Intel Alder Lake: CPU-Kaufberatung und Hinweise zu Kühlern

Special Antonio Funes
Intel Alder Lake: CPU-Kaufberatung und Hinweise zu Kühlern
Quelle: Intel

In unserem Special gibt es eine Kaufberatung und Leistungs-Einschätzung zu den neuen Sockel 1700-CPUs von Intel (Alder Lake) wie dem Core i5-12400F.

Was bedeuten unsere Erkenntnisse für aktuelle CPU-Kauftipps? Wir beginnen bei den Einsteigermodellen: Unter 150 Euro leistet der Core i3-12100F sogar etwas mehr in Games als der Core i5-10400F, der seit Monaten unser Kauftipp unter 250 Euro war. Obwohl der Core i3-12100F sogar schneller ist, halten wir es aber für klüger, trotzdem auf die etwas langsamere der beiden CPU zu setzen.

Kaufberatung: CPUs von AMD und Intel

Denn wie lange der Core i3 noch als Gaming-CPU taugt, ist nicht klar - und wer eh schon unbedingt unter 150 Euro beim CPU-Preis bleiben will, gehört sicher nicht zu den Gamern, die ohne Murren schon nach möglicherweise zwei Jahren eine neue CPU kaufen werden.

Die gut 30 Euro Aufpreis für den Core i5-10400F sind daher aus unserer Sicht gut anlegt, zumal man die Mainboard-Marktlage bedenken muss: Sockel 1700-Mainboards kosten aktuell noch 30 bis 50 Euro mehr als günstige Einsteiger-Modelle für den Sockel 1200. Der Core i5-10400F mit einem Sockel 1200-Einsteigermainboard kostet daher aktuell genau so viel wie ein Core i3-12100F mit einem der derzeit günstigsten Sockel 1700-Mainboards.

Der neue Core i5-12400F aber erscheint enorm attraktiv im Bereich unter 200 Euro: Er kostet ab 180 Euro und ist über 20 Prozent schneller als der Core i5-10400F. Wegen der Mainboardpreise ist am Ende steht aber doch ein Aufpreis von eher 80 Euro zu Buche. In der Summe ist das Preis-Leistungs-Verhältnis beider CPUs im Vergleich identisch: Wer den neuen Core i5-12400F nimmt, bezahlt genau so viel mehr, wie es auch seiner Mehrleistung entspricht.

Auf diesem Foto mit einem Core i9-12900K erkennen erfahrene Nutzer, dass die CPUs für den Sockel 1700 etwas länglicher sind als frühere Mainstream-CPUs. Daher ist beim Kühler-Kauf Vorsicht geboten, auch wegen der Montagevorrichtung. Quelle: PCGH Auf diesem Foto mit einem Core i9-12900K erkennen erfahrene Nutzer, dass die CPUs für den Sockel 1700 etwas länglicher sind als frühere Mainstream-CPUs. Daher ist beim Kühler-Kauf Vorsicht geboten, auch wegen der Montagevorrichtung. Wer also nicht problemlos den Mehrpreis bezahlen kann, bleibt weiterhin mit dem Core i5-10400F bestens bedient. Ist der neue Core i5-12400F also doch nicht der ganz große Wurf von Intel? Um diese Frage zu beanworten, genügt ein Blick zu den teureren CPUs. Denn dann wird klar: Der Core i5-12400F bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und hält mit CPUs bis 300 Euro gut mit - er leistet zum Beispiel ähnlich viel wie ein Ryzen 5 5600X (280 Euro).

Selbst wenn wir die AMD-CPUs mit einem Mainboard für nur 60 Euro koppeln, ist der Core i5-12400F mit einem 100 Euro-Mainboard noch etwas günstiger. Was man der AMD-CPU aber als Vorteil gutschreiben darf: Der Prozessor ist übertaktbar, und zwar auf einem lohnenswerten Niveau schon mit Mainboards ab etwa 100 Euro.

Bei Intel müsste man zum Übertakten den 280 Euro teuren Core i5-12600KF und ein teures Z690-Mainboard nehmen - in dem Fall siegt dann wiederum AMD mit dem Ryzen 5 5600X in Sachen Preis-Leistung, und zwar eindeutig. Erst dann, wenn man für den AMD Ryzen 5 5600X ein Mainboard für mindestens 160 Euro kauft, ist der Core i5-12600K mit Z690-Mainboard gleichauf, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.

