Intel Alder Lake: RAM und ein Fazit mit Kaufempfehlungen
Special
In unserem Special dreht sich alles um die sechs neuen Alder Lake-CPUs für den ebenfalls neuen Sockel 1700 von Intel. Wir gehen auf die Technik ein, bewerten die Leistung und das Preis-Leistungs-Verhältnis, außerdem geht es um passende Mainboards, CPU-Kühler und die Frage nach dem neuen DDR5-RAM, das man optional verwenden kann.
RAM: DDR4 oder DDR5?
Alder Lake ist gerade erst auf dem Markt - insofern ist noch nicht ganz sicher, ob der Support für DDR5-RAM bereits voll zur Entfaltung kommt. Allerdings zeigt sich in einigen Tests, dass das vermeintlich bessere RAM im Vergleich zu DDR4-RAM aktuell keinen nennenswerten Vorteil bringt. Dies ist auch nicht völlig überraschend und war auch schon bei anderen neu eingeführten RAM-Standards in der Historie so. Ein Grund dafür ist, dass das jeweils neue RAM höhere Taktraten hat und mehr Daten pro Sekunde scheffeln kann - die Bandbreite erhöht sich also.
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Auf der anderen Seite leidet aber die Reaktionszeit des RAMs, die Cas Latency (CL). Am Ende gleicht sich dies dann oftmals aus. Auch bei den von uns gefundenen Vergleichstests der Alder Lake-Leistung von DDR4- und DDR5-RAM zeigte sich, dass DDR5 (noch) kein Vorteil ist, vor allem nicht angesichts der Preise. Die PC Games Hardware hat zum Beispiel durchaus Vorteile bei DDR5-RAM entdeckt, kommt aber auch zu dem Schluss, dass man mit einem ordentlichen DDR4-RAM-Kit bestens unterwegs ist und der Aufpreis für DDR5 fraglich ist: Ein 32GB-Kit DDR4-RAM mit einem hohen Takt von 3600 MHz kostet 120 Euro, bei DDR5-RAM kostet selbst das langsamste 32GB-RAM-Kit 240 Euro und mehr.
Quelle: Crucial
DDR5 RAM von Crucial - aktuell ist daneben nur noch DDR5-RAM von Kingston gelistet, aber die Riegel beider Hersteller sind derzeit ausverkauft.
Man kann sich also den Aufpreis für das derzeit noch sehr teure DDR5-RAM sparen und auf DDR4 und ein passendes Mainboard setzen. Und wie schon zuvor erwähnt: Zu Redaktionsschluss für unseren Artikel war DDR5-RAM ohnehin ausverkauft. Es ist aber auf der anderen Seite nicht ausgeschlossen, dass vielleicht in der Zukunft dann doch DDR5 die bessere Wahl ist. Wer darauf spekuliert, dass DDR5-RAM bei Alder Lake später doch noch nennenswert im Vorteil ist, der kann sich natürlich trotzdem jetzt schon ein DDR5-Setting kaufen - sofern er bereit ist zu akzeptieren, dass der Aufpreis am Ende rausgeschmissenes Geld sein kann.
Fazit und Kaufempfehlung
Mit dem Core i7-12700K und Core i9-12900K präsentiert Intel die derzeit stärksten Spiele-CPUs für einen Mainstreamsockel, nämlich den neuen Sockel 1700. Wer einfach nur die stärkste CPU-Spielelleistung sucht, macht mit einem Kauf also nichts verkehrt, wobei der Core i9 aus unserer Sicht zu teuer ist verglichen mit seinem kleinen Leistungsvorteil. Die Ryzen 9-CPUs sind aber damit trotzdem praktisch obsolet - sie waren die Alternative, falls ein Ryzen 7 5800X oder starker Intel Sockel 1200-Prozessor wie der Core i9-10850K nicht den Ansprüchen genügen sollte.
Bei den beiden neuen Intel-CPUs ist wegen der Preise also ganz klar der Core i7-12700K der Sieger. Der Core i9-12900K ist zwar um sechs Prozent schneller, allerdings schrumpft der Abstand bei den Auflösungen ab Full-HD, die bei Games ja in der Praxis relevant sind. Der Aufpreis des Core i9 beträgt aber mehr als 50 Prozent, und selbst wenn man die Preise des Gesamtpaketes aus CPU, 200-Euro-Mainboard und 32GB vergleicht, sind es noch immer fast 30 Prozent mehr.
Was ist mit dem 300 Euro teuren Core i5-12600K? Unser Preis-Leistungs-Tipp bei CPUs ab etwa 200 Euro war vor dem Release von Alder Lake der Ryzen 5 5600X für derzeit 290 Euro - und er ist immer noch ein Kauftipp. Allerdings bietet der kaum teurere neue Core i5-12600K etwas mehr Leistung, so dass er attraktiver erscheint. Nun kommt aber die Besonderheit, die zumindest aktuell den Ryzen aus unserer Sicht trotzdem zur clevereren Wahl macht. Denn Mainboards für den Sockel 1700 gibt es nicht unter 190 Euro, den Ryzen 5 5600X kann man aber mit einem Mainboard für nur 100 Euro problemlos auf volle Power bringen, und selbst wer übertakten will, muss nicht mehr als 150 Euro ausgeben, sofern es nicht um jedes Zehntel MHz Mehrtakt geht.
Quelle: PCGH
Der Ryzen 5 5600X trotz den neuen Alder Lake-CPUs und bleibt ein Kauftipp
Was Preis-Leistung abseits des Themas Mainboard angeht, liegt der Core i5-12600K in diesem Szenario eher auf einem Level mit dem Ryzen 7 5800X. Wer sowieso eher mehr als 160 bis 180 Euro für ein Mainboard ausgeben wollte, der findet im Intel Core i5-12600K also einen absoluten Kauftipp, der beim Preis-Leistungs-Verhältnis mit dem Ryzen 5 5600X gleichauf liegt, aber etwas mehr leistet. Wer mehr Power wünscht, wird wie schon oben geschildert mit dem Core i7-12700K glücklich werden, was die Relation aus Preis und Spielepower angeht.
Alternativen unter 250 Euro
Wem 250 bis 300 Euro zu viel sind, der kann sich einen Core i5-10400F kaufen. Zwar ist der Core i5-12600K in Games bei geringen Auflösungen etwa 29 Prozent schneller. Dafür kostet der Core i5-10400F nur 145 Euro - das ist inklusive eines ordentlichen Mainboards weniger als der Core i5-12600K pur schon kostet. Für preisbewusste Übertakter bietet sich wiederum der Core i5-10600K an, der 200 Euro kostet und etwas schneller als der Core i5-10400F ist. Beim Mainboard sollte man es dann aber preislich nicht übertreiben: Paart man den Core i5-10600K mit einem 200 Euro-Mainboard, würde man zum gleichen Preis den 20 Prozent schnelleren Ryzen 5 5600X zusammen mit einer Hauptplatine für 110 Euro bekommen, mit der man den Ryzen ebenfalls bereits übertakten könnte.
