Just Cause 4: Mit dem Wingsuit in den Tornado - unsere finale Vorschau vor dem Release des Open-World-Abenteuers
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Vorschau zu Just Cause 4: Die etwas andere Art der Inselbegabung: Auf einem ihm feindlich gesinnten Eiland sorgt Quasi-Superheld Rico Rodriguez in Just Cause 4 für noch mehr Chaos als jemals zuvor! Wir durften mehrere Stunden in das Open-World-Abenteuer hineinspielen und teilen an dieser Stelle unsere Eindrücke - jetzt auch in unserer Video-Preview!
Einst sang Reinhard Mey, dass über den Wolken die Freiheit wohl grenzenlos sein müsse. Nun, wir wissen nicht, ob er diese Annahme inzwischen bestätigen konnte.
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Da wir ihn bisher jedoch nicht mit Fallschirm, Wingsuit und Grapplehook ausgerüstet über das Brandenburger Tor haben flitzen sehen, gehen wir eher nicht davon aus und nehmen die Beantwortung dieser Frage selbst in die Hand. Wie? Mithilfe von Just Cause 4 (jetzt kaufen / 49,99 € ), dem neuesten Teil der actiongeladenen Open-World-Sandbox. Wir durften stundenlang Probe spielen und nach der Freiheit suchen, die wir meinen.
Gehet hin und zerstöret euch
Quelle: Square Enix
Dank thematisch abwechslungsreicher Gebiete sollen sich die drei primären Areale des Spiels sehr unterschiedlich anfühlen.
Über die Handlung lässt sich sagen: es gibt eine. Erneut schlüpfen wir in die virtuellen Schuhe von Rico Rodriguez, Protagonist seit dem ersten Spiel der Reihe und nach und nach zum Quasi-Superhelden mutiert. Nachdem er in den Vorgängern nicht nur einen, sondern gleich mehrere Diktatoren im Alleingang von ihren Sockeln gestoßen hat, bringt er den Krieg diesmal direkt zu den bösen Jungs: Die Terrororganisation Schwarze Hand, welche Rico seit dem ersten Teil das Leben schwer machte, bekommt Besuch von Rico, der ihr in deren Heimatland Solis endgültig das Handwerk legen will.
Ja, er hat eine Motivation für sein Vorgehen, ja, uns erwartet auch wieder eine primäre Antagonistin. Aber ganz ehrlich, wen interessiert's? Just Cause ist eine der Serien, in der die simple Rahmenhandlung als oberfächliche Unterhaltung durchaus taugt, aber für kaum jemanden den Grund darstellen dürfte, die Spiele zu spielen. Stattdessen stehen die erwähnte Freiheit im Mittelpunkt, die Erforschung und das Chaos in der Welt und die Geschichten, die wir selbst darin schreiben -so kennt man Just Cause, so soll es aber auch sein.
Ergreifende Fähigkeiten
Quelle: Square Enix
Die verschiedenen Wetterphänomene wie ein riesiger Tornado sind nicht auf missionen beschränkt, sondern wüten auch im freien Spiel.
Und Freiheit plus Chaos, davon gibt es erneut genug. Wie üblich hat Rico nicht nur Zugriff auf diverse Flug- und Fahrgeräte sowie diverse Wummen, wie man es aus vielen Open-World-Spielen kennt. Bezüglich der Fortbewegung zeichnet er sich erneut durch seine ebenso simple wie geniale Combo aus Fallschirm, Wingsuit und Enterhaken aus. Dank dieser drei Gadgets kann er sich mit rasantem Tempo und quasi, ohne jemals den Boden berühren, über die gesamte Weltkarte bewegen. Auf Knopfdruck lösen wir Fallschirm und Wingsuit aus und wechseln somit direkt zwischen Sturzflug und sanftem Gleiten. Nicht ganz realistisch, aber für den Spielfluss sinnvoll nutzen wir den Greifhaken, um uns durch Schüsse auf den Boden mehr Tempo zu verschaffen, uns an Felswenden emporzuziehen und mehr.
Es braucht ein paar Minuten, bis man den Wechsel zwischen den drei Helferlein intus hat, danach möchte man dieses Gefühl der Freiheit aber nicht mehr missen. So weit, so bekannt. Auch der zweite Nutzen des Greifhakens wurde bereits in den Vorgängern etabliert, kommt aber in Just Cause 4 deutlich erweitert daher. Haben wir keine konventionelle Waffe zur Hand oder - wahrscheinlicher - Lust darauf, stattdessen lieber etwas kreativer für Zerstörung zu sorgen, so ist das versatile Teil das Mittel der Wahl. Waren es bisher nur vier, können wir im neuen Serienteil bis zu zehn Punkte in der Spielwelt miteinander verbinden. Das können einfach Gebäude sein, aber zum Beispiel auch Autos, die Flora Solis', ober auch Menschen.
