Horizon Call of the Mountain angespielt: Der Berg ruft und sieht fantastisch aus
Special
Kurz vor dem Release von Playstation VR 2 samt Horizon Call of the Mountain konnten wir den Aloy-freien Horizon-Ableger ausprobieren. Vorschau!
So durchmogeln konnte ich mich beim richtigen Bosskampf nicht mehr. Da strauchelte ich beim ersten Versuch genauso, wurde von den zahlreichen Projektilwaffen des Dinos unter Dauerbeschuss genommen, wusste noch immer nicht, wie ich vernünftig ausweichen sollte und ging nach kurzer Zeit verdienterweise zu Boden.
Neuer Versuch, und da ging es mir dann auf: Ich verstand endlich, wie ich mich schneller bewegen kann, nutzte Umgebungselemente wie eine stationäre Armbrust und explosive Fässer, um dem giant enemy robo massive damage zuzufügen. Ich hatte nun auch deutlich mehr Flow beim Feuern der Pfeile und verspürte mehr Befriedigung als beim ersten Gegner, als ich nun auch diesen hier in die Knie gezwungen hatte. Das Spektakel fühlte sich gut an, sobald ich wusste, wie alles funktioniert, wenngleich ich vermutlich auch hier am Ende auf klassische Analogsticksteuerung setzen werde. Nennt mich altmodisch, aber gegen ständige Armfuchteleien habe nicht nur ich was, sondern auch meine Freundin und die Stehlampe in meinem Wohnzimmer, die bei anderen Spielen schon Schäden davontragen mussten. Es tut mir noch immer leid!
Und das war sie, meine kurze Erfahrung mit Horizon: Call of the Mountain. Mein Fazit ist: Nö, abseits von Welt und Lore ist das nicht wirklich Horizon, auch, wenn das Gameplay im späteren Spielverlauf unerwarteterweise noch drastisch erweitert werden sollte. Was es ist: eine ziemlich klassische VR-Action-Adventure-Erfahrung, die genau auf die Elemente setzt, die in VR gut funktionieren: Klettern, Erkunden, Bogenschießen.
Das hat man so oder so ähnlich schon oft gesehen, und gerade die heruntergeschraubte Bewegungskomplexität in den Kämpfen macht klar: Ausgelegt ist der Titel offensichtlich primär auf VR-Anfänger, für die all diese Elemente noch ein Aha-Erlebnis darstellen.
Das ist nicht dumm, denn für viele Leute wird PSVR2 2 samt Call of the Mountain der erste Virtual-Reality-Berührungspunkt sein. Aber es ist eben auch etwas schade, da die Verheißung eines VR-Spiels mit dem Produktionsaufwand und der Komplexität der Horizon-Hauptteile schon sehr, sehr verlockend klang. So etwas gibt es nach wie vor selten, vor allem VR-exklusiv und damit von vorn bis hinten auf die Technik hin optimiert, und quasi nie mit einem starken Geldgeber wie Sony im Rücken.
Der Sony-Faktor zeigt sich dann aber daran, wie unfassbar gut Horizon: Call of the Mountain eben aussieht. Neben Half-Life: Alyx dürfte es kaum ein Spiel geben, das grafisch bisher dermaßen viel aus VR herausgeholt hat. Effekte, Weitsicht, Texturen, Animationen - wow! Als Bombast-Showcase für Tante Erna oder Onkel Edwin, die auch mal wissen wollen, was dieses VR eigentlich ist, taugt das Abenteuer also auf jeden Fall.
Quelle: Sony
Horizon Call of the Mountain angespielt: Der Berg ruft und sieht fantastisch aus (4)
Etwas schade fand ich hingegen die nicht ganz konsequent umgesetzte Interaktivität der Welt. Ja, man kann Sachen aufheben, herumschieben und so weiter und so fort. Und in manchen Momenten macht Call of the Mountain hier auch alles richtig.
So konnte ich während der Flussfahrt etwa meine virtuelle Hand ins Wasser stecken und dem kühlen Nass zugucken, wie es um meine Finger plätscherte, und kurz darauf einen abgebrochenen Pfeil aus einem erlegten Monster ziehen und damit herumspielen.
In VR sind es aber die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Und wenn ich eine Kiste oder einen Topf sehe, ist es zumindest bei mir so, dass ich als Erstes ausprobieren, ob ich mir das Ding auf den Kopf setzen kann.
Das funktioniert hier prinzipiell nicht, ebenso fand ich mehrere Elemente wie herunterhängenden Schmuck, die nach meiner Logik auf Berührung hätten reagieren sollen, durch die meine Hände aber einfach hindurchglitten. Wahrscheinlich ist es mein persönlicher Spinner, dass mich das stört, aber vielleicht geht es anderen VRlern genauso.
Horizon: Call of the Mountain erscheint zusammen mit Playstation VR 2 am 22. Februar 2023 exklusiv für Playstation 5, es leitet als Vorzeigeobjekt Sonys zweite Virtual-Reality-Generation ein. Worauf ich derweil warte: eine Fortsetzung (und gerne eine technisch grunderneuerte Umsetzung) von Farpoint, einem der meiner Meinung nach besten VR-Shooter überhaupt, der aber stark mit der mäßigen PSVR1-Technik zu kämpfen hatte.
