Neuer Bond hin, neuer Bond her -- das spielt in der Konsolenwelt keine Rolle. Hier ist der Ur-Bond für Ihre Majestät im Einsatz: Sean Connery.
EA hatte mal wieder den richtigen Riecher! Man entschied, im neuen 007-Abenteuer die Retro-Schiene zu fahren. Also verpflichtete man Sean Connery und ermöglicht Fans jetzt, einen der besten Bond-Streifen nachzuspielen.
Schlimm genug, dass auf der Leinwand bald schon ein blonder James die Welt retten wird. Nicht auszudenken, was los wäre, wenn dieser Daniel Craig auch noch auf der Konsole geschüttelte Wodka-Martinis bestellen würde.
STORY: Die Handlung orientiert sich stark -- wie sollte es auch anders sein -- am Filmklassiker aus dem Jahre 1963. Die Taschen prall gefüllt mit Waffen und Q-Gadgets, besucht Globetrotter Bond Metropolen wie London oder Istanbul. Äußerst actionreich gestaltet sich bereits der Spielauftakt in der englischen Hauptstadt.
SPIEL: Der größte Trumpf von "Liebesgrüße aus Moskau" ist die Abwechslung. Langeweile kommt hier nicht so schnell auf: Brachiale Baller-Exzesse mit verschiedenen Wummen folgen auf Sniper-Abschnitte. Brisante Verfolgungsjagden wechseln sich mit luftigen Jetpack-Ausflügen ab. Gediegene Schleichereien geben dem Bond-Game sogar einen kleinen Stealth-Touch.
Das spaßigste Agenten-Spielzeug ist der Q-Copter: ein explosiver, fernsteuerbarer Heli mit eingebauter Kamera. Außerdem nett: Dank des neuen Target-Systems -- des so genannten Bond-Fokus -- treffen Sie Ihre Feinde da, wo's richtig weh tut. Der Mehrspieler-Modus lädt zudem vier Nachwuchs-Agenten zum Ballern ein.
Genügend Stoff also, um ein traumhaftes Videogame zu stricken -- was allerdings nur teilweise gelungen ist! Bei längerem Spielen, vermisst man eine gewisse Freiheit und entscheidende Details. Umso mehr überzeugt die Präsentation: Der digitale 007 sieht Connery unglaublich ähnlich. Zudem zaubern Gebäude, Klamotten und Fahrzeuge ein erstklassiges 60er-Jahre-Flair auf die Mattscheibe. Hut ab!
FAZIT: Eintönig ist EAs neuer Bond nicht. Auch technisch gibt es erneut nichts auszusetzen. Sean Connery und seine aus dem Film bekannten Freunde und Feinde wurden bestens getroffen. Doch leider fehlt es an Spieltiefe und an Liebe zum Detail -- und das in mehrfacher Hinsicht: Man kann nur dort agieren (etwa springen), wo ein entsprechender Befehl eingeblendet wird. Die Physik des Aston Martin ist alles andere als geglückt, die Künstliche Intelligenz ist nicht gerade überzeugend und die Kamera macht einem das Agentenleben unnötig schwer -- schade!
