Immortals of Aveum im Test: Magie-Doom mit zwei Gesichtern

Test Yannik Cunha Lukas Schmid
Immortals of Aveum im Test: Magie-Doom mit zwei Gesichtern
Quelle: Electronic Arts, 2023

Immortals of Aveum ist ein Ego-Shooter, aber hier verschießt ihr Magie statt Patronen - wie uns EAs neues Projekt gefallen hat und wie viel Call of Duty und Doom wirklich drinstecken, lest ihr in unserem Test.

Nicht unbedingt schlimm, und immerhin war diese Spezialisierung unsere Entscheidung. Aber im direkten Vergleich zu DOOM, in dem wir je nach Art der Bedrohung immer wieder eine andere Waffe in die Hand nehmen müssen, ist es hier effizienter, mit blauen Lasern um sich zu schießen - obwohl uns so viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen! Zusätzlich zu den Sigillen schalten wir bis zu sechs verschiedene Zaubersprüche frei, die wir frei wirken können, ausreichend Mana vorausgesetzt. Diese haben allesamt verschiedene Aufgaben. Beispielsweise können wir Schilde mit einem Spruch brechen oder Feinde wegschleudern. Auch ein Greifhaken gehört zum Portfolio. Mit diesem können wir uns an markierte Orte befördern oder Gegner zu uns ziehen. Praktisch!

Zwei Hälften

Bisher sind wir nur auf die Action eingegangen. Immortals of Aveum teilt sich aber in zwei sehr verschiedene Spielarten auf. In den circa 20 Spielstunden bis zum Abspann verbringen wir knapp die erste Hälfte damit, problemlos Wellen an Gegnern auszuschalten. Das Arsenal, welches uns zur Verfügung steht, mussten wir wie erwähnt durch einige übermächtige Angriffe kaum nutzen.

Das führte unweigerlich dazu, dass wir den Titel nicht "richtig" spielten. Denn selbst gebastelte Combos wie jene, bei der wir Gegner mit dem Greifhaken zu uns ziehen, dann wegstoßen und mit unserer stärksten Magie erledigen, sind durchaus cool gestaltet, aber in der ersten Spielhälfte selten notwendig. Wir überlegten sogar, auf einem höheren Schwierigkeitsgrad zu spielen, da es sich anfühlte, als würden wir einfach nur durch die Story hetzen und nebenbei ein bisschen Schießbuden-Action absolvieren.

Doch mit Start der zweiten Hälfte des Spiels änderte sich das drastisch: Anstatt sinnlos alles niederballern zu können, mussten wir plötzlich auf gegnerische Angriffsmuster achten, mit unserem Dash ausweichen, mit unserem Schild blocken, Zaubersprüche benutzen und Elemente wechseln. Das Motto: niemals stillstehen!

Ab dann bekamen wir den Anspruch serviert, den wir zuvor die ganze Zeit gesucht hatten. Aus einem relativ lahmen Doom mit interessanter Spielwelt und Story wurde ab diesem Zeitpunkt ein wirklich intensives Zauber-Doom. Wirklich schade, dass das Spiel erst so spät seinen wahren Glanz zeigt. Aber besser spät als nie.

So richtig Fantasy!

Apropos Spielwelt: Immortals of Aveum geizt, passend zur Grundidee, nicht mit ausgiebigen Fantasy-Elementen und viel von den Autoren ersonnenem Magie-Mumbo-Jumbo. Aber stimmigem Mumbo-Jumbo! Der ganze Fantasy-Kram überzeugt nicht zuletzt deswegen, weil eindeutig viele Gedanken in die Hierarchien, Konflikte und das allgemeine World Building geflossen sind.

Blaue Magie in Immortals of Aveum Quelle: Electronic Arts Das Einzige, was einen immer wieder herausreißt, sind die Charaktere. Das fängt schon mit Held Jak an. Egal in welcher Situation, er hat immer einen drittklassigen One-liner auf den Lippen. Wir haben gerade ein uraltes, magisches Fragment gefunden, das dem Träger eine einzigartige Kraft verleiht und es aus Versehen zerstört? Jaks Reaktion: "Oh, ich glaube, ich hab' es kaputt gemacht". Das geht sogar so weit, dass Jak sich zusammen mit seinem Kumpel Devyn einen One-liner überlegt, den er dem bösen Overlord Sandrakk bei deren nächsten Begegnung an den Kopf werfen kann ...

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