KI-NPCs sind die Zukunft des Gamings: kein Weg mehr zurück
Special
Warum die KI von Inworld das Gaming revolutionieren könnte, klären wir in diesem Bericht.
In den Kinderschuhen
Und trotzdem ist die Sache nicht ganz ausgegoren - im Interview fängt Oscar an zu lachen, als Brian von den frustrierenden Momenten erzählt, als die KI ihn einfach nicht verstanden hat und er das gesamte Büro förmlich zusammenbrüllte. Denn so einfach ist das mit der Stimmerkennung bei KI nicht, vor allem wenn man einen Akzent oder Dialekt hat und nicht sauberstes Oxford-Englisch spricht. Bei anderen Sprachen sind KIs in Spielen zudem noch gar nicht so weit, dass sie eine Alternative darstellten.
Das kann dann zu lustigen Momenten führen, in der die KI schnippisch auf Missverständnisse reagiert: Statt "Gather Cygnite" (eine Ressource im Spiel) verstand der persönliche NPC-Assistent "Gather the sea tonight" also "sammle mir die See heute Nacht" und fragte den Lead Programmer, ob er wirklich erwarte, dass sie mit einem Eimer vor- und zurückgehen sollte, um ihm den gesamten Ozean heranzuschaffen.
Uns erging es ähnlich und wir bekamen einen hämischen Spruch darüber ab, warum wir jetzt über Frühstücksflocken philosophieren wollen, wenn es klar etwas Besseres zu tun gäbe.
Grundsätzlich funktioniert das System aber erstaunlich gut und die Gespräche machen deutlich mehr Spaß, als dem Hauptcharakter zu lauschen, dessen Stimme im ausgeschalteten KI-Modus zu hören ist. Nicht etwa, weil die Vertonung nicht geglückt ist, sondern weil man vor dem Bildschirm endlich mal Tacheles mit den Ingame-Charakteren reden kann.
Quelle: PC Games
Versteht einen die KI in Cygnus Enterprises falsch, bekommt man schon mal einen schnippischen Spruch an den Kopf geworfen.
Natürlich will aber nicht jeder vor seinem Rechner sitzen und labern, sondern eine Story auch einfach mal in sich aufnehmen und genießen. Gerade deswegen sind künstliche Intelligenzen, die Gespräche generativ erstellen, auch bei Weitem nicht für jedes Spiel geeignet.
Ein ARPG in dem man seinen persönlichen Assistenten dauerhaft ausfragen kann: warum nicht? Ein Story-Spiel, dass von seinen Dialogen lebt und mir ein paar Emotionen näherbringen soll, ist hingegen eher ungeeignet.
Neue Technik, altes Problem
Im Grunde verhält es sich mit dem Tool ähnlich wie mit prozedural generierten Levels - es kann funktionieren, wird aber nie mit einer selbst gebauten Welt mithalten. Vielleicht nehmen manche Entwickler es als Grundlage, um darauf aufbauend etwas Eigenes zu kreieren - aber Grafik- und Leveldesigner sind trotzdem noch da und das Prädikat "handgemacht" durchaus etwas wert.
Oscar Lopez glaubt, dass KI irgendwann genau zu diesem Werkzeug wird: "Es gibt Füller-Texte, die nicht viele Leute sehen und im hintersten Menü versteckt sind. Dort reichen generierte Phrasen aus."
Aber statt Stellen zu ersetzen, träumen Oscar und Brian davon, dass KI Spiele innovativer und Welten lebendiger macht und Entwicklungen bringt, die es bis jetzt noch nicht gibt. Man stelle sich vor, wie KI-NPCs untereinander reden und Quests generieren, die Sinn ergeben, oder virtuelle Wachleute abseits von vorgefertigten Pfaden gehen und nicht sofort vergessen, dass ihr Kollege mit einem Pfeil im Nacken vor ihnen zu Boden ging.
Doch auch wenn das 50-köpfige Team hinter Team Miaozi nur Gutes im Kopf hat und ihre Synchronsprecher weiterbezahlt, heißt das nicht, dass sich andere Studios und Entwickler ebenso altruistisch verhalten. Den Schwarzen Peter braucht man dem chinesischen Studio ebenfalls nicht zuschieben, denn die Entwicklung wäre ohnehin gekommen.
Immerhin ist mit Microsoft schon der nächste große Fisch an Inworld interessiert. Der Stein ist also ins Rollen gekommen und man kann nur hoffen, dass er nichts plattmacht, was uns als Spielern lieb und teuer ist. Transparenz-Hinweis: Die Version des Spiels wurde vom Entwickler zur Verfügung gestellt.
