Keeper im Test: Geschichte eines ungewöhnlichen Duos & Schwierigkeitsgrad
Test
Beobachtet die Entwicklung einer wunderbaren Kameradschaft in einer bizarren Welt - anfängerfreundlich und ohne Stress.
Doch wie sich herausstellt, war der Landeanflug unseres gefiederten Freundes, dessen Name sich als Flatter herausstellt, alles andere als temporär und so begibt sich das besondere Duo auf eine Wanderung durch einige der fantastischsten Welten, die wir je gesehen haben.
Schnell entwickelt sich eine innige Freundschaft, die ohne jegliche Worte - schriftlich oder gesprochen - auskommt, sondern rein auf gegenseitiger Unterstützung und Fürsorge beruht, die wir bis in die kleinsten Details spüren können. Bei genauerem Hinsehen beobachten wir beispielsweise, dass sich Flatter in dunkleren Regionen sichtlich unwohl fühlt und Schutz in der Nähe unseres hellen Lichts sucht.
Viel mehr wollen wir auch gar nicht vorweggreifen, denn wir finden, dass ihr das mit eigenen Augen gesehen haben solltet. Stellt euch einfach die fantastischste, skurrilste und bunteste Welt vor ... und haut noch eine Schippe drauf, bis das, was ihr vor eurem geistigen Auge seht, einfach unbeschreiblich ist.
Quelle: Xbox Game Studios
Bei dieser tollen Grafik muss man auch einfach mal die Aussicht genießen. Dafür stehen euch sogar ab und zu spezielle Plattformen zur Verfügung, die den besten Ausblick bieten.
Lasst euch dennoch nicht von den schönen Seiten des Spiels trügen, denn Keeper ist nicht das klassische Cozy Game in einer Welt, in der alles gut läuft, sondern lädt auch dazu ein, die welkenden Schattenseiten des Withers zu durchkämmen. Doch keine Angst, auch dort wird alles durch die Umwelt erzählt und ihr dürft ohne imminente Gefahr einfach beobachten.
Insgesamt werden wir also Teil einer wunderschönen Erzählung, die aber großen Wert auf genaue Beobachtung und Interpretationsbereitschaft legt. Wir hätten uns nur ein kleines bisschen mehr Gedankenstütze für die Geschichte gewünscht.
Laut dem Entwicklerteam sollen definitiv auch Fragen offenbleiben und es ist absolut gewollt, dass praktisch alles selbst interpretiert werden kann, aber für unseren Geschmack schwirren nun zu viele Fragen in unseren Köpfen herum. Doch diese sind nur ein kleines Übel und nehmen nur sehr wenig von der allgemein wundervollen Erfahrung weg.
Schwierigkeitsgrad: Story-Modus
Direkt vorab: Wer eine Challenge sucht, wird bei Keeper nicht fündig. Das Spiel ist zwar ein Puzzle-Abenteuer, aber kein sonderlich schweres, und damit auch für Anfänger sehr gut zugänglich. Ein entscheidendes Designelement ist hierbei die Tatsache, dass man nicht verlieren, sterben oder in sonst irgendeiner Weise per Spieldefinition "versagen" kann.
Der Fokus des Spiels liegt nicht darauf, dass wir stundenlang irgendwelche Gehirnakrobatik machen müssen, sondern die Rätsel dienen vielmehr der Darstellung der Kameradschaft zwischen Flatter und dem Leuchtturm. Einer kann meistens nicht ohne den anderen voranschreiten, doch in welchem Tempo ihr diese Wanderung bestreiten wollt, ist völlig euch überlassen.
Trotzdem müsst ihr euer Gehirn ein wenig anstrengen, denn euch wird zu Beginn des Spiels lediglich die grundlegende Steuerung erklärt. Was ihr aber mit der Kraft eures Lichts oder Flatters Fähigkeiten alles machen könnt, dürft ihr nach und nach intuitiv für euch entdecken.
Quelle: Xbox Game Studios
Nicht alle Landschaften in Keeper erstrahlen im Licht. Ab und an müsst ihr dunklere Ecken durchkämmen. Praktisch, dass wir immer ein Licht dabeihaben!
Obwohl die Rätsel nicht schwer sind, genügend Abwechslung zum sonst relativ sturen Laufen bringen sie trotzdem. Auch die Spielmechaniken passen sich den jeweiligen Umgebungen an. So können wir an manchen Stellen springen oder uns sogar mal in einer Art Zeitmanipulation üben - aber damit ist auch schon fast wieder zu viel gesagt.
Insgesamt nimmt der niedrige Schwierigkeitsgrad nichts von der Qualität des Spiels weg, sondern hilft sogar, den Fokus auf die wichtigen Aspekte der Geschichte zu lenken. Uns hat das Abenteuer jedenfalls trotzdem von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen und es ist eine sehr bizarre Erfahrung, die wir nicht mehr missen möchten.
Müssten wir das Gameplay in einem Gedanken zusammenfassen, dann wäre dieser wohl: Jedes Mal, wenn wir dachten, wir hätten jetzt alles gesehen, hat uns Keeper mit noch einer innovativen, kreativen und vor allem wunderbar seltsamen Idee überrascht. Das Visuelle ist definitiv eine der Stärken von Keeper. Wieso die Welt so lebendig wirkt und warum die Grafik auch zum Problem werden könnte, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
