesk-Homepage), erscheint auf den ersten Blick nicht wahnsinnig kompliziert, hat aber seine Tücken, wenn man nicht mit handwerklichem Geschick gesegnet ist. Zudem sind manche Schritte nicht optimal in der Anleitung erklärt oder stimmen nicht immer ganz mit dem realen Teilen überein, die man vor sich hat. Auf Nachfrage hat uns der Hersteller darüber informiert, dass man an einer neuen, überarbeiteten Fassung der Anleitung arbeitet. Positiv: die benötigten Bohrungen auf der Unterseite der Tischplatte waren alle vorhanden und an der richtigen Stelle. Die Herstelleraussage, dass zusätzlich zu den Hilfsmitteln im Lieferumfang nur ein Kreuzschlitzschraubenzieher benötigt wird, ist daher grundsätzlich richtig. Ohne einen Akkuschrauber hätten wir aber dennoch verzweifelt. Wie lange der Aufbau dauert, hängt ein wenig von eurem handwerklichen Geschick ab. Die vom Hersteller angegebenen 30 bis 60 Minuten halten wir für etwas zu optimistisch, länger als zwei Stunden solltet ihr aber auch dann nicht benötigten, wenn ihr noch das optionale Zubehör (PC-Halter, Monitorhalterung und Kabelkanal) aufbauen müsst.
Quelle: LeetDesk
Ein LeetDesk Pro in Leet Orange mit allem Zubehör. durch den PC-Halter ist auch ein Betrieb von drei Monitoren kein Problem.
Apropos Zubehör: Die Monitorhalterung ist zwar eine sinnvolle Erweiterung, aber auch diejenige, auf die ihr bei knapper Kasse am ehesten verzichten könnt. Der Kabelkanal hingegen ist ein Pflichtkauf, weil sich dadurch ein drohendes Kabelgewirr vermeiden lässt. Das Einzige, was ihr dann beachten müsst, ist die ausreichende Kabellänge der Steckerleiste, die ihr im Kanal verstecken wollt.
Quelle: PC Games
Die komplette LeetDesk-Lieferung mit vier Kisten und einer Palette (Tischplatte).
Der einstellbare PC-Halter (max. Höhe 50 cm, max. Breite 25 cm und max. Tiefe 60 cm) stellt grundsätzlich eine sehr sinnige Zusatzinvestition dar. Bevor ihr diesen kauft, müsst ihr aber sehr gut ausmessen, ob euer Tower da auch wirklich Platz findet. Bei unserem Test-Setup war das Gehäuse um einen Zentimeter höher als die Halterung dies zulässt. Darüber hinaus befindet sich der Ein- und Ausschalter auf unserem Gerät auf der Oberseite, wodurch wir sogar zwei bis drei Zentimeter mehr Spiel nach oben gebraucht hätten. Findige Handwerker finden dafür bestimmt eine Lösung, allzu viel Platz nach unten hat man aber nicht, sonst würde der PC-Halter bei der niedrigsten Tischeinstellung den Boden berühren. Weil die Breite des PC-Halters variabel ist, gibt es zudem keine Vorbohrungen für dessen Installation. Wer versucht die Schrauben für dieses Teil nur mit einem Kreuzschlitzschraubenzieher in die Tischplatte zu drehen, ist zum Scheitern verurteilt. Uns ist das jedenfalls nicht gelungen.
Zocken im Stehen? Warum nicht!
Quelle: PC Games
Unser fertiges Setup. Die Verkabelung ist noch nicht optimiert.
Habt ihr den Aufbau hinter euch gebracht, benötigt ihr Hilfe beim Umdrehen des LeetDesk, denn das gute Stück ist ganz schön schwer. Optisch macht das fertige Büromöbel dank der durchgehend hochwertigen Verarbeitung richtig was her. Das von uns zum Test gewählte Farbschema (Crosshair Red) sieht richtig edel aus. Die elektrische Höheneinstellung funktioniert dank zweier synchron arbeitender Motoren in den Tischbeinen völlig problemlos und ist auch recht geräuscharm. Die minimale Höhe der Tischplatte beträgt ca. 64 cm, die maximale Höhe (welche in wenigen Sekunden erreicht wird) liegt bei 1,28 m. Selbst großgewachsene Menschen können so im Stehen problemlos und komfortabel arbeiten/zocken. Eine Memory-Funktion mit drei programmierbaren Einstellungen sorgt dafür, dass ihr euch die optimalen Einstellungen für eure Bedürfnisse nicht merken müsst. Die Ersteinrichtung des Geräts ist problemlos und während des gesamten Tests funktionierte der LeetDesk stets einwandfrei.
Am Ende haben wir noch einen Hinweis in eigener Sache für euch: Die Kollegen von unserer Schwester-Webseite PCGH veranstalten vom 7. bis 16. Mai die Cyber Week Spring Edition. Hersteller LeetDesk nimmt daran auch Teil und bietet verschiedene Varianten des Gaming-Tischs mit einem Rabatt von 10% an. Falls ihr daran Interesse habt, geht's hier zu den Angeboten!
