Hogwarts Legacy: Die exklusive Hogsmeade-Quest sollte für alle verfügbar sein!
Kolumne 53,99 €
Die beste Mission in Hogwarts Legacy ist nicht für jeden verfügbar, was unserer Redakteurin Toni übel aufstößt.
Endlich dürfen alle Hogwarts Legacy spielen, das Abenteuer ist heute offiziell erschienen! So liebevoll wie Hogwarts Legacy gestaltet ist, lohnt sich ein Abstecher in die Welt der Hexerei und Zauberei nicht nur für Fans, sondern auch für solche, die es noch werden wollen. Das überrascht deshalb, weil Warner nicht unbedingt das beste Gameplay oder die interessantesten Quests vorab gezeigt hat. Daher habe ich wie viele andere mit seichter Standardkost gerechnet, bis ich dann beim Test eines Besseren belehrt wurde. Neben den spannenden Aufgaben und erstaunlich komplexen Kämpfen macht es mir besonders viel Spaß, einfach herumzulaufen und die Welt auf mich wirken zu lassen. Vor allem in Hogsmeade fällt es leicht, sich zu verlieren und vom Zufall in verschiedene Richtungen treiben zu lassen. Dabei stoße ich öfter auf eine zugenagelte Tür, mit der ich interagieren kann, doch sie öffnet sich einfach nicht.
Und dann, plötzlich, als ich weit genug im Spiel bin, erhalte ich eine Aufgabe, in der mir jemand einen Laden verkaufen will. Der Laden mit der zugenagelten Tür! Ich hätte mir denken können, dass es sich dabei um die PS5-exklusive Hogsmeade-Quest handelt, aber nach ein paar durchzockten Nächten und mit dem Druck eines zeitnahen Tests im Nacken ist mir die Existenz dieser Mission wohl entfallen.
Wer sich vorab mit dieser Quest beschäftigt hat, weiß, dass dort gruselige Momente und ein Haufen Puppen vorkommen, die einem Schisser wie mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ich wusste das in dem Moment nicht und mache mich mit naiver Vorfreude auf, das Geheimnis der Tür zu ergründen.
Als ich aufgefordert werde, in den Keller zu gehen und dort einen angeblich wichtigen Gegenstand für den Wiederaufbau meines neu erworbenen Geschäfts zu holen, schwant mir noch nichts Böses. Doch dann schließt sich die Falltür hinter mir und ich finde mich in einem Horrorkabinett wieder, woraufhin ich die gesamte Redaktion mit meinem Kreischen aufschrecke. Das ist nicht nur lustig für die Kollegen, sondern auch für mich ein schaurig-schönes Vergnügen.
Ohne ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass es sich bei Hogsmeades Little Shop of Horrors um eine der besten Quests des gesamten Spiels handelt. Mehrmals habe ich die nahezu sadistische Genugtuung der Entwickler gemerkt, noch mal eine Schippe draufzulegen. Ich ziehe meinen Hut vor ihnen! Dass diese Quest so gelungen ist, macht sie aber zu einem Problem, denn sie ist ausschließlich für Playstation-Spieler verfügbar.
Zwar gibt es Gerüchte, dass der Inhalt nur zeitexklusiv sein soll, aber das ist aktuell leider nicht bestätigt. Die Exklusivität ergibt in dieser Form zudem wenig Sinn, immerhin hat man gar nicht die Möglichkeit, sich die Zusatzaufgabe für ein anderes Endgerät zu holen. Wer keine PS5 besitzt, hat Pech gehabt und wird sich höchstens über Sony und Warner aufregen, die solch einen Deal abgeschlossen haben.
Das ärgert mich, denn besagte Mission hat so einen krassen Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich mich gerne mit anderen Spielern darüber austauschen würde. Nun bin ich aber in einer Situation, in der meine Freunde, die das Spiel gespielt haben, alle auf anderen Plattformen unterwegs sind. Ein Dialog zu dem Thema fällt also flach und einen Monolog über etwas zu halten, wovon der Rest ausgeschlossen ist, wäre einfach nur gehässig.
Exklusive Spielereleases haben wirtschaftlich ihre Berechtigung, weil sie als Verkaufsargument eines Endgeräts dienen. Und sicherlich ist die Performance besser, wenn ein Titel nur für eine Konsole optimiert werden muss. Gerade letzteres trifft bei exklusiven Inhalten aber nicht zu, wenn es sich um einzelne Missionen in Spielen handelt, die ansonsten für alle verfügbar sind.
Auf die Barrikaden wird dafür wohl niemand gehen und diese Praktik ist auch keine neue. Zum Beispiel bei Activisions jährlichem Call-of-Duty-Release erhalten die Playstation-Zocker gerne mal Inhalte, auf die der Rest verzichten muss. Es ist aber schade, dass auch in Singleplayer-Titeln mit zweierlei Maß gemessen wird. Das sollte zumindest angekreidet werden.
Handelt es sich am Ende wirklich um eine zeitliche Begrenzung der Exklusivität, kann man nur hoffen, dass PC-, Xbox- und Nintendo-Switch-Spieler nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Bis dahin muss ich wohl warten, bis ich endlich über das Erlebte sprechen und mich mit meinen Zaubererkollegen über das Spiel in seiner Gänze auszutauschen kann.
Hogwarts Legacy kommt am 10. Februar in der Standardversion in den Handel, Vorbesteller der Deluxe-Variante erhalten ab dem 7. Februar Zugriff. Zunächst erscheint der Titel nur für die aktuelle Konsolengeneration und den PC, für PS4 und XBO muss man sich noch bis zum 3. April gedulden und Switch-Besitzer warten sogar bis zum 25. Juni.
