Hitman-Update: The Complete First Season mit Wertung
Test
Hitman ging mit seinem bei den Fans umstrittenen Episodenformat am 11. März 2016 an den Start. Inzwischen ist Episode 6 und damit das Finale der kompletten ersten Staffel verfügbar. Im Test mit abschließender Wertung erfahrt ihr, ob sich die sechs einzelnen Episoden nun zu einem einheitlichen Spiel verbinden und wo die Stärken und Schwächen in Hitman: The Complete First Season liegen.
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In diesem Artikel
- Seite 1 Hitman im Test: Steuerung, Sandbox-Setting, Schwierigkeitsgrad, Story, Live-Modi
- Seite 2 Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack
- Seite 3 Hitman-Update: Das bietet Episode 2 - Sapienza
- Seite 4 Hitman-Update: Das bietet Episode 3 - Marrakesch
- Seite 5 Hitman-Update: The Complete First Season mit Wertung
- Seite 6 Bildergalerie
Bankok, Colorado, Hokkaido: Staffel 1 ist damit komplett und erhält eine finale Test-Wertung
Einzelne Episoden für Hitman zu kaufen und dann auf die Fortsetzung zu warten - das schmeckte bislang nicht allen Fans von Profikiller Agent 47. Mit der Veröffentlichung von Episode 6 ist das Finale der ersten Staffel nun erreicht und die lässt sich damit jetzt auch komplett mit allen sechs Schauplätzen von uns im Test bewerten.
Ein Fest für Wiederholungstäter
Seit dem Staffelstart im März 2016 mit dem Intro-Pack und dem ersten Schauplatz, Paris, gelang den Entwicklern mit jeder neuen Episode eine inhaltliche Steigerung, vor allem in puncto Abwechslung. Egal ob im thailändischen Edelhotel in Bankok, in der paramilitärischen Anlage in Colorado, in den engen Gassen von Marrakesch, in der Urlaubssonne des italienischen Sapienza oder in der jetzt verfügbaren Hightech-Klinik von Hokkaido - die einzelnen "Spielplätze" sind großartig und vielseitig designt. Wie sich Intro-Pack sowie Episode 2 (Sapienza) und Episode 3 (Marrakesch) schlagen, konntet ihr schon in der zurückliegenden Review-Berichterstattung zu Hitman erfahren.
Quelle: PC Games
Hitman: Episode 5, Colorado - Dank zahlreicher Freischaltungen im Lauf der Karriere lohnt es sich, die Missionen auf andere Weise zu wiederholen und zu perfektionieren.
Ihrem Credo, den Spielern möglichst viel Sandbox-Freiraum zu bieten, bleibt Io Interactive bis zum Finale treu. Die eigentlichen Zielpersonen aus dem Verkehr zu ziehen, das stellt nach wie vor eine recht morbide Form von Spielspaß dar, die aber gar nicht mal den eigentlichen Reiz von Hitman ausmacht. Vielmehr ist es die Fülle an Optionen, die euch jeder Schauplatz bietet und den damit verbundenen Herausforderungen. Mithilfe der zahlreich verfügbaren Verkleidungen unbemerkt zu bleiben, nach Gelegenheiten auszuspähen, um die Eliminierung des Ziels wie einen Unfall aussehen zu lassen, unbemerkt zu entkommen, das sind die Elemente, die im Test immer wieder für die richtige Portion Nervenkitzel im Spiel sorgen.
Wer die einzelnen Episoden nacheinander spielt, dem dürften auch zunehmende Komplexität als auch Überraschungen in den Levels auffallen. Episode 5, Colorado beispielsweise trumpft mit einem Setting auf, das uns eher an ein klassisches Splinter-Cell-Szenario erinnert. Das riesig ausgearbeitete Militärcamp ist ein wahres Eldorado für Stealth-Liebhaber. Sich hingegen in Episode 4 in Bankok als Schlagzeuger zu behaupten oder sich dort als Kammerjäger mit passendem Pestizideinsatz zu betätigen - ein höchst unterhaltsames und befriedigendes Unterfangen. Auch mit dem Staffelfinale in Hokkaido halten die dänischen Entwickler an ihrer Linie fest, möglichst attraktive und spannende Levels anzubieten, in denen man sich als Hitman vielfach austoben kann. Und wer sich richtig viel Zeit nimmt, die Locations ausgiebig zu erkunden, entdeckt zahlreiche Details, oft durch typischen Hitman-Humor sowie durch Eastereggs spaßig angereichert. Zwar ist Hokkaido nicht mehr ganz so offen und weitläufig designt wie etwa Sapienza, doch dafür verlangen einem die Meisterleistungen im Japan-Level in puncto Kills noch mal einiges an Gameplay-Expertise ab.
Quelle: PC Games
Hitman: Episode 4, Bankok - Geduldig beobachten und lauschen, das gehört zu den Aufgaben eines erfolgreichen Hitmans.
Selbst wenn man nur die vom Spiel aus angebotenen und beschriebenen Gelegenheiten nutzt, ist man gut und gerne viele Stunden lang damit beschäftigt, das Gameplay bis zur Perfektion auszureizen. Darüber hinaus bleibt aber auch genug Spielraum, um sich eigene und kreative Lösungen auszudenken. Dank der an vielen Stellen justierbaren Spielmechanik-Einstellungen bleibt es auch für erfahrene Hitman-Spieler entsprechend spannend, die einzelnen Aufträge zu absolvieren. Trotzdem schleichen sich für erfahrene Spieler mit jeder Episode durchaus auch repetitive Routinen ein, wenn man erst mal rausbekommen hat, wie sich die Gegner in bestimmten Situationen verhalten.
