Hotel Ruanda

Test

Terry Georges Drama erzählt von der Zivilcourage eines Mannes, der sein Leben für über 1000 Flüchtlinge riskierte

Ruanda,1994. Seit Jahren herrschen Unruhen zwischen dem Volkstamm der Hutu und der Minderheit der Tutsi. Der unbändige Hass basiert auf einer Zwei-Klassen-Kategorisierung der Belgier während der Kolonialzeit. Der angesehene Hotelmanager Paul Rusesabagina (Don Cheadle), ein Hutu, will von diesen Streitigkeiten aber nichts wissen. Schließlich ist seine Frau Tatjana (Sophie Okonedo) eine Tutsi.

In der Nacht vom 6. auf den 7. April überschlagen sich die Ereignisse. Wutentbrannte Hutu-Milizen metzeln im Land wahllos Tutsis nieder. Auch die Leben von Pauls Frau und seiner Kinder sind in Gefahr. Unter Einsatz seines Lebens versteckt Paul seine Familie und über 1000 Flüchtlinge beider Seiten im Vier-Sterne-Hotel "Del Milles Collines". Doch wie lange kann er die mordenden Horden mit Alkohol und Geld bestechen?

Traurige Wahrheit

Als gehaltvoll erweist sich der Audiokommentar von Regisseur Terry George und dem echten Paul Rusesabagina, der die Authentizität des Films bestätigt und von damaligen Erlebnissen berichtet. Ebenfalls mit am Mikrofon ist Ex-Fugee Wyclef Jean, der für den Musik-Score verantwortlich zeichnete, aber nur wenige Sequenzen kommentiert.

In der Dokumentation "Return to Ruanda" führt Rusesabagina ein Kamerateam an den Ort des Schreckens, an dem er ehemalige Angestellte trifft.

Im Vergleich mit der in DVD VISION 06/05 getesteten US-Disc finden sich diesmal neben einem Making of und einer Behind-the-Scenes-Featurette zusätzlich Interviews mit Don Cheadle, Sophie Okonedo, Terry George, Paul Rusesabagina und seiner Frau Tatiana sowie zwei Texttafeln mit den Filmografien von Sophie Okonedo und Don Cheadle. Bei allen Specials muss man auf Untertitel verzichten.SN n

Fazit

Film-Check: "Hotel Ruanda" ist ein ergreifendes, schockierendes Drama vor dem Hintergrund des Völkermords in Ruanda, der im Jahr 1994 fast eine Million Menschen das Leben kostete. Der Film erzählt ungeschönt und realistisch die wahre Geschichte von Paul Rusesabagina, der unter dem Einsatz seines Lebens über 1000 Flüchtlingen das Leben rettete.Dem irischen Regisseur Terry George ("Some Mothers Son") ist es gelungen, die tragischen Ereignisse weder reißerisch noch dramaturgisch übertrieben darzustellen. Hervorragend und glaubwürdig ist auch die Leistung von Don Cheadle, der für seine Darstellung eine "Oscar"-Nominierung erhielt.
DVD-Fazit: Bild und Ton der Scheibe stellen zufrieden. Inhaltlich gibt es am Bonusmaterial nichts auszusetzen, besonders interessant ist die Beteiligung Paul Rusesabaginas. Deutsche Untertitel wären allerdings wünschenswert gewesen.

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