Kingdom Come Deliverance - Vorschau: Quest-Design

Special Oliver Nitzsche
Kingdom Come Deliverance - Vorschau: Quest-Design
Quelle: Warhorse Studios

Bei einem Besuch bei Publisher Deep Silver in München haben wir Kingdom Come: Deliverance schon mal gespielt. Wie das war, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Taktischer Tiefgang

Zum Glück entdecken wir noch rechtzeitig einen günstig gelegenen Heuhaufen. Stecken wir diesen in Brand, raubt der Qualm den gegnerischen Fernkämpfern die Sicht. Im Nahkampf beziehen die Truppen in Zweierreihe Stellung. Unsere beste Chance auf einen schnellen Sieg besteht darin, die im Kampf gebundenen Gegner an den Flanken anzugreifen. Im Kampf können wir uns zudem nicht heilen - alle Verletzungen begleiten uns also während der gesamten Schlacht, weswegen wir besonders behutsam vorgehen sollten. Die KI stellt sich in der Schlacht recht solide an. Unsere eigenen Truppen verwickeln Gegner automatisch in Kämpfe. Diese reagieren (zwar nicht besonders schnell, aber immerhin) auf unsere Flankenangriffe und versuchen im Gegenzug selbst unsere Schlachtreihe zu umgehen.

Bildergalerie

Zusammen mit unseren Mitstreitern erkämpfen wir uns so langsam den Weg zur inneren Befestigung wo wir auf den Anführer der Banditen treffen. Es folgt der erste Bosskampf im Dachstuhl eines verfallenen Gebäudes. Unser Widersacher geht dabei äußerst hart mit uns ins Gericht. Im beengten Kampfschauplatz müssen wir zudem auf weite Hiebe verzichten. Den Kampf überstehen wir zwar nur schwer verletzt, aber immerhin konnten wir den Anführer besiegen. Im Anschluss werden wir mit einer ziemlich blutigen und aufschlussreichen Zwischensequenz belohnt. An dieser Stelle wollen wir nicht zu viel von der Story verraten, es wird aber wohl nicht der letzte Kampf für unseren Protagonisten gewesen sein.

Geheime Mission im Kloster

Ganz anders gestaltet sich die dritte Mission, die wir im Rahmen der Anspielsession von Kingdom Come: Deliverance zu Gesicht bekommen. Statt Gemetzel steht hier nämlich Detektivarbeit auf dem Plan. Unser Protagonist muss ein Kloster infiltrieren, in dem ein Gesuchter Mörder als Novize untergetaucht ist.Schon zu Beginn dieser Mission haben wir wieder mehrere Möglichkeiten. So könnten wir das Kloster zum Beispiel mit Waffengewalt stürmen und alle Bewohner in der Hoffnung, dass auch unsere Zielperson darunter ist, niedermetzeln. Wir gehen aber lieber heimlich vor und schreiben uns selbst als Mönchs-Anwärter im Kloster ein. Was auf unsere Initiation (die Aufgrund der mangelnden Lateinkenntnis unseres Protagonisten für einen ordentlichen Lacher sorgt) folgt, ist eine beeindruckende Quest, die wir so schnell sicher nicht vergessen werden.

Als Novize werden wir von den Mönchen genau beobachtet. Kommen wir unseren Aufgaben nicht nach, fliegen wir aus dem Kloster und müssen uns eine andere Lösung überlegen. Quelle: Warhorse Studios Als Novize werden wir von den Mönchen genau beobachtet. Kommen wir unseren Aufgaben nicht nach, fliegen wir aus dem Kloster und müssen uns eine andere Lösung überlegen. Als Novize ist unser Alltag nämlich bestimmt vom Credo mittelalterlicher Mönche: Ora et labora - bete und arbeite! Unser Tagesablauf ist straff organisiert und besteht aus umfangreichen Gebeten, dem Erstellen von Buchabschriften und harter Arbeit im Klostergarten. Nur in den knappen Zeitfenstern zwischen den einzelnen Aufgaben haben wir die Möglichkeit, nach unserer Zielperson zu suchen. Hierbei besonders nützlich ist die Time-Skip-Funktion von Kingdom Come: Deliverance, mit der wir beispielsweise langwierige Gebet überspringen können. Wer diese nicht nutzt, wird sich schnell vor Frustration die Haare raufen.

Weltliche Freuden

Bei unserer Mission müssen wir aber trotzdem stets heimlich vorgehen. Werden wir zum Beispiel beim unerlaubten Schnüffeln erwischt oder halten uns in einem falschen Bereich auf, verwarnen uns die Aufseher. Bei zu vielen Verfehlungen werden wir kurzerhand aus dem Kloster geworfen. Nur, indem wir unsere frommen Brüder behutsam ausfragen und ihnen weiterhelfen, kommen wir dem Gesuchten nach und nach auf die Spur. Alternativ konfrontieren wir die Belegschaft einfach offen mit unserer Mission. Wählen wir diese Methode ist die Gefahr aber groß, dass uns die Zielperson selbst auf die Schliche kommt und wir mit einem Messer an der Kehle aufwachen. Kurios: Stehlen wir uns bei Nacht davon, erwischen wir einige Mönche, wie sie eher weltlichen Freuden nachgehen. Im Austausch für unsere Verschwiegenheit helfen uns diese dann aber bei unserer Aufgabe.

Die Time-Skip-Funktion des Spiels erleichtert uns einige ermüdende Aufgaben eines Mönchs. Um die Abschriften in der Bibliothek kommen wir aber nicht herum. Quelle: Warhorse Studios Die Time-Skip-Funktion des Spiels erleichtert uns einige ermüdende Aufgaben eines Mönchs. Um die Abschriften in der Bibliothek kommen wir aber nicht herum. Zwar konnten wir nicht alle Lösungswege der Quest selbst ausprobieren, trotzdem sind wir überwältigt, wie viele verschiedene Möglichkeiten uns Kingdom Come: Deliverance hier an die Hand gibt - jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Eine Quest wie diese zeigen uns nicht nur wie viel Kreativität und Liebe ins Spiel geflossen sind, sondern auch, wie handgemachtes Quest-Design im Jahr 2017 auszusehen hat. Statt generischer 08/15-Kost wie wir sie derzeit viel zu oft in Open-World-Spielen vorgesetzt bekommen, servieren und die Tschechen hier ein echtes Erlebnis, das uns schwer beeindruckt zurücklässt. Sollten die Warhorse Studios es schaffen, noch weitere so ausgefeilte Quests in die Spielwelt zu packen, dann sind wir sicher, dass uns mit Kingdom Come: Deliverance im Februar 2018 ein echter Witcher-Konkurrent ins Haus steht - zwar ohne Monster und Fanatsy-Elemente, dafür aber mit reichlich kreativen Ideen, einem unfassbar gut ausgearbeiteten Kampfsystem und hohem Wiederspielwert!

Meinung

  1. Seite 1 Kingdom Come Deliverance - Vorschau: Kampfsystem
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