Quelle: PC Games
Hitman: Episode 4, Bankok - Auch mit roher Waffengewalt kommt ihr im Spiel weiter, müsst aber mit einigem Aufsehen rechnen.
Für mehr Langzeitmotivation sorgen die vielen Eskalations-Aufträge, die bislang von Entwicklern zu den einzelnen Schauplätzen geliefert wurden. Wer die je fünfstufigen und damit immer schwerer zu lösenden Aufträge perfekt meistern will, benötigt gutes Timing und Routine. Im Prinzip stellt das einerseits "nur" eine Art fortgeschrittenes Training dar, schult aber andererseits den Hitman-Spieler, sich immer besser im jeweiligen Schauplatz auszukennen. Zu den Eskalationsmissionen gesellen sich unzählige, von Spielern selbst erstellte Aufträge, die für quasi endlosen Nachschub sorgen. Spieler, die jeden Schauplatz schon in- und auswendig kennen, bekommen dank der kostenlos erscheinenden Aufträge "Schwer zu fassende Ziele" ebenfalls zusätzliche Anreize, ihren Agenten immer mal wieder durch die verschiedenen Locations zu lotsen. Eine Zeit lang hatten die Entwickler einige zeitliche Probleme, dieses Online-Feature kontinuierlich zu bedienen. Inzwischen klappt es aber ziemlich gut mit dem monatlichen Nachschub.
Das finale Content-Paket, das die erste Staffel inzwischen insgesamt bietet, macht Hitman durchaus zu einem Vollpreistitel, das steht für uns außer Frage. Wer sich mit den verfügbaren digitalen Spielvarianten nicht zufrieden gibt, muss noch ein wenig länger warten. Die Disc-Version von Hitman mit dem komplettem Staffelinhalt plus Goodies wie etwa dem Soundtrack erscheint laut Hersteller Square Enix erst am 31. Januar 2017, Kostenpunkt 59,99 Euro.
Hitman: The Complete First Season - ist die Story auch komplett?
Bedingt durch das Episodenformat war in den ersten drei Schauplätzen kaum ersichtlich, wie sich daraus ein durchgehender Handlungsfaden in Hitman entwickeln sollte: Es gab zu viele Andeutungen und zu wenig Zusammenhang zwischen Agent 47, seiner Kontaktperson Diana Burnwood und zu den geheimnisvollen Unbekannten. Einige der Fragen lösen sich mit den verbleibenden Episoden zwar auf, aber längst nicht alle. Hier machen die Entwickler endgültig einen Schritt hin zum Erzählformat, wie man es aus TV-Serien her kennt. So erklärte Story-Schreiber Michael Vogt beispielsweise, das Io Interactive die Story mit weiteren Staffeln ausbauen möchte und man jetzt erst so richtig mit der Geschichte loslege. Das hinterlässt am Ende der sechsen Episode in Hokkaido dann doch einen eher bitteren Beigeschmack.
Quelle: PC Games
Hitman: Episode 5, Colorado - Auch wenn sich einige Story-Fragen beantworten, bleibt im Verlauf von Staffel 1 noch zu vieles offen.
Bleibende Altlasten
Was Io Interactive bislang jedoch nicht ausräumen konnte, sind hier und da auftretende Bugs, Glitches und Design-Schnitzer. Vor allem in Sachen KI gibt es immer wieder mal die schon aus Episode 1 bekannten Aussetzer, etwa wenn Gegner uns partout nicht erkennen, obwohl sie direkt vor uns stehen. Ebenfalls unschön: Wer bewusstlose Gegner verstecken möchte, ohne sie zu eliminieren, darf diese tunlichst nicht achtlos durch eine flache Wasserpfütze schleifen, denn dann stirbt die Figur sofort. Unverständlich ist für uns, dass auch immer noch textliche Lücken bei etlichen Beschreibungen für zahlreiche Meisterleistungen bestehen. So lassen uns die Einträge namens "[REDIGIERT]" ziemlich dumm im Regen stehen und man kann nur versuchen, sich anhand des dazugehörigen Bildes einen Reim darauf zu machen, was von einem verlangt wird, um die entsprechende Herausforderung zu meistern.
Quelle: PC Games
Hitman: Episode 5, Colorado - Grafisch wirkt das Episodenabenteuer von Agent 47 nicht mehr taufrisch.
In technischer Hinsicht lässt Hitman trotz mehrerer Patches und Anpassungen auch aktuell noch einige Federn. Insbesondere bei der Unterstützung von Direct X 12 hat sich zwar seit März 2016 einiges getan, wie auch unsere Kollegen von pcgameshardware.de zu berichten wussten doch hatten wir beispielsweise im jetzigen Finale in Hokkaido unter Einsatz von Direct X 12 hier und da mit einigen Beleuchtungsproblemen zu kämpfen. Auch am insgesamt eher "milchig" und teils unscharf wirkenden Gesamtbild hat sich nichts geändert. Abhilfe schaffen hier bislang lediglich entsprechende Fan-Mods, die beispielsweise auf SweetFX und ReShade setzen. Davon abgesehen, verlief der aktuelle Test jedoch absturzfrei und ohne Verbindungsabbrüche zum Online-Server.
Meinung
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