Geschüttelt oder gerührt? Der zweite Bond-Film ist zweifelsohne ein Klassiker. Ob EAs Versoftung ebenfalls Kultstatus erlangt?
S chluss. Aus. Ende. Pierce Brosnan ist nicht mehr 007 und der blonde (!) Newcomer Craig muss erst beweisen, ob er die Lizenz zum Kult hat. Deshalb kehrt EAs kommendes Videospiel zurück zu den Wurzeln. Naja, fast. Immerhin bis ins Jahr 1963, als James Bond - verkörpert vom jungen Sean Connery -- "Liebesgrüße aus Moskau" verschickte. Seitdem steht fest: Der einzig wahre Bond ist und bleibt Sir Connery - auch auf PS2.
60er-Jahre-Trip
Die Taschen prall gefüllt mit Waffen und von Q erfundenen Gadgets, besucht Globetrotter Bond internationale Metropolen wie London oder Istanbul. Äußerst actionreich gestaltet sich bereits der Start in der englischen Hauptstadt. Sofort fällt die bombastische Präsentation auf: Der digitale 007 sieht Vorbild Connery unglaublich ähnlich. Gebäude, Klamotten und Fahrzeuge zaubern ein erstklassiges 60er-Jahre-Flair auf die Mattscheibe. Hut ab! Neben dem hervorragenden Mehrspieler-Modus ist vor allem der Abwechslungsreichtum eines der Top-Verkaufsargumente: Mit 007 erlebt ihr Baller- und Sniper-Action, Fahrmissionen, Luftgefechte mit Jetpack sowie Schleicheinlagen. Spaßigstes Agenten-Spielzeug ist der Q-Copter, ein explosiver, ferngesteuerter Heli. Auch cool: Dank des neuen Target-Systems trefft ihr Feinde da, wo's richtig weh tut. Genügend Stoff also, um daraus ein traumhaftes Videogame zu stricken.
Das ist nur teilweise geglückt. Es fehlt an Spieltiefe und Liebe zum Detail. Beispiele: Man kann nur dort agieren (etwa springen), wo ein entsprechender Befehl eingeblendet wird. Der Aston Martin fährt sich wie ein zu leicht geratener Turbo-Trabbi auf Glatteis, während sich die Künstliche Intelligenz öfters ein Nickerchen gönnt. Die Kamera erschwert das Agentenleben unnötig und Ruckler tun ihr Bestes, um die Atmosphäre zu zerstören.
Das sind harte Schläge für Videospiel-Neuling Sean Connery. Kollege Brosnan ist da in "Alles oder Nichts" etwas besser weggekommen. Es sei ihm gegönnt -- so steht er nicht auch noch virtuell im Schatten von Altmeister Connery... ?PR