Quelle: Square Enix
Brachiale Krachbumm-Action ist seit jeher das Markenzeichen der Just Cause-Reihe – so auch in Teil 4.
Was der Mensch vereint hat, dass soll er auch wieder trennen - gemäß diesem Motto bleibt es nicht bei der unfreiwilligen Seilverbrüderung. Mussten wir uns in den bisherigen Spielen noch mit von Hand gesetzten Sprengkörpern behelfen, so läuft diesmal alles direkt über den Greifhaken ab. Je nach Einstellung können wir dafür sorgen, dass miteinander verbundene Objekte und Subjekte mit Karacho voneinander wegsausen, sich eng - und zerstörerisch - zusammenziehen - und dank der erwähnten Erweiterungen noch mehr. So können wir Objekten auch einen eigenen Schub verpassen und vor allem als größte Neuerung sie dank ebenfalls per Greifhaken an ihnen installierten Ballons in die Lufte emporschweben lassen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind gigantisch, nicht zuletzt durch die erwähnte erhöhte Anzahl an verbindbaren Dingen auf einmal.
Einstellungssache
Quelle: Square Enix
Wenn’s mal schneller gehen soll oder man zusätzliche Feuerpower benötigt, kann man auch hinter dem Steuer durchschlagskräftiger Jets platznehmen.
Dabei bleibt's aber nicht, denn zusätzlich können wir diverse Parameter der einzelnen Goodies individualisieren. Löst ein Effekt automatisch aus, wenn ein Greifhakenpunkt gesetzt wird, mit Verzögerung oder muss der Knopf dafür gehalten werden? Sind die Ballons zerstörbar oder unverwüstlich? Wie hoch in die Lüfte können sie emporsteigen? In welche Richtung schleudert ein aktivierter Boost ein Objekt? Die Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen. Damit man nicht ständig zwischen den verschiedenen Funktionen im Menü wechseln muss, können wir uns dankenswerterweise mehrere selbst zusammengestellte Konfigurationen auf das Steuerkreuz legen (wir spielten mit einem Xbox-One-Controller auf dem PC).
Ja, im Vergleich zu den bisherigen Spielen dauert es definitiv länger, um in das System hineinzukommen und noch einmal länger, um den Greifhaken so eingestellt zu haben, dass er den eigenen Wünschen entspricht. Der zeitliche Aufwand hält sich aber in Grenzen und die zusätzlichen Möglichkeiten, die sich durch das erweiterte System ergeben, sind beachtlich. Wer will, bastelt sich einen von Ballons getragenen, von Boosts angetriebenen Panzer, mit dem er über ein feindliches Lager fliegt und aus der Luft aus allen Rohren schießt.
Die Welt ist eine Insel
Quelle: Square Enix
Hat man die Wut der Schwarzen Hand auf sich gezogen, so muss man sich oft gegen eine Übermacht an Feinden beweisen.
So weit sind wir mit den Neuerungen von Just Cause 4 zufrieden. Aber auch die Spielwelt machte beim Anspielen auf uns einen guten Eindruck. Anstatt mehrerer Insel wie in Just Cause 3 erwartet uns diesmal nur ein einziges, großes Eiland. Insgesamt so groß wie die Map des Vorgängers, wird hier durch die größere Menge an Landmasse versus Meer und die thematische Unterteilung in ein Schnee- und ein Dschungelgebiet, eine Wüste und eine Graslandschaft mehr geboten als auf den gestaltungstechnisch einander sehr ähnlichen Inseln des vorherigen Spiels.
Der Übergang zwischen den Gebieten funktioniert fließend und tatsächlich fanden wir an der neuen Map bei Ausprobieren mehr Gefallen als an der vorherigen. Zudem sollen nach Entwickleraussage annähernd leere Gebiete diesmal keine Rolle mehr spielen, stattdessen sollen die Aufgaben und Collectibles sinnvoll über die Aufgabe verteilt werden. Übrigens: Wer es einmal eilig hat, darf natürlich auf ein Schnellreisesystem zurückgreifen und auch erneut Fahrzeugdrops an seine Seite ordern. Als praktische Verbesserung können wir deren Aufschlagpunkt nun auf den Zentimeter genau selbst bestimmen, was es uns etwa ermöglich, auch einen Jeep auf die Spitze eines Berges zu setzen, wenn es uns danach gelüstet.
Quelle: Square Enix
Rico ist kein Mann für halbe Sachen. im Kampf gegen die Schwarze Hand schießt er, ganz nach Han Solo, zuerst.
