Jeder will so sein wie James Bond: Er sieht gut aus, er ist charmant und schlagfertig. Er kann alles, bekommt alles, überlebt alles und rettet ständig die Welt.
Sein Name ist Bond, James Bond. Seit nunmehr 43 Jahren steht er im Dienste Ihrer Majestät. Auch auf der PlayStation2 hat der Geheimagent schon mehrfach Königin und Vaterland vor dem ein oder anderen Größenwahnsinnigen gerettet. In den bisherigen Konsolen-Einsätzen sahen sich Joypad-Spione ausschließlich mit modernen Gefahren konfrontiert, in "James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau" ist das etwas anders.
In tödlicher Mission
Als Vorlage dient der gleichnamige Film aus dem Jahr 1962. Aus diesem Grund wird der Geheimagent im Spiel auch nicht von Pierce Brosnan, sondern von Alt-Bond Sean Connery verkörpert. Virtueller Spion und realer Schauspieler sehen sich verblüffend ähnlich: Gesicht, Mimik und Körperhaltung Connerys wurden perfekt umgesetzt. Einzig die deutsche Synchronstimme passt nicht. Wie bei allen Charakteren im Spiel klingt sie etwas hölzern und aufgesetzt. Für den vollen Bond-Genuss sollten Fans deshalb im Auswahlmenü englische Bildschirmtexte und Sprachausgabe aktivieren.
Ansonsten gibt es an der Technik von "Liebesgrüße aus Moskau" kaum etwas zu bemängeln. Hin und wieder bricht zwar die Bildwiederholungsrate etwas ein, doch das ist zu verschmerzen. Im Gegenzug wird nämlich eine wirklich ansehnliche Optik mit sehr detaillierten Innenarealen und jeder Menge Grafikeffekten geboten. Gut so, denn hier geht es heftig zur Sache!
Der Spion, der mich liebte
James Bond muss die Überläuferin Tatiana Romanova und eine geheime russische Dechiffriermaschine namens Lektor aus Istanbul herausschleusen. Was niemand weiß: Der Geheimbund Octopus (siehe Kasten) hat die Aktion angeleiert, um einen Konflikt zwischen den westlichen Mächten und den Ostblockstaaten zu provozieren -- und um Bond zu töten.
Insgesamt 18 Einsätze, darunter vier Bonusmissionen, erwarten den MI6-Agenten. Obwohl es sich um eine Adaption des Movies handelt, ist nur ein Teil der Spielabschnitte dem Film entlehnt, etwa die Auftaktszene im Irrgarten (im Game allerdings erst der zweite Level) oder die Flucht mit dem Orientexpress über Jugoslawien nach Triest.
Sowohl das Leveldesign als auch das Spielprinzip sind für das sehr actionorientierte Game ziemlich abwechslungsreich. So müsst ihr euch durch den türkischen Stützpunkt T des englischen Geheimdienstes kämpfen, dabei Geiseln befreien, Bomben entschärfen und Dutzende russischer Soldaten aus dem Weg räumen. Dabei stellen sich euch diese nicht einfach in den Weg, sondern greifen aus der Deckung heraus an, seilen sich von Dachluken ab oder hetzen kurzerhand einen schwer bewaffneten Kampfhubschrauber auf euch.
Lizenz zum Töten
Obwohl es sogar ab und an Schleichpassagen inklusive Stealth-Kills gibt, ist James nicht nur zu Fuß unterwegs: Mal rast er mit seinem Austin Martin über die Straßen von Istanbul, mal fliegt er per Raketenrucksack durch die unterirdischen Wasserkanäle der Stadt, mal klemmt sich hinter das Bord-MG eines Schnellbootes. Neben verschiedenen Fahrzeugen stehen dem Agenten auch zahlreiche Waffen wie Pistolen, Sturm- und Scharfschützengewehre sowie Qs Gadgets zur Verfügung. Mit der Laser-Uhr etwa könnt ihr durch gepanzertes Glas schießen, die Betäubungs-Manschetten schalten mehrere Gegner auf einen Schlag aus und mit dem Miniatur-Helikopter gelangt ihr durch Lüftungsschächte in verschlossene Räume.
Ganz Bond-typisch -- also mit viel Stil und noch mehr Raffinesse -- bestreitet ihr auch die Kämpfe. Auf Knopfdruck rollt sich 007 ab, drückt sich gegen die Wand oder streckt einen Gegner aus nächster Nähe nieder. Mit der Fokus-Funktion könnt ihr die Trefferzonen eurer Feinde sichtbar machen. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich, eine Granate vom Gürtel eines Gegners zu schießen. Solche Aktionen sehen nicht nur spektakulär aus, sondern gehen auf Grund der einfachen Steuerung auch leicht von der Hand. Genau wie beim echten James Bond!