Der Core i5-12600K ist von der Leistung her seinen Aufpreis zum Core i5-12400F übrigens auch nicht wert. Bis 300 Euro gilt daher aktuell: Wer nicht übertakten will, nimmt den Core i5-12400F. Wer übertaktet, wählt den Ryzen 5 5600X und kann auch den Core i5-12600K nehmen, sobald er ohnehin vorhatte, 160 Euro oder mehr für das Mainboard zu investieren.

Über 300 Euro lohnt sich ein CPU-Kauf für normale Gamer wiederum kaum. Denn mehr als sechs Kerne bringen für die Gaming-Leistung nur einen sehr kleinen Vorteil. Wer aber ganz sicher sein will, dass der Prozessor auch in vielen Jahren noch genug Kerne hat, kann natürlich auch zu einer Achtkern-CPU greifen.

Erst recht diejenigen, die bestimmte Anwendungen als Hobby oder beruflich nutzen, die definitiv von mehr als sechs Kernen einen klaren Vorteil haben. Hierbei kommen folgende Modelle in Frage: Ryzen 7 5800X, Intel Core i7-12700F und Core i7-12700KF. Die beiden erstgenannten CPUs kosten beide aktuell 360 Euro und sind in Games in etwa gleichschnell, und zwar auf einem Level mit dem Core i5-12600KF.

Vorteil AMD: Eine Übertaktung ist möglich. Wer bei Intel übertakten will, muss den Core i7-12700KF nehmen - dieser ist auch im Standardtakt um gut fünf Prozent schneller und kostet 410 Euro. Beachten muss man aber, dass dann auch das Mainboard mindestens 180 Euro kostet.

Zum Vergleich: Der Core i7-12700F plus Mainboard kostet mindestens 470 Euro, beim AMD Ryzen 7 5800X geht es schon ab etwa 420 bis 440 Euro los, mit einem Übertakter-Mainboard ab etwa 500 Euro. Für den Core i7-12700KF wiederum werden mit Mainboard mindestens 590 Euro fällig, dafür ist dann etwa vier bis fünf Prozent schneller.

Noch mehr auszugeben lohnt sich selbst für bestimmte Anwendungen so gut wie gar nicht. 500 Euro und mehr für einen Ryzen 9 5900X oder Core i9-12900 sind einfach zu viel, um noch als lohnenswert zu gelten. Wichtig ist aber allgemein beim Sockel 1700 die CPU-Kühler-Frage. Diese behandeln wir zum Abschluss noch als letztes Kapitel.

Aufpassen beim CPU-Kühler

2011 kam der Sockel 1155 auf den Markt - alle seitdem neu veröffentlichten Intel-Mainstreamsockel hatten die gleichen Sockel-Maße, so dass das Montagematerial für die CPU-Kühler kompatibel blieb.

Der Alpenföhn Ben Nevis Advanced ist bewährter Kühler unter 30 Euro - für den Sockel 1700 muss man das Montagematerial eventuell nach dem Kauf noch anfordern. Quelle: Alpenföhn Der Alpenföhn Ben Nevis Advanced ist bewährter Kühler unter 30 Euro - für den Sockel 1700 muss man das Montagematerial eventuell nach dem Kauf noch anfordern. Der Sockel 1700 weicht aber nun bei den Maßen ab, so dass man beim Kühler-Kauf unbedingt auf die Eignung für den Sockel 1700 achten muss. Der PC Games Hardware-Preisvergleich listet bisher 75 passende CPU-Kühler - wir haben hier für euch die 65 Tower-Kühler für den Sockel 1700 verlinkt, die zudem auch für den Sockel AM4 und die bisherigen Intel-Mainstream-Sockel seit 1155 kompatibel sind.

Zum Vergleich: Für die 115x-Sockel und den Sockel 1200 gibt es über 250 erhältliche Towerkühler. Zudem musss man bei vielen der 1700er-Kühler beachten, ob das passende Montagematerial dabei ist oder (zumindest derzeit noch) beim Hersteller erst bestellt werden muss. Dies tun die Hersteller kostenfrei, allerdings in der Regel nur per Kaufnachweis für ein Sockel 1700-Mainboard. Wer also ein Sockel 1700-Setup plant, muss eventuell zuerst Mainboard sowie CPU kaufen und dann die die Ankunft des Kühler-Zubehörs abwarten, bevor er loslegen kann.

Viele nun als passend angegebene Kühlermodelle werden zwar schon seit vielen Wochen mit Sockel 1700-Zubehör produziert und ausgeliefert - bei manchen Shops können aber noch alte Chargen vorhanden sein, weswegen es eben dann den Bestellservice bei den Herstellern gibt. Fragt also vor dem Kauf beim Händler nach, sofern er nicht auf der Website klipp und klar eine Sockel 1700-kompatible Version anbietet.

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