Viele der erwähnten Elemente wie etwa Drops und die diversen Greifhaken-Fähigkeiten müssen allerdings erst im Spielverlauf oder durch das Erledigen von Nebenaufgaben freigeschaltet werden. Das Upgrade-System kommt allem Anschein nach übrigens recht rudimentär daher. Entweder gilt es, bestimmte Aufgaben zu erfüllen oder unseren Erfahrungslevel nach oben zu bringen. Das wird bestimmt funktionieren, allerdings darf sich Just Cause -und mit ihm zahlreiche andere Open-World-Kollegen - gerne mal von diesem inzwischen etwas archaischen System verabschieden. Immerhin wurde uns versprochen, dass es uns großteils freistehen wird, in welcher Reihenfolge wir uns genehme Goodies freischalten werden - das würde dem Freiheits-Anspruch des Spiels ohne jede Frage zugute kommen.
Windig mit Chance auf Tornados
Quelle: Square Enix
Anstatt verschiedener, kleiner Inseln erwartet und diesmal ein einziges, dafür deutlich größeres Eiland.
Bleibt noch eine große Neuerung, die wir an dieser Stelle besprechen wollen - das deutlich erweiterte Wetter-System. Waren Regen und Co. früher nur nett für die Optik, so haben sie nun deutliche spielerische Auswirkungen. Jederzeit kann dass Wetter umschlagen und eine realistische Windphysik beeinflusst unseren Flug mit Fallschirm und Wingsuit. Sehr schön! Richtig beeindruckend kommen aber die verschiedenen besonderen Wetterkapriolen des Abenteuers daher. Durften wir bisher lediglich innerhalb von Missionen einen Blick auf diese werfen, so wurde nun bestätigt, dass diese auch in der offenen Spielwelt zum Alltag gehören.
Auf der Grasebene ist es ein Tornado, den wir unter die Lupe nehmen dürfen und der uns bei Kontakt viele hunderte Meter hoch in die Lüfte befördert. In der Wüste müssen wir uns - Überraschung! - mit einem Sandsturm auseinandersetzen. Im Dschungel sorgt ein wütender Tropensturm dafür, dass wir uns nicht zu wohl fühlen. Und in den verschneiten Bergen wartet ein Blizzard darauf, uns den Hosenboden gefrieren zu lassen.
Quelle: Square Enix
Dank unseres Grapplehooks stehen wir Feinden in Helikoptern nicht hilflos gegenüber. Einfach hochgezogen und gekapert – so macht man das!
Es bleibt abzuwarten, wie viel spielerischen Einfluss diese Wetter-Stars schlussendlich wirklich haben. Die Tornado-Mission, die wir bei einer Anspielmöglichkeit vor einigen Wochen ausprobieren durften, war der grobe Ablauf natürlich gescripted - wenngleich das Verhalten der Wetterphänomene auch dort dynamisch berechnet wird. Als wir uns nun in der offenen Welt dem Windungetüm stellten, machte es zwar Spaß, sich nach oben pfeffern zu lassen, Nutzen konnten wir daraus aber keinen ziehen und als Bedrohung für unsere virtuelle Sicherheit ist er offenbar auch nicht wirklich gedacht. Macht ja nix - wir sind aber gespannt, ob die Entwickler abseits der Missionen noch eine Idee in petto haben, die es lohnenswert macht, Jagd auf Tornado, Sandsturm und Co. zu machen.
Nicht der schönste Inselurlaub
Apropos Missionen: Die, die wir erledigen konnten, machten Spaß, fühlten sich aber ein wenig nach Missions-Baukasten an. Gehe dort und dort hin, zerstöre Objekt, besiege Gegner und weiter geht's - das ist nicht per se schlimm, wir hoffen auf lange Sicht aber auf ein wenig mehr Varianz. Klar, die ergibt sich durch die fast völlige Freiheit bei der Herangehensweise, aber das hindert die Entwickler ja nicht daran, auch die Prämisse schon etwas spannender zu gestalten.
Quelle: Square Enix
Ein Lama. Ja, nicht jedes Pressebild ist besonders gut für eine informative Bildunterschrift geeignet.
Hoffnung macht uns hier aber eine Questreihe, die uns unter Tage schickt und fast im Tomb Raider-Stil verlassene Gräber erforschen lässt. Mehr Aufgaben dieser Art und wir sind glücklich! Nicht gänzlich glücklich macht uns derweil die Technik des Abenteuers. Klar, die Map ist riesig und wir bewegen uns sehr schnell durch sie durch. Entsprechend kann man Dinge wie aufpoppende Objekte, matschige Texturen und ähnliches verzeihen, zumal die künstlerische Gestaltung total in Ordnung geht. Allerdings stießen wir auch auf relativ viele Bugs, extrem langsam nachladende, großflächige Texturen und andere Unsauberkeiten. Das ist nicht dramatisch, macht Just Cause 4 trotz völlig neuer Grafikengine aber nicht immer zu einem allzu ansehnlichen Spiel.
Daran soll's aber nicht scheitern - denn was den puren Spielspaß angeht, und um den geht es ja primär, verspricht das Abenteuer die Vorgänger noch einmal auszustechen. Ab dem 4. Dezember wird fallschirmwingsuitentergehakt.
