Intel 11000: Fazit und Kauftipps

Special Antonio Funes
Intel 11000: Fazit und Kauftipps
Quelle: Intel

Intel hat eine ganze Reihe an neuen Prozessoren auf den Markt gebracht, nämlich die neuen Rocket Lake-S-Modelle für den Sockel 1200 mit Core i-CPUs der 11000er-Generation. Wie sieht aber die Leistung der neuen Prozessoren aus? Dies schauen wir uns näher an und können auch durch unser Fazit einige Kaufempfehlungen abgeben, auch was AMD-Prozessoren angeht.

Fazit und Tipss zur Kaufentscheidung

Sind die neuen Intel-CPUs empfehlenswert, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht? Da wir nicht zu allen Prozessoren Testergebnisse haben, können wir das nicht allgemeingültig beantworten - aber eines wurde bei unseren Analysen deutlich: Bei vergleichbarem Takt sind die neuen CPUs stärker als die 10000er-Modelle. Und sowohl der Core i7-11700K als auch der i9-11900K sind sehr starke CPUs, bei denen der i7 sogar den alten, deutlich teureren i9-10900K übertreffen kann. Allerdings ist letzterer deutlich überteuert und daher eine schlechte Vergleichs-Basis - die echte Konkurrenz findet sich woanders.

Denn vergleicht man den neuen i7 und i9 nämlich mit dem AMD Ryzen 5 5600X und Ryzen 7 5800X, sieht es nicht mehr so rosig aus. Der i7-11700K ist kaum nennenswert schneller als der Ryzen 5 5600X, kostet aber 50 bis 80 Euro mehr.

GIGABYTE Z590 Vision G 250 Euro Quelle: GIGABYTE GIGABYTE Z590 Vision G 250 Euro Und der i9-11900K ist kaum schneller als der Ryzen 7 5800X, kostet aber sogar mindestens 130 Euro mehr - zumindest auf derzeitigem Stand. Wer mehr als 300 Euro ausgeben kann (oder will), der sollte aktuell den Ryzen 5 5600X wählen. Alle teureren CPUs sind nicht mehr nennenswert stärker - allenfalls die Nutzer, denen die Kern/Thread-Anzahl des Ryzen 5 nicht reicht, sollten dann zum Ryzen 7 5800X greifen. Den Core i7-10700K und i9-10900K halten wir aber nicht für empfehlenswert für ihre aktuell gültigen Preise. Anders sieht es beim Core i5-11600K oder i5-11600KF aus. Diese CPUs leisten für Preise von um etwa 250 Euro mehr als die teureren CPUs AMD Ryzen 7 3700X (270 Euro), Ryzen 7 3800X und Core i7-10700K (jeweils etwa 300 Euro). Eine Frage, die sich aber stellt, ist, ob der Aufpreis zu einem nicht-übertaktbaren Core i5 sich rentiert und man nicht gerade für einen Preis-Leistungs-PC eher einen günstigeren Prozessor nehmen könnte. Der Core i5-10400F kostet beispielsweise nur 130 bis 140 Euro und bietet genug Power für eine ganze Weile im Gamingbereich - dafür ist der i5-11600K etwa 20 Prozent schneller. Ob man wegen dieses Leistungsplus über 100 Euro mehr bezahlen will, muss man für sich entscheiden.

Da die neuen 11000er-CPUs zudem gezeigt haben, dass sie bei gleichem Takt schneller in Spielen sind als die 10000er-Modelle, muss man auch noch den neuen Core i5-11400 erwähnen, zu dem uns keine Testergebnisse vorliegen. Aber die Taktwerte sind ähnlich zum Core i5-10400, so dass man mit etwas mehr Leistung rechnen kann - dafür kostet der i5-11400 etwa 20 bis 30 Euro mehr, was aber auch dem mutmaßlichen Leistungsplus gerecht zu werden scheint. Kurz gesagt: wer nicht zwingend mindestens acht Kerne braucht und nicht als Minimum die Leistung eines Ryzen 5 5600X benötigt, der braucht nicht 200, nicht 250 und erst recht nicht 300 Euro auszugeben, sondern kann eines der nicht-übertaktbaren Core i5-Modelle für 130 bis 180 Euro kaufen und liegt mit dem neuen i5-11400 (vermutlich) nur etwa 10 Prozent vom 250 Euro teuren i5-11600K weg. Die K-CPU lässt sich zwar übertakten - dafür ist aber ein Mainboard mit Z-Chipsatz ab etwa 120 Euro nötig, was gerade in einem günstigen Preis-Leistungs-PC ein relativ hoher Kostenfaktor wäre. Ohne Übertakter-Ambitionen reicht ein Mainboard für 60 bis 100 Euro völlig aus. AMD-Fans greifen bis 250 Euro am besten zu einem Ryzen 5 3600, der zwar etwas langsamer als der günstigere Core i5-10400F ist, aber selbst mit einem recht günstigen Mainboard übertaktet werden kann. Unsere aktuellen CPU-Empfehlungen für Modelle mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis lauten wie folgt, wobei keine der CPUs eine IGP hat, da wir bei Intel auf die F-Varianten setzen und auch die Ryzen-CPUs generell keine IGP haben (Ausnahme: Ryzen-Modelle ein G hinter der Modellnummer, die aber in unseren Tipps nicht vorkommen):

Hersteller CPU-Modell Sockel (Familie) K (T) Takt (Boost) TDP Preis ab
Intel Core i5-10400F 1200 (Comet Lake-S) 6 (12) 2,9 (4,3) GHz 65W 130 Euro
Intel Core i5-11400F 1200 (Rocket Lake-S) 6 (12) 2,6 (4,4) GHz 65W 165 Euro
AMD Ryzen 5 3600 AM4 (Matisse) 6 (12) 3,6 (4,0) GHz 65W 165 Euro
Intel Core i5-10600KF 1200 (Comet Lake-S) 6 (12) 4,1 (4,8) GHz 125W 195 Euro
Intel Core i5-11600KF 1200 (Rocket Lake-S) 6 (12) 3,9 (4,9) GHz 125W 240 Euro
Intel Core i7-10700 1200 (Comet Lake-S) 8 (16) 2,9 (4,8) GHz 65W 280 Euro
AMD Ryzen 7 3700X AM4 (Matisse) 8 (16) 3,6 (4,4) GHz 95W 275 Euro
Intel Core i7-11700F 1200 (Rocket Lake-S) 8 (16) 2,5 (4,9) GHz 65W 310 Euro
AMD Ryzen 5 5600X AM4 (Vermeer) 6 (12) 3,7 (4,6) GHZ 65W 320 Euro
AMD Ryzen 7 5800X AM4 (Vermeer) 8 (16) 3,8 (4,7) GHz 105W 430 Euro
Intel Core i9-11900F 1200 (Rocket Lake-S) 8 (16) 2,5 (5,2) GHz 65W 440 Euro

Wir haben bewusst keine CPU über 450 Euro mit in die Empfehlungen aufgenommen, da es für einen normalen Gaming-PC keinen lohnenswerten Vorteil für solch teure CPUs gibt. Selbst für streamende Gamer muss es nicht mehr als ein Core i7-11700K oder Ryzen 7 5800X sein. In der nächsten Woche werden wir uns noch um Mainboards kümmern, denn durch die neuen CPUs kann je nach Mainboard-Modell erstmals PCIe 4.0 genutzt werden. Bei AMD ist das beim Sockel AM4 schon längst der Fall, nämlich seit der Ryzen 3000er-Serie.

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