Kingdom Come Deliverance - Preview: Kreativ wie The Witcher 3

Special Oliver Nitzsche
Kingdom Come Deliverance - Preview: Kreativ wie The Witcher 3
Quelle: Warhorse Studios

Kingdom Come: Deliverance konnte uns vor dem Release am 13. Februar 2018 aufs Neue beeindrucken. Bei einem Besuch bei Publisher Deep Silver in München haben wir das Historien-Epos knapp drei Stunden lang gespielt. Neben dem fordernden Kampfsystem und einer großen Schlacht präsentierten uns die Entwickler dabei auch eine der allerbesten Quests, die wir seit langem in einem Spiel erleben durften. Was uns dabei besonders beeindruckt hat und warum die Qualitäten von Kingdom Come: Deliverance einem The Witcher 3 dabei in so gut wie nichts nachstehen, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Mit Kingdom Come: Deliverance (jetzt kaufen ) wollen die Warhorse Studios zeigen, dass sich Realismus, historische Korrektheit und Spielspaß nicht ausschließen müssen. Dass dieses Konzept stellenweise schon recht gut aufgeht, zeigten uns die Entwickler schon im Rahmen verschiedener Hands-On-Events. Was das Team aus der Tschechischen Republik uns aber kurz vor Weihnachten in München präsentierte, ließ uns mehr als sicher zurück: Kingdom Come: Deliverance wird viel mehr als nur ein authentisches Mittelalter-Rollenspiel mit fordernden Kämpfen.

Ruppige Böhmen

In der Kampfarena der Stadt Rattay lernen wir dem Umgang mit Schwert und Bogen. Das Kampfsystem ist äußerst fordernd, bietet dafür aber unzählige Möglichkeiten. Quelle: Warhorse Studios In der Kampfarena der Stadt Rattay lernen wir dem Umgang mit Schwert und Bogen. Das Kampfsystem ist äußerst fordernd, bietet dafür aber unzählige Möglichkeiten. Böhmen im Jahr 1403: Plündernde Horden ungarischer Kumanen fallen im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik ein. Zum Opfer fällt ihnen nicht nur die Krone König Wenzels, sondern auch das Dorf von Henry - unserem Protagonisten in Kingdom Come: Deliverance. Nachdem er den Angriff nur schwer verletzt überlebt, sinnt er auf Rache und begibt sich in die Stadt Rattay. Hier sprechen wir vor unserem Lehensherrn Radzig vor. In einer Zwischensequenz bekommen wir dabei ein Gespräch zwischen diesem und dem Burgherren der Stadt mit. Die Präsentation und der ruppige Ton der Charaktere erinnert uns sofort an die Genre-Referenz The Witcher 3. Mit deutlichen Worten geizen die Charaktere von Kingdom Come: Deliverance nämlich ebenfalls nicht - das macht die ganze Situation aber wahnsinnig atmosphärisch und sorgt für glaubhafte Charaktere mit verschiedenen Motivationen. Um der Kumanen-Bedrohung Herr zu werden, erlaubt uns Radzig schließlich in seinen Dienst zu treten. Bevor wir unserer neuen Aufgabe aber nachgehen können, steht zunächst ein ausführliches Kampftraining auf dem Programm. Das mag jetzt vielleicht lahm klingen, aber glaubt uns, ein solches ist in Kingdom Come: Deliverance wirklich unerlässlich!

Historische Fechtschule

Kingdom Come Deliverance: Kampf Quelle: Warhorse Studios Kingdom Come: Deliverance bietet uns eine Vielzahl verschiedener Nah- und Fernkampfwaffen, die sich in ihrer Handhabung mitunter sehr stark voneinander unterscheiden. Der Schwertkampf ist nämlich nicht nur realistisch, sondern beinhart. Auch hier geizen die Warhorse Studios nicht mit Authentizität. So entsprechen alle Manöver, Positionen und auch Kombos ihren historisch belegten Vorbildern. Das Kampfsystem ähnelt ein bisschen dem von For Honor und Chivarly: Medieval Warfare, bietet jedoch viel mehr Feinheiten und Möglichkeiten. Statt drei Zonen zum Angreifen und Blocken stehen uns hier insgesamt fünf für Hiebe und Stiche zur Verfügung. Auf eine Anzeige, die uns bei Blocks und Paraden unterstützt und anzeigt, zu welcher Position wir unsere Waffe führen sollten, müssen wir aber verzichten.

