Homeworld 3 im Test: Eine würdige Fortsetzung mit toller Weltraum-Atmosphäre

Test Matthias Dammes
Homeworld 3 im Test: Eine würdige Fortsetzung mit toller Weltraum-Atmosphäre
Quelle: Gearbox Software

Nach über 20 Jahren ist endlich Homeworld 3 da. Wir haben uns im Test angeschaut, ob das Echtzeitstrategiespiel an seine beiden Vorgänger herankommt.

Gemeinsam in den Krieg

Leider ist die tolle Kampagne schon nach rund 15 Spielstunden vorbei. Das entspricht ungefähr dem Umfang der Vorgänger. Wer trotzdem weiter sein taktisches Geschick im Weltraum auf die Probe stellen möchte, kann sich am neuen Kriegsspiele-Modus versuchen. Das ist das zweite große Standbein von Homeworld 3, mit dem die Entwickler das Spiel langfristig attraktiv halten wollen. Es handelt sich dabei um einen Roguelike-Modus, in dem wir uns durch eine Abfolge zufällig zusammengestellter Missionen kämpfen.

Wir beginnen mit einer kleinen Startflotte und bauen diese sukzessive aus. Viel Zeit zum Entspannen bleibt jedoch nicht, denn Action von der ersten Minute an ist in diesem Spielmodus angesagt. Wir müssen also zeitgleich unsere Flotte erweitern und mit den vorhandenen Schiffen die angreifenden Gegner bekämpfen. Als Loot in den Levels und als Belohnung für bestimmte Missionsziele erhalten wir sogenannte Artefakte. Mit diesen wählen wir passive Boni aus, die unsere Flotte für den aktuellen Run verstärken. So verpassen wir Abfangjägern mehr Schaden auf Kosten von Geschwindigkeit, oder erhöhen das Baulimit von Fregatten auf Kosten der Abfangjäger-Obergrenze.

Raumschlacht über einem weißen Eisfeld. Quelle: Gearbox Software Sind die Ziele eines Levels abgeschlossen, geht es weiter zum nächsten. Mit jedem neuen Abschnitt wird die Gegenwehr der Gegner immer größer, bis wir schließlich irgendwann überwältigt werden und unser Trägerschiff zerstört wird. Nach Abschluss einer Partie erhalten wir Erfahrungspunkte für unser Profil. Damit schalten wir verschiedene Individualisierungsoptionen für das Profil frei, aber auch neue Startflotten. Diese bestimmen nicht nur, mit welchen Schiffen wir in einen Durchgang starten, sondern auch, welche Schiffe und Forschungen uns im Verlauf der Partie zur Verfügung stehen. So kann sich mit einer Bomberflotte eine ganz andere Spieldynamik entwickeln als mit einer Aufklärungsflotte.

Außerdem kommt das dem Koop-Modus zugute. Kriegsspiele können nämlich nicht nur solo, sondern auch gemeinsam mit bis zu drei Spielern gespielt werden. Auf diese Weise lassen sich Aufgaben im Missionsgebiet besser aufteilen. Und wenn die Spieler verschiedene Flotten ins Gefecht führen, erhöht sich auch die Chance, gegen die immer stärker werdenden Gegner zu bestehen.

Technisch recht sauber

Mit dabei ist auch ein ganz normaler Skirmish-Modus, in dem Schlachten gegen die KI oder andere Spieler ausgetragen werden können. Dabei können die Flotten von Hiigara oder der Gegenspieler aus der Kampagne gespielt werden. Allerdings ist die Kartenauswahl mit sechs verschiedenen Maps eher bescheiden.

Dafür könnte nach Release aber die Community Abhilfe schaffen. Homeworld 3 kommt mit der integrierten Modplattform Mod.io daher, die es ermöglicht, bequem direkt im Spiel die gewünschten Mods zu suchen und zu installieren. Entsprechende Tools sollen mit dem Release zur Verfügung gestellt werden. Viel mehr als eine Test-Map stand uns in der Testversion bisher allerdings nicht zur Verfügung. Diese ließ sich aber ohne technische Probleme nutzen.

Atmosphärisches Bild einer Raumruine vor einem grellen Stern. Quelle: Gearbox Software Allgemein macht das Spiel einen technisch recht sauberen Eindruck. Wir hatten weder mit Abstürzen noch mit nennenswerten Fehlern zu tun. Die hübsche Grafik hat allerdings einen gewissen Hardware-Hunger, wenn man alle Einstellungen wie Raytracing voll ausnutzen will. Unser Testsystem mit einer Geforce RTX 4080 hatte bei 4K-Auflösung und maximalen Einstellungen keine Probleme, aber auf einer Geforce RTX 2080 Ti mussten wir bei gleichen Einstellungen bereits deutliche Einbußen bei der Framerate hinnehmen. Ohne Raytracing läuft das Spiel aber auch auf schwächeren Systemen. Es bietet ohnehin eine vielfältige Palette an Optionen, mit denen die Darstellung an die Leistungsfähigkeit des eigenen Rechners angepasst werden kann. Mit einem direkt im Spiel integrierten Benchmark lassen sich zudem erste Einschätzungen der gewählten Einstellungen vornehmen.

So gelingt es den Entwicklern von Blackbird Interactive unter dem Strich, einen würdigen Nachfolger abzuliefern, der all das bietet, was sich Fans von einem Homeworld erwarten. Die Kampagne ist großartig atmosphärisch und bietet mit ihren beeindruckenden Set-Pieces und der fantastischen Musik genau die richtige Homeworld-Stimmung. Dazu kommt eine deutlich verbesserte Inszenierung der Story, die einen so richtig in das Geschehen zieht. Die taktische Herausforderung durch den dreidimensionalen Raum und die Möglichkeiten, die sich durch die Einheitenvielfalt ergeben, heben den Titel von anderen Genrevertretern ab. Das größte Fragezeichen bleibt noch hinsichtlich der Langzeitmotivation der Kriegsspiele, die sich erst mit den geplanten Inhalts-Updates der Entwickler zeigen wird.

Wertung zu Homeworld 3 (PC)

Wertung:

9.0 /10
Fazit

Ein würdiger Nachfolger und ein tolles Echtzeitstrategiespiel, das die besondere Atmosphäre von Homeworld einfängt, eine spannende Geschichte erzählt und viel taktischen Tiefgang bietet.

Homeworld 3 wird von Blackbird Interactive entwickelt und von Gearbox Software vertrieben. Das Spiel erscheint am 13. Mai 2024 exklusiv für den PC und wird in der Standard-Fassung rund 60 Euro kosten. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieser Review wurde eine Version des Spiels von Publisher Focus Interactive zur Verfügung gestellt.

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