King Arthur Knight's Tale im Test: Starker Taktik-RPG-Geheimtipp auf Steam
Test
Im kürzlich aus dem Early Access geschlüpften Taktik-RPG King Arthur: Knight's Tale spielen wir nicht etwa den königlichen Titelhelden, sondern dessen erbitterten Erzfeind Mordred. Obwohl der eigentlich im Kampf mit Artus gefallen ist, wandelt er plötzlich wieder unter den Lebenden. Als neuer Chef von Camelot bilden wir unsere eigene Tafelrunde aus Helden und Schurken des Artus-Mythos und gehen dem Zweck unserer Wiedergeburt auf den Grund.
King Arthur: Knight's Tale ist ein RPG mit rundenbasierten Kämpfen, dessen Geschichte die Artussage nach dem Tod der Hauptfigur weiterspinnt. Wir übernehmen die Rolle von Mordred, eines dunklen Ritters, der Artus im Kampf getötet hat, dabei aber auch sein eigenes Leben lassen musste. Aus nebulösen Gründen werden wir von der Herrin der See zurück ins Leben geholt und mit der Aufgabe betraut, die Ritter der Tafelrunde erneut zu vereinen. Als neuer Herr von Burg Camelot scharen wir also eine Heldentruppe um uns und versuchen herauszufinden, was es mit unserer plötzlichen Wiedergeburt auf sich hat. Die Lande von Avalon werden derweil von Untoten und anderen mystischen Kreaturen heimgesucht, unter denen sich auch alte Begleiter und Widersacher Mordreds befinden.
Nach dem Tutorial übernehmen wir die Kontrolle über die legendäre Feste und können unsere Ritterschaft auf Missionen schicken. Zu Beginn ist diese mit Mordred und dem in den Anfangsminuten befreiten Sir Kay recht überschaubar, im Laufe des Spiels werden es jedoch insgesamt 30 Heldinnen und Helden, die ihr für eure Sache gewinnen könnt. Davon können maximal zwölf gleichzeitig an unserer Tafelrunde Platz nehmen. Ist die Kapazität erschöpft, könnt ihr Helden jederzeit aus euren Diensten entlassen. Die Zusammenstellung einer schlagkräftigen und diversen Gruppe ist eines der Kernelemente des Spiels und die vielen möglichen Kombinationen erhöhen den Wiederspielwert.
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Unsere Entscheidungen: Mehr Moral-Management als Rollenspiel
Welche Gefolgsleute sich uns anschließen möchten und wer uns treu ergeben ist, entscheidet sich auch an unserer moralischen Ausrichtung. Diese wird beeinflusst von den Entscheidungen, die wir während der Geschichte und als Herrscher an unserem Hof treffen.
Wer nach dem alten Credo der Tafelrunde handelt, gilt als rechtschaffen, gegen geltende Moralvorstellungen zu verstoßen, bringt uns hingegen den Ruf eines Tyrannen ein. Oft gibt es zwar auch einen Mittelweg, wer neutral bleibt, muss aber später auf Boni verzichten, die für einen hohen Wert erhalten werden können. Punkte in Tyrannei und Rechtschaffenheit canceln sich nämlich gegenseitig.
Quelle: PC Games
Haben wir genügend Moralpunkte in einer Richtung gesammelt, schalten wir Rekrutierungsmissionen für spezielle Charaktere frei
Haben wir genügend Punkte in einer Ausrichtung gesammelt, können wir neue Optionen für den Artushof und weitere Begleiter mit den gleichen Überzeugungen freischalten, darunter mächtige Krieger wie Lancelot und den gefürchteten Schwarzen Ritter.
Die zweite Achse, auf der sich unsere Moral verschiebt, ist die Religion. So sind die Figuren nicht nur in die Kategorien neutral, tyrannisch und rechtschaffen unterteilt, sondern zusätzlich in neutral, christlich und heidnisch.
Charaktere, die sich den alten Göttern zugehörig fühlen, werden eure Entscheidung unterstützen, Avalons Schreine und magische Orte wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen. Christliche Helden hingegen begrüßen es, wenn ihr euch Ordensbrüdern gegenüber freundlich verhaltet und andere Religionen als Ketzerei verteufelt.
Auch hier erhalten wir Boni und Zugriff auf neue Mitstreiter, wenn wir eine Denkweise der anderen vorziehen. Christliche Anführer werden besonders von Gralsrittern verehrt, ein heidnischer Mordred sichert sich hingegen die Loyalität von alten Wesen und Zauberkundigen wie Hexe Morgana le Faye. Auf die Entwicklung der Story wirkt sich die Moral nicht aus.
Quelle: PC Games
Nach den Missionen skillen wir unsere Heldinnen und Helden und verteilen den Loot.
Die Entscheidungen sind also weniger Rollenspielelement als vielmehr ein Teil des Ressourcenmanagements. Loyale Begleiter erhalten Boni auf diverse Kampfwerte, Zweifler das Gegenteil.
Viel weiter als Zustimmung oder Ablehnung geht die Charakterisierung der Figuren auch nicht. Zwar werden die diversen Mitstreiter meist mit einer persönlichen Mission eingeführt, die Informationen über ihren Hintergrund enthüllen, das war es dann aber auch schon. King Arthur: Knights Tale ist deutlich näher dran an einem Strategiespiel wie XCOM als an einem wahren Taktik-RPG-Hybriden wie Fire Emblem.
Das Kampfsystem: Raffinierte Rundentaktik
Wir können jeweils vier Helden auf eine Mission mitnehmen. Normalerweise erkunden wir dort erst einmal die Landschaft, manche Quests beginnen jedoch auch mit einem Kampf. Außerhalb der Gefechte können wir uns frei auf den Missionskarten bewegen und dort Schätze oder NPCs finden, die uns Nebenaufgaben stellen. Außerdem legen wir fest, welche Kampfformation unsere Heldengruppe einnehmen soll. Die Charaktere bewegen sich grundsätzlich in einer Einheit und können nur im Kampf separat gesteuert werden.
Quelle: PC Games
Haben wir ein Gebiet vorher erkundet, können wir unsere Figuren vor dem Kampf strategisch vorteilhaft platzieren.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, in Gefechte verwickelt zu werden. Oft beginnen Kämpfe unmittelbar, nachdem wir ein bestimmtes Gebiet betreten oder einem NPC eine bestimmte Antwort geben. Manchmal bekommen wir aber auch die Möglichkeit, uns einen Positionsvorteil gegen unsere Feinde zu verschaffen. Eine rote Linie am Boden signalisiert, wo ein Kampfgebiet beginnt.
Haben wir vorher gut ausgekundschaftet, können wir unsere Heldentruppe entlang dieser Linie aufstellen und Gegner so von mehreren Seiten attackieren. Bei Gefechten, die durch Dialoge oder Zwischensequenzen eingeleitet werden, haben wir diese Option für gewöhnlich nicht. Unsere Truppe steht dann einfach geschlossen in der Formation, die wir vorher ausgewählt haben.
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