Das oberste Gebot im Kampf ist es, unseren Gegner stets gut im Auge zu behalten. Gegen einen einzelnen Widersacher haben wir dabei noch recht gute Chancen, stehen uns zwei oder mehr Kontrahenten gegenüber, wird die Situation schon ziemlich brenzlig. Mit dem Controller gehen unsere Manöver dabei recht gut und präzise von der Hand, die Maussteuerung von Kingdom Come: Deliverance dagegen erfordert etwas mehr Übung. Nach etwas Einarbeitung macht uns das Kämpfen richtig Spaß - vor allem, da wir schnell merken, wie unterschiedlich auch unsere Gegner im Kampf versiert sind. Denn nur die wenigsten Widersacher im Spiel sind talentierte Schwertkämpfer.

Beim Bogenschießen müssen wir zwar auf ein Fadenkreuz verzichten, dafür reicht aber ein gezielter Treffer meist aus, um die Gegner ins Jenseits zu befördern. Quelle: Warhorse Studios Beim Bogenschießen müssen wir zwar auf ein Fadenkreuz verzichten, dafür reicht aber ein gezielter Treffer meist aus, um die Gegner ins Jenseits zu befördern. Einen taktischen Vorteil verschaffen uns zum Glück auch die Umgebung sowie die Rüstung des Gegners. Trägt unser Widersacher beispielsweise keinen Helm, sollten wir unsere Angriffe möglichst auf seinen Kopf richten. Nach spätestens zwei Treffern an einer ungeschützten Stelle gehen die Widersacher zu Boden. Neben den Grundmanövern lassen sich unsere Attacken auch vielfältig kombinieren, das erfordert allerdings sehr viel Übung und präzises Timing. Die Fertigkeiten unseres Charakters leveln wir dabei genau wie in der The-Elder-Scrolls-Reihe durch deren kontinuierlichen Einsatz auf. Wer also viel Erfahrung im Schwertkampf sammelt, wird so auch geübter und lernt bessere Manöver und Finten. Feste Klassen gibt es in Kingdom Come: Deliverance nicht. Stattdessen bieten alle Fertigkeiten- und Profilwerte unseres Charakters umfangreiche Unterkategorien, die sich bei einem Level-Up freischalten lassen.

Die Waffen in Kingdom Come: Deliverance fühlen sich hervorragend an - binnen Sekunden merken wir, wie stark sich ein Streitkolben in seiner Handhabung doch tatsächlich von einem Langschwert unterscheidet oder wie schnell unsere Ausdauer dahinschmilzt, wenn wir einen schweren Langbogen gespannt halten. Gleiches gilt für unsere Rüstungen. Unter einem einfachen Eisenhut ist unser Gesichtsfeld ungeschützt, wir erleiden also leichter schwere Verletzungen bei einem Kopftreffer. Ein Vollhelm mit Visier wie die Hundsgugel schützt uns dagegen zwar besser vor Treffern, schränkt das Sichtfeld aber immens ein.

Sturm auf die Festung

Unsere erlernten Kampffähigkeiten dürfen wir gleich in der nächsten Szene auf die Probe stellen. Zusammen mit einer kleinen Streitmacht von Fürst Radzig gilt es, ein gut befestigtes Banditenlager zu stürmen und deren Anführer im Kampf zu stellen. Im Vorfeld wird Protagonist Henry jedoch damit betraut, die Stellung auszukundschaften. So können wir uns die folgende Schlacht erleichtern, indem wir das Lager der Banditen bei Nacht infiltrieren und deren Essen vergiften oder ein Feuer in der Rüstkammer der Räuber legen. Je nachdem welche Vorkehrungen wir getroffen haben, stehen uns auf dem Schlachtfeld geschwächte Kontrahenten gegenüber. Solche Möglichkeiten gibt uns das Spiel regelmäßig an die Hand - ob wir sie zu unserem Vorteil nutzen, bleibt aber immer uns überlassen. Wir entscheiden uns also für den direkten Weg - ein Fehler, der unserer Streitmacht bitter zu stehen kommt. In der Schlacht machen uns nämlich vor allem die feindlichen Bogenschützen zu schaffen, die unsere eigenen Reihen mit tödlichen Schüssen dezimieren.

  1. Seite 1 Kingdom Come Deliverance - Vorschau: Kampfsystem
  2. Seite 2 Kingdom Come Deliverance - Vorschau: Quest-Design
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