Intel Alder Lake-CPUs: Was geht, Alder? Technik, Leistung, Mainboards und Kauftipps
Special
In unserem Special dreht sich alles um die sechs neuen Alder Lake-CPUs für den ebenfalls neuen Sockel 1700 von Intel. Wir gehen auf die Technik ein, bewerten die Leistung und das Preis-Leistungs-Verhältnis, außerdem geht es um passende Mainboards, CPU-Kühler und die Frage nach dem neuen DDR5-RAM, das man optional verwenden kann.
Intel hat sechs neue Prozessoren für Desktop-PCs auf den Markt gebracht - am Donnerstag. Dem 4. November, fiel dann auch das Test-Embargo, obwohl die Prozessoren schon vorher in Shops zu bestellen waren. Die CPUs der neuen Alder Lake-Familie hatte der Konzern bereits eine Woche zuvor offiziell angekündigt, wobei es sich bei allen sechs Modellen um übertaktbare Varianten handelt - dies ist bei Intel nicht selbstverständlich, da im Mainstream-Bereich normalerweise die nicht-übertaktbaren CPUs überwiegen.
In diesem Artikel
Ebenfalls neu und für die Alder Lake-Prozessoren nötig ist der Sockel 1700 sowie entsprechende Mainboards, bei denen es auch Modelle mit DDR5-RAM-Slots gibt.
Quelle: PCGH/Intel
Das Alder Lake-Lineup zum Release.
Wir klären euch in unserem Special auf, was es alles rund um Alder Lake und den Sockel 1700 an wissenswerten Infos gibt: Technik, RAM, Mainboards und das Thema CPU-Kühler, welches wichtig ist, da keiner der neuen Prozessoren einen Kühler im Lieferumfang hat. Außerdem haben wir mehrere bereits veröffentlichte Tests von Fachredaktionen zusammengefasst, um die Leistung der neuen CPUs einzustufen: Ist Alder Lake das Geld wert, oder sollte man vorerst noch beim Sockel 1200 oder AMDs Sockel AM4 bleiben? Hierzu haben wir auch einen Preis-Leistungs-Vergleich mit anderen aktuellen CPUs vorbereitet.
Alder Lake: Die Technik
Bei den neuen Prozessoren kommt eine Bauweise zum Einsatz, deren Prinzip man normalerweise nur von den SoCs (System on a Chip) in Smartphones oder Tablets kennt. Bisher waren in einer Intel-Desktop-CPU wie dem Core i7-11700K mehrere, aber technisch identische Kerne, in unserem Beispiel acht Stück. Früher boten dabei nur bestimmte Modelle Kerne, die dank Hyperthreading oder SMT (Simultaneous Multithreading) in der Lage waren, zwei Threads gleichzeitig zu bearbeiten. Aus einem Vier-Kerner wurde somit praktisch eine Achtkern-CPU. Beim Sockel 1200 haben wiederum alle Core i-Modelle SMT - SMT schien also der neue Standard zu sein.
Bei Alder Lake ist das anders, und es wird etwas komplizierter, aber wir sind sicher, dass unsere Erklärung weiterhilft. Denn die Alder Lake-CPUs haben Performance- und Efficiency-Cores, kurz P-Cores und E-Cores. Die P-Cores bieten SMT, die E-Cores nicht. Das heißt als Beispiel: 6 P-Cores (12 Threads) und 4 E-Cores (4 Threads) sind zusammen 10 Kerne und 16 Threads.
Die E-Cores sind geringer getaktet und verbrauchen vergleichsweise wenig Strom. Sie kommen zum Einsatz, um die P-Cores zu unterstützen. In Test kann man zwar die E-Cores abschalten, um nur die Leistung der P-Cores zu messen. Umgekehrt ist es aber nicht möglich, sodass man nicht genau bestimmen kann, wie viel schwächer die E-Cores sind. Allein wegen dieser neuen Architektur ergibt es schon überhaupt keinen Sinn, die technischen Daten wie etwa die Taktwerte oder den Cache mit älteren CPUs zu vergleichen, um die Leistung vorab einzuschätzen. Die Leistung wollen wir, was wir ohnehin bei neuen CPUs oder Grafikkarten tun, anhand von verfügbaren Testdaten später noch einstufen - dies sind aber zuerst die technischen Daten der neuen Intel-Prozessoren für den Sockel 1700:
| Modellname | Kerne (T) Gesamt | P-Cores (T) | E-Cores (T) | Max-Takt P-/E-Core | Leve 3 Cache | IGP | TDP / TDP max | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i5-12600K | 10 (16) | 6 (12) | 4 (4) | 4,9 / 3,6 GHz | 20 MB | ja | 125 / 150 Watt | 319 Euro |
| Core i5-12600KF | 10 (16) | 6 (12) | 4 (4) | 4,9 / 3,6 GHz | 20 MB | nein | 125 / 150 Watt | 299 Euro |
| Core i7-10700K | 12 (20) | 8 (16) | 4 (4) | 4,9 / 3,8 GHz | 25 MB | ja | 125 / 190 Watt | 439 Euro |
| Core i7-10700KF | 12 (20) | 8 (16) | 4 (4) | 4,9 / 3,8 GHz | 25 MB | nein | 125 / 190 Watt | 439 Euro |
| Core i9-12900K | 16 (24) | 8 (16) | 8 (8) | 5,1 / 3,9 GHz | 30 MB | ja | 125 / 241 Watt | 669 Euro |
| Core i9-12900KF | 16 (24) | 8 (16) | 8 (8) | 5,1 / 3,9 GHz | 30 MB | nein | 125 / 241 Watt | 679 Euro |
Es gibt noch zwei interessante Neuerungen - zum einen die Eignung der Alder Lake-CPUs für das neue DDR5-RAM, zum anderen die Tatsache, dass zumindest bei den nun veröffentlichten K-Prozessoren praktisch nur noch eine maximale Stromaufnahme als TDP. Theoretisch haben die CPUs eine Art Basis TDP sowie eine maximale zulässige Stromaufnahme. Dies ist bei Intel schon länger der Fall, und auch bisherige Mainboards verwendeten dabei dann meist die maximale Stromaufnahme als Standardwert. Wer wollte, konnte aber im BIOS sehr einfach das Profil wählen, bei dem als Durchschnittswert die niedrigere TDP-Angabe das Ziel ist - ist die Leistungsaufnahme zu lange beim maximalen Wert, greift das Mainboard ein. Dies geht bei den K-CPUs für den Sockel 1700 (aktuell) nicht, da bei allen Profilen das Maximum verwendet wird - das ist der Wert TDP max in unserer Tabelle. Nur wer alle nötigen Werte einzeln per Hand im BIOS eingibt, nutzt die geringere TDP-Option.
