Intel Alder Lake: P- und E-Cores sowie neue Mainboards und DDR5-RAM

Special Antonio Funes
Intel Alder Lake: P- und E-Cores sowie neue Mainboards und DDR5-RAM
Quelle: Intel

In unserem Special gibt es eine Kaufberatung und Leistungs-Einschätzung zu den neuen Sockel 1700-CPUs von Intel (Alder Lake) wie dem Core i5-12400F.

Bei der Einführung der Alder Lake-CPUs im vergangenen November kam eine Besonderheit bei der Prozessor-Architektur mit dazu, die man von mobilen CPUs und SoCs bereits kennt. Denn in den damals veröffentlichten Prozessoren Core i5-12600K(F), i7-12700K(F) und i9-12900K(F) sind jeweils zwei Arten von Kernen enthalten, die P- und E-Cores.

Des Prozessors Kern(e): P- und E-Cores

Das P steht für Performance, auf Deutsch also Leistung. Diese Kerne sind für die Hauptleistung zuständig und können zwei Threads parallel verwalten. Im Grunde genommen sind es also mit Blick auf die Intel-CPUs für den Sockel 1200 ganz normale, moderne CPU-Kerne für Core i-Prozessoren. Neu sind die E-Cores, wobei das E für Efficiency, also Effizienz steht.

Die E-Cores unterstützen die P-Cores, sind dabei stromsparender, aber auch weniger leistungsstark. Sie können auch nur einen Thread parallel verwalten. Aus diesem Grunde resultiert aus der Kernanzahl nicht, wie sonst in der jüngsten Vergangenheit gewohnt, automatisch auch die doppelte Anzahl an gleichzeitig verwaltbarer Threads. Ein Alder Lake mit 16 Kernen hat also nicht automatisch auch 32 Threads. Vielmehr hängt es vom Modell ab, wie sich die Threadanzahl berechnet.

Der Core i5-12600K hat zum Beispiel 6 P- und 4 E-Cores, also 10 Kerne - es sind aber nicht 20, sondern nur 16 Threads. 12 kommen von den 6 P-Cores, 4 von den 4 E-Cores. Bei den neuen Non-K-Modellen, wegen denen wir unser Special erstellt haben, gibt es Modelle, die nur P-Cores bieten, und andere, die P- und E-Cores haben.

Dies habt ihr ja schon in der Übersicht auf der vorigen Seite bemerkt: Die Core i3- sowie Core i5-CPUs mit Ausnahme des Core i5-12600K und 12600KF haben keine E-Cores. Ob dies relevant für die Spieleleistung ist, sehen wir später - zuerst gehen wir aber kurz auf die neuen Mainboards ein.

Neue Mainboard-Chipsätze und DDR5-RAM

Bis vor wenigen Tagen konnte man für den Sockel 1700 nur die mindestens 180 Euro teuren Z690-Modelle kaufen. Mit den Non-K-CPUs kamen nun nach und nach auch etwa 40 Mainboards mit den Chipsätzen B600 und H610 in die Händlerregale, zudem noch zwei H670-Modelle, die aber mit Preisen ab 175 Euro keinerlei Relevanz haben, was die Hoffnung auf günstigere Mainboard betrifft.

Bei den Chipsätzen H610 und B660 geht es aktuell ab 110 Euro los. Was genau sind aber die für Spieler möglicherweise wichtigen Unterschiede zwischen den Chipsätzen? Wir haben die aus unserer Sicht relevanten Unterschiede in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Chipsatz CPU-OC RAM-OC RAM-Slots PCIe 4.0 USB-Ports SATA-Ports PCIe-RAID
H610 nein nein 2 nein 10 4 nein
B660 nein ja 4 ja 12 4 nein
H670 nein ja 4 ja 14 8 ja
Z690 ja ja 4 ja 14 8 ja

Alle Punkte, bei denen es Unterschiede gibt, sind für einen normalen Gaming-PC im Grunde genommen irrelevant, außer man möchte übertakten oder braucht zum Beispiel mehr als vier SATA-Ports, da man trotz M.2-SSD noch weitere fünf oder sechs SATA-Laufwerke anschließen will. Selbst das Fehlen von PCIe 4.0 beim Chipsatz H610 dürfte auf absehbare Zeit kein merkbarer Nachteil sein, da die Leistung von Grafikkarten durch einen älteren Standard als dem, den die Grafikkarte selbst bietet, nicht oder kaum messbar leidet.

Aktuell das günstigste lieferbare Sockel 1700-Mainboard: Das ASRocK B660M-HDV für 110 Euro Quelle: ASRock Aktuell das günstigste lieferbare Sockel 1700-Mainboard: Das ASRocK B660M-HDV für 110 Euro Trotzdem sind die neuen Mainboards noch nicht der ganz große Wurf. Denn selbst das günstigste Modell kostet nunmal mindestens 110 Euro. Man muss also, wenn man nicht übertakten will, stets eine Art indirekten Aufpreis für die Sockel 1700-CPUs in Höhe von 30 bis 50 Euro im Vergleich zum Sockel Intel 1200 und AMD AM4 miteinrechnen, da man bei diesen beiden Sockeln schon ab 60 bis 70 Euro ordentliche Hauptplatinen bekommen kann..

Was außerdem wichtig beim Mainboardkauf ist: Alder Lake ist zu DDR5-RAM kompatibel - diese neue RAM-Sorte ist aber schwer erhältlich und derzeit absurd teuer: Bei DDR4-RAM mit einem Takt von 3200 MHz kosten 8GB unter 30 Euro, ein 32GB-Kit ist ab 110 Euro zu haben.

Bei DDR5 hingegen kosten 8GB über 100 Euro, ein 32GB-Kit mehr als 320 Euro. Man muss sich bei der Wahl für ein Mainboard auf DDR4 oder DDR5 festlegen, da es nur RAM-Slots für eine der beiden RAM-Sorten gibt - aktuell fällt dies wegen der Preise und Verfügbarkeit nicht schwer. Und auch Leistungsmäßig gibt es laut ersten Tests keine relevanten Unterschiede, so dass selbst die Überlegung, den Mehrpreis für DDR5-RAM in Kauf zu nehmen, Fehl am Platze ist.

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  1. Seite 1 Intel Alder Lake: Neue Non-K-CPUs in der Übersicht
  2. Seite 2 Intel Alder Lake: P- und E-Cores sowie neue Mainboards und DDR5-RAM
  3. Seite 3 Intel Alder Lake: Leistungseinschätzung
  4. Seite 4 Intel Alder Lake: CPU-Kaufberatung und Hinweise zu Kühlern
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