KI-NPCs sind die Zukunft des Gamings: kein Weg mehr zurück

Special Antonia Dreßler
KI-NPCs sind die Zukunft des Gamings: kein Weg mehr zurück
Quelle: Team Miaozi

Warum die KI von Inworld das Gaming revolutionieren könnte, klären wir in diesem Bericht.

Bei anderen Spielen stellen sich KI-"Lösungen" noch umständlicher dar, wie etwa in Skyrim, das inzwischen eine KI-Begleiter-Mod hat. Unter dem Namen Herika kann man sich einen NPC-Begleiter ins Spiel laden, der einen ungefähren Überblick über das Geschehen hat, und in Echtzeit darauf reagiert, wenn man Gegner umnietet. Der Bot läuft allerdings nicht über Inworld, sondern KI-Ressourcen wie ChatGPT oder KoboldCPP, die je nach Auswahl kostenpflichtig sind. Wer den Mod-Begleiter noch vertont haben will oder sogar selbst mit Speech-to-Text die Möglichkeit der direkten Interaktion wahrnehmen möchte, hat wiederum die Auswahl zwischen kostenlosen Programmen oder Bezahl-Optionen. Eine Spielerei also, die schnell ins Geld gehen kann.

KI in Spielen bedeuten Kosten für Nutzer

Und auch für einen Inworld-Account müsste man eigentlich Geld bezahlen, um die KI im Spiel Cygnus Enterprises zu nutzen. Das ist nur hier nicht der Fall, weil Team Miaozi eine besondere Kooperation mit den Inworld-Entwicklern hat und als erstes Double-A-Spiel deren Technologien benutzt und sogar weiterentwickelt.

Der Unterschied zwischen Servern wie ChatGPT oder Inworld ist die genutzte Datenbank, auf der die KI aufbaut. Laut Brian Cox und Oscar Lopez, Product Manager bei Team Miaozi, nutzt Inworld eine eigene Datenbank, um ihre KIs zu trainieren und nicht ChatGPT als Grundlage, zumindest wurde das dem Entwicklerteam hinter Cygnus Enterprises versichert.

eine weibliche Figur steht in einer Taverne und reagiert auf die Spracheingabe eines Spielers Quelle: Nexusmod - Tylermaister Die Skyrim-Mod Herika führt einen KI-Begleiter ein, der dynamisch auf den Spieler reagiert. Weitere Auskunft wird man an der Stelle nicht bekommen, denn eine gute Datenbank ist laut Oscar das A und O für ein gutes und funktionierendes KI-Modell - für Betreiber von KI-Servern ist sie also Firmengeheimnis und Goldgrube zugleich.

Dass die KIs in Zukunft offline auf den Rechnern laufen, auf denen wir spielen, ist trotzdem nicht abwegig. Sie erfordern zwar unheimlich viel dynamische Rechenleistung, also Arbeitsspeicher, den aktuelle PCs einfach nicht besitzen, aber das heißt nicht, dass in zehn Jahren die Welt nicht anders aussieht.

Die Zukunft von KI in der Spiele-Entwicklung

Für Brian Cox und auch Oscar Lopez steht fest, dass KI sowohl in Spielen als auch in deren Entwicklung eine zunehmend wichtigere Rolle einnimmt.

Da das Studio sowohl die Erstellung und Vertonung gängiger NPCs als auch von KI-NPCs durchgemacht hat, können sie einen direkten Vergleich ziehen, was am Ende des Tages weniger Aufwand bedeutet, wie Brian eindrücklich aufzählt:

"Wenn man Dialoge von Synchronsprechern haben will, muss man nicht nur den richtigen Kandidaten finden, sondern auch das Studio buchen, alle Texte aufnehmen, die Aufnahmen schneiden, es braucht Audio-Sampling und sie müssen in die Datenbank des Spiels geladen werden. Sobald man eine KI implementiert hat, gibt man ihr ein, was sie sagen soll und 'Boom!' der Dialog ist fertig."

Für das Team Miaozi ging es allerdings nie darum, Produktionskosten zu sparen, sondern einfach etwas Neues auszuprobieren. Daher sind sie auch zweigleisig gefahren und wollen ihren Spielern die Möglichkeit geben zu entscheiden, ob sie mit der KI spielen oder den Dialogen klassisch lauschen wollen: "Es hat einen speziellen Charm echten, menschlichen Stimmen zuzuhören" so Oscar Lopez.

Für ihn spielt sich das Spiel mit KI trotzdem noch etwas runder, denn sämtliche Informationen im Spiel sind viel zugänglicher. Statt Tutorial-Fenster für bestimmte Gegner oder Gebäude zu öffnen, kann man einfach die KI fragen, wie das entsprechende Spielelement funktioniert.

Außerdem kann man über die Sprachbefehle auch die Begleiter anweisen, alles in der Umgebung einzusammeln, einen bestimmten Gegner anzugreifen, einen Schild zu aktivieren, oder man kann einen Plausch führen. All das ginge auch ohne KI, wäre aber durch benötigte Interfaces sehr viel umständlicher einzubauen und würde mehrere Klicks von Spielerseite erfordern, statt einfach einen Befehl auszusprechen.

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