IL-2 Sturmovik 1946

Test Sascha Gliss

Das Beste kommt immer zum Schluss: Mit dem garantiert letzten Addon der Serie bringt Ubisoft das Rundum-sorglos-Paket für IL-2-Piloten.

Die Zähigkeit des russischen Schlachtflugzeugs IL-2 war legendär. Die deutschen Jagdpiloten der Ostfront berichteten regelmäßig davon, wie Ihre 20-Millimeter-Granaten von der dicken Panzerung der Sturmovik abprallten, ohne den fliegenden Panzer ernsthaft zu beschädigen.

Als ähnlich zäh und langlebig hat sich inzwischen die Simulation Il-2 erwiesen, mit der die russischen Entwickler rund um Oleg Maddox dem Weltkriegs-Bomber im Jahr 2001 ein virtuelles Denkmal setzten.

Gekonnte Modellpflege

Hauptgrund dieser Langlebigkeit ist sicherlich die Qualität des Spiels, die über die Jahre durch zahlreiche Patches und Erweiterungen kontinuierlich verbessert wurde. Maddox und Konsorten schraubten nicht nur am Spielkonzept herum, sondern packten mit jedem größeren Patch auch neue Flugzeugmodelle und -varianten in den virtuellen Hangar.

So nah müssen wir mit der Ta-183 normalerweise nicht an die Bomber heran. Die ist nämlich mit der ferngelenkten X-4-Rakete ausgerüstet. So nah müssen wir mit der Ta-183 normalerweise nicht an die Bomber heran. Die ist nämlich mit der ferngelenkten X-4-Rakete ausgerüstet. Beispiel gefällig? IL-2 sollte ursprünglich ausschließlich der Sturmovik gewidmet sein. Die meisten anderen Flieger sollten nur als Gegner oder Flügelmänner von der KI gesteuert werden. Inzwischen jedoch enthält der Simulator beispielsweise den umfassendsten »Fuhrpark« an virtuellen Modellen der Bf-109-Familie. Von der leichten Emil-Variante von 1940 bis zur bärenstarken Kurfürst (1944/45) können wir alle wichtigen Modelle der Messerschmitt fliegen, darunter auch einige seltene Versionen wie die E-7/Z mit Lachgaseinspritzung für große Flughöhen.

Secret Weapons of the Luftwaffe

Diesen Trend bringen die Entwickler mit dem 1946-Update zu einem krönenden Abschluss. Wie der Name vermuten lässt, verlässt IL-2 mit dem Addon nämlich den Bereich historischer Authentizität und entführt uns in ein »was wäre, wenn ...?«-Szenario. Hier liegen Deutschland und Russland im Jahr 1946 noch immer im Krieg, und dementsprechend sehen auch die Flugzeuge aus, mit denen wir in den drei neuen Kampagnen auf Feindflug gehen.

Ultraschick: Die Cockpits der neuen Flieger (hier: die Do-335) sind gewohnt realistisch, alle Anzeigen funktionieren. Ultraschick: Die Cockpits der neuen Flieger (hier: die Do-335) sind gewohnt realistisch, alle Anzeigen funktionieren. Auf Seiten der Luftwaffe kommen hauptsächlich Flieger zum Einsatz, die es in dieser Form nur auf dem Reißbrett oder in Modellform gegeben hat. So können wir etwa ins Cockpit der legendären Ta-183 »Huckebein« klettern, einem revolutionären Jet, der viele Designelemente der Düsenjäger der 50er-Jahre vorwegnahm. Das Equipment der VVS (russische Luftwaffe) ist nicht ganz so »fantastisch«, da viele der neuen Sowjet-Jäger nach dem Krieg tatsächlich zum Einsatz kamen. So können wir etwa die zweistrahlige Mig 9 oder die merkwürdig aussehende Yak 15 fliegen. In der Realität nutzten beide Jets verbesserte Nachbauten deutscher Triebwerke und wurden bis Ende der 40er-Jahre produziert.

Riesiger Flugpark

Insgesamt erweitert 1946 die IL-2-Flotte um 32 Flieger. Hinzu kommen die Maschinen sämtlicher Erweiterungen wie Forgotten Battles oder Pacific Fighters. Summa summarum bietet das Spiel in seiner letzten Ausbaustufe die sagenhafte Zahl von 229 Spielermaschinen -- inklusive der reinen KI-Flieger sind es sogar über 300. Darüber hinaus sind in 1946 auch alle Kampagnen, Einzelmissionen und Einsatzgebiete sämtlicher Erweiterungen enthalten plus drei neue 1946-Kampagnen, tonnenweise Flugzeuglackierungen und zig Karten, auf denen wir im erweiterten Editor unsere eigenen Einsätze basteln.

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