30 Jahre Kirby: Vom Platzhalter zum großen Helden - Seite 2

Special Katharina Pache Lukas Schmid
30 Jahre Kirby: Vom Platzhalter zum großen Helden - Seite 2
Quelle: Nintendo

1992 erschien das erste Kirby-Abenteuer, seitdem ist viel Zeit vergangen. Wir blicken auf 30 bewegte Jahre Knutschkugel-Historie!

Dass Kirby schweben kann, soll Sakurai selbst veranlasst haben. Ihn störte es angeblich, dass Figuren in Hüpfspielen zwar meist mehrere Treffer einstecken können, bei einem Sturz in ein Loch aber sofort K.O. gehen. Nie mit Sicherheit geklärt wurde die Frage, wie Kirby eigentlich zu seinem Namen kam. Dass er heute nicht Popo oder Popopo heißt, hängt mit der Vermarktung im Ausland zusammen - Nintendo wünschte sich für den nordamerikanischen und europäischen Markt einen international ansprechenderen Namen. Kirby kann auf der Kirby Company basieren, einem Staubsaugerhersteller, so wie es Gerüchte besagen. Oder auf Anwalt John Kirby, der Nintendo of America vor Gericht erfolgreich gegen die Vorwürfe des Filmstudios Universal verteidigte, Donkey Kong sei ein Plagiat des Kino-Affen King Kong. Shigeru Miyamoto sagte 2011 in einem Interview, dass der Name Kirby tatsächlich auch wegen des Anwalts aus einer Liste von Vorschlägen ausgewählt, der Held aber nicht direkt nach ihm benannt wurde.

An "Kirby" fand das Team außerdem die harten Konsonanten reizvoll, die im Kontrast stehen zu der weichen, runden Erscheinung des Helden. Nach Kirby benannt statt andersherum wurde ein bekannter Kopf von Nintendo: Angeblich bekam Satoru Iwata von seinen Kollegen den Spitznamen Kirby verpasst, da er in Meetings Unmengen an Süßigkeiten zu verschlingen vermochte!

Der Steckbrief

Mal was anderes: Auch in der Kirby-Reihe experimentieren die Entwickler gerne. Hier sehen wir Kirby und der Regenbogen-Pinsel im Knetgummi-Look. Quelle: Moby Games Mal was anderes: Auch in der Kirby-Reihe experimentieren die Entwickler gerne. Hier sehen wir Kirby und der Regenbogen-Pinsel im Knetgummi-Look. Mit der Zeit wuchs das Universum rund um Kirby heran, inzwischen wissen wir sehr viel über den Nintendo-Helden. Sein Gemüt ist freundlich, er ist Optimist und äußerst hilfsbereit. Oft muss er seine Heimat - das Dream Land auf dem Planeten Popstar - retten. Und er ist nicht allein: Zwar hat die Kirby-Spezies keinen Namen, es gibt aber weitere Vertreter der Gattung, etwa in Blau, Gelb, Rot, Weiß und so weiter. Auch der geheimnisvolle Meta Knight, ein bekannter Gegenspieler des Helden, soll zur Kirby-Rasse gehören.

Während offiziell weder Kirbys Gewicht noch das Alter oder gar Geschlecht feststehen, wissen wir doch zumindest dank der japanischen Nintendo-Webseite, dass er 20 cm hoch ist. Auf der Hülle von Kirby's Dream Land wird der Held zwar als "kleiner, knuddeliger und ungemein mutiger Junge" beschrieben, doch da auf der Vorderseite ja irrtümlicherweise ein weißer statt ein rosa Kirby zu sehen ist, sollte man die Informationen wohl nicht als vollkommen wasserdicht betrachten.

Dennoch kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass Kirby tatsächlich jung und männlich ist (trotz seiner femininen Färbung). Ein Skelett oder Zähne hat der knuffige Knödel nicht, das erleichtert ihm das Verwandeln, Schweben und Überstülpen im aktuellen Spiel Kirby und das vergessene Land (jetzt kaufen 64,13 € ). Besonders interessant sind die kulturellen Unterschiede in der Vermarktung der Kirby-Games.

In Nordamerika sind üblicherweise starke Charaktere beliebter als niedliche Figuren. Deshalb sieht Kirby auf den Packungen von USA-Releases oft wütender aus als auf den japanischen Pendants.

Die damalige Fernsehwerbung von Kirby's Dream Land 2 zeigt gar einen martialisch aussehenden Kirby mit Zähnen - das war wohl die künstlerische Freiheit der Animatoren - der einen fiesen Rockertypen einsaugt und offensichtlich verdaut, am Ende spuckt er nur noch dessen Jeansjacke aus. Inzwischen darf Kirby aber auch im Westen knuffig statt fies aussehen. Egal, welche Farbe und welcher Gesichtsausdruck: Sowohl in der Realität als auch im virtuellen Kirby-Universum ist der Knautschball hoch als Held angesehen.

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