Intel Raptor Lake: Strombedarf, RAM und Fazit

Special Antonio Funes
Intel Raptor Lake: Strombedarf, RAM und Fazit
Quelle: PCGH

Wir schauen uns die Leistung, aber vor allem auch Preis-Leistung des Core i5-13600K, Core i7-13700K und Core i9-13900K (Raptor Lake, Sockel 1700) genau an.

Stromverbrauch beim Spielen

Bei voller Last langen die Raptor Lake-CPUs mächtig zu und genehmigen sich deutlich mehr Watt als AMDs Ryzen 7000-Prozessoren. Ein PC mit einem Core i5-13600KF schluckt etwa 30 Watt mehr Strom als mit einem AMD Ryzen 7700X an Bord. Ein PC mit dem Core i7-13700KF benötigt etwas mehr Strom als mit einem Ryzen 9 7950X. Mit einem Core i9-13900KF ist es sogar ein Plus von 70 Watt, und wenn man ihm beim Strombedarf freie Hand lässt, sind es sogar 120 Watt mehr. Für die sogenannte CPU-Package-Power bedeutet das bis zu etwa 320 Watt.

Aber: Beim Gaming wird man glücklicherweise nie in die Situation kommen, in der eine moderne CPU komplett auf Volllast läuft. Im Schnitt sind es eher etwa 90 Watt für den Core i5-13600KF, 110 Watt für den Core i7-13700KF und 145 Watt für den Core i9-13900KF, wenn es um die CPU-Package-Power geht. AMD steht hier allerdings besser da: Die Ryzen-Modelle von 7600X bis 7950X liegen bei etwa 65 bis 120 Watt, wenn es um Spiele geht. Besonders gut steht der Ryzen 7 5800X3D da, der sich nur etwa 70 bis 75 Watt genehmigt, aber fast so stark wie der Core i5-13600KF ist, der ja auf etwa 90 Watt kommt.

Die Abstände beim Gaming sind aber relativ gering, sodass der Strombedarf für die Entscheidung beim Kauf einer Gaming-CPU nur für exzessive Gamer wichtig ist. Ein Plus von 20 Watt kostet euch, wenn ihr im Durchschnitt auf 2 Stunden Gaming jeden Tag kommt, pro Jahr etwa 15 KWh (Kilowattstunden) mehr. Bei einem Strompreis von 50 Cent pro KWh sind das also 7,50 Euro pro Jahr.

Raptor Lake: DDR4- oder DDR5-RAM?

Obwohl die neuen 13000er-CPUs nativ DDR5-RAM unterstützen, kann man sie, genau wie die 12000er-Modelle, auch mit DDR4-RAM betreiben, wobei hier 3200 MHz als Standard vorgesehen sind.

ASRock Z790M PG Lightning D4 Quelle: ASRock Mit dem ASRock Z790M PG Lightning D4 geht es bei den neuen Z790-Mainboards für den Sockel ab etwa 215 Euro inklusive DDR4-RAM Support los - Raptor Lake läuft aber auch auf älteren Sockel 1700-Chipsätzen. Beim DDR5-RAM steigt der nativ unterstützte Takt von 4800 MHz (Alder Lake) auf 5600 MHz (Raptor Lake). Die meisten Sockel 1700-Mainboards gibt es daher als Varianten mit DDR4- oder DDR5-RAM-Slots. Doch macht dies überhaupt einen Unterschied? Beim Wechsel von DDR2 zu DDR3 sowie von DDR3 zu DDR4 haben sich vor allem in Games kaum nachweisbare Vorteile ergeben.

Auch ein höherer Takt allein bringt selten viel Mehrleistung, da mit steigendem Takt die Latenzen, also quasi die Reaktionszeit des RAMs schlechter wird. Diese Erfahrungen gelten auch für den Sockel 1700, bei dem man dank der Mainboard-Auswahl den Vorteil von DDR5-RAM im Vergleich zu DDR4 gut testen kann.

Es gibt zwar ein kleines Leistungsplus durch DDR5-RAM, das allerdings den Aufpreis nicht wert ist. Denn wie ihr schon wegen des Vergleichs der neuen Raptor Lake-CPUs zu AMDs Ryzen 7000-Modellen wisst, die ja DDR5-RAM zwingend voraussetzen: DDR5-RAM kostet aktuell noch mindestens etwa 70 Prozent mehr als dieselbe Menge DDR4-RAM. In Sachen Raptor Lake solltet ihr also bei DDR4-RAM bleiben.

Fazit zu Raptor Lake: Stärkste Spiele-CPUs mit einem Preis-Leistungs-Sieger

Die neuen Raptor Lake-CPUs von Intel bereichern nicht nur den Sockel 1700, sondern weisen AMD mit den erst vor Kurzem veröffentlichten Ryzen 7000-CPUs für den neuen AMD Sockel AM5 in die Schranken.

Der Leitungsabstand in Spielen ist dabei zwar nur klein, aber wegen des Vorteils von vergleichsweise günstigen Mainboards und der Kompatibilität zu DDR4-RAM steht das Gesamtpaket deutlich besser da als eines für AMDs Sockel AM5, der DDR5-RAM fordert und derzeit nur Mainboards ab 220 Euro bietet. Aber auch bei Raptor Lake ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht durch die Bank weg top - wir empfehlen ganz klar den Core i5-13600KF für 345 Euro.

Der Core i7-13700KF für 470 Euro ist aber auch noch in Ordnung, falls ihr das Plus an Kernen brauchen könnt. Bei AMD steht der Ryzen 7 5800X3D fast so gut da wie der Core i5-13600KF, kann aber nicht übertaktet werden. Immer noch sehr empfehlenswert bleiben der Ryzen 5 5600X sowie Ryzen 7 5700X und 5800X - sie leisten zwar in Games deutlich weniger als Raptor Lake, kosten aber dafür auch entsprechend weniger und werden ebenfalls für einige Jahre für Games völlig ausreichen.

  1. Seite 1 Intel Raptor Lake: Einleitung, Modelle und Technik
  2. Seite 2 Intel Raptor Lake: Chipsatz Z790 und Leistungsanalyse der neuen CPUs
  3. Seite 3 Intel Raptor Lake: Ausführliche Preis-Leistungs-Analyse
  4. Seite 4 Intel Raptor Lake: Strombedarf, RAM und Fazit
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