Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack

Test Stefan Weiß
Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack
Quelle: PC Games

Hitman ging mit seinem bei den Fans umstrittenen Episodenformat am 11. März 2016 an den Start. Inzwischen ist Episode 6 und damit das Finale der kompletten ersten Staffel verfügbar. Im Test mit abschließender Wertung erfahrt ihr, ob sich die sechs einzelnen Episoden nun zu einem einheitlichen Spiel verbinden und wo die Stärken und Schwächen in Hitman: The Complete First Season liegen.

Technisch durchwachsen

In puncto Grafik sind wir beim neuen Hitman hin- und hergerissen. Vom Design her gesehen ist die erste Episode in Paris klasse umgesetzt. Das barock dargestellte Schloss weist eine tolle Architektur auf, die Spielereien am Brunnen sind hübsch und auf den ersten Blick wirkt alles durch die vielen NPCs lebendig. Diese entpuppen sich aber beim längeren und mehrmaligen Spielen der Missionen dann doch als eher unglaubwürdig, denn es gibt jede Menge Klone, stets gleich ablaufende Anima­tionsmuster, Bewegungsrouten und Gesprächsphrasen. Das führt dann auf Dauer dazu, dass man die Levels quasi auswendig lernt und es kaum noch Überraschungen gibt. Grafisch gibt sich das ­Intro Pack eher zurückhaltend. Vor allem der permanent vorhandene leichte Grauschleier, der über den Texturen liegt, sorgt für einen etwas verwaschenen Eindruck. Die angepriesene Unterstützung für Direct X 12 sorgt leider bislang bei etlichen Spielern für Probleme. Zum Thema Direct X 12 vs Direct X 11 haben unseren Kollegen von der PC Games Hardware ein passenden Special parat. Blickt man auf Steam-Reviews zu Hitman, beschweren sich viele Spieler hauptsächlich über technische Probleme wie etwa Framedrops, Spielabbrüche oder auch über Verbindungsabstürze zum Server. Davon blieben wir im Test jedoch bislang verschont und konnten Hitman ohne Probleme oberhalb von 40 und 50 FPS spielen.

Die KI in Hitman verhält sich in der Regel ganz okay, schafft es aber auch öfter mal, sich komplett dämlich anzustellen. Beispielsweise schauen Wachen so gut wie nie nach oben, sodass man sich problemlos an einem Balkon hängend verstecken kann. Oder sie zögern mitunter viel zu lange, bedrohen uns zwar ausgiebig mit der gezückten Waffe in der Hand, lassen sich dann aber doch ganz simpel von uns per Faustschlag umnieten. Die Gegner lassen sich oft zu leicht austricksen und geben bei einer Verfolgung viel zu schnell auf. Trotzdem ist es nicht ratsam, den Gegnern einfach mit ratterndem Gewehrfeuer entgegenzulaufen, denn viele Treffer hält Agent 47 wahrlich nicht aus. Faustnahkampf besteht lediglich aus einem simplen Quicktime-Event - im richtigen Moment die angezeigte Taste drücken, K.-o.-Schlag nachsetzen, fertig ist die Laube. Auch mit Glitches, zappelnden Leichen, einigen kleineren Bugs und längeren Ladezeiten bei Spielstart hatte das Intro Pack im Test zu kämpfen.

Der Soundtrack ist gelungen und die Effekte sorgen für eine tolle Stimmung. Sprachlich steht nur die englische Originalvertonung zur Verfügung. Agent 47 wird in gewohnt kaltschnäuziger und zynischer Art von Schauspieler David Bateson vertont, der auch zuletzt in Hitman: Absolution und zuvor in Blood Money gute Arbeit geleistet hat. Eine deutsche Vertonung ist allerdings nicht vorgesehen.

Nicht so gut gefällt uns die Unterteilung der Spielstände nach Online- und Offline-Modus. Leider sind diese Savegames untereinander nicht kompatibel. Neben den obendrein recht begrenzten, manuellen Speicherplätzen müsst ihr euch auf das Autosave-System verlassen. Je nach PC fällt der dabei kurzzeitig entstehende Performance-Verlust mitunter nervig aus. Leider gibt es bislang keine Option, den Dreiminutentakt der Autospeicherung zu editieren oder gar abzuschalten.

Das kostet euch der neue Hitman

Das Vermarktungskonzept des neuen Hitman führt bei den Fans nach wie vor zu heißen Diskussionen. In welcher Form das Spiel erhältlich ist, dröseln wir hier im Detail auf. Für das Intro-Pack zahlt ihr für die PC Version 12,99 €. Die Konsolenversion für PS4 und XBO kostet 14,99 €. Wer neben dem Intro Pack die nach­folgenden Inhalte einzeln kaufen möchte, muss dafür pro Episode 7,99 € (PC) bzw. 9,99 € (PS4/Xbox) einplanen. Vorbestellbar ist auch das separate Upgrade-Pack, das euch alle kommenden Inhalte der diesjährigen Hitman-Staffel für 39,99 € (PC) bzw. 49,99 € (PS4/Xbox) bietet. Intro- plus Upgrade-Pack als Gesamtpaket gibt es mit der Version Full Ex­perience, die für 49,99 € (PC) bzw. 59,99 € (PS4/Xbox) angeboten wird. Auch eine Boxed-Version wird es geben, die ursprünglich ca. Ende 2016 in den Handel kommen sollte, sich aktuell aber auf den 31. Januar 2017 verschoben hat.

Soweit, so gut - unser Fazit zum Intro-Pack

Der Auftakt zum Hitman-Jahr 2016 von Io-Interactive zeigt, dass es spielerisch in den Missionen reichlich Gelegenheit und Abwechslung gibt, seine Agentenkünste zu erproben. Die Sandbox-Struktur mit großen Arealen wie eben im gezeigten Paris passt hervorragend dazu. Spieler, die Spaß daran haben, sich auch wiederholt mit einem Auftrag auseinanderzusetzen, um alle Herausforderungen zu meistern, werden damit unserer Meinung nach gut bedient. Trotzdem hatten wir am Ende des Tests doch eher das Gefühl, eine gute Demo gespielt zu haben, zusätzlich versehen mit bereits enthaltenen Online-Features. Was Entwickler und Hersteller auf jeden Fall schleunigst in den Griff bekommen sollten, sind die vorhandenen technischen Probleme. Den Vorwurf über zu wenig Inhalt können wir hingegen nicht als Kaufwarnungsgrund nennen, denn das Intro-Pack ist ja als solches eben nur als Auftakt zum kompletten Spiel zu verstehen und wird entsprechend gehandelt. Mehr zu Hitman gibt's auf unserer Themenseite.

  1. Seite 1 Hitman im Test: Steuerung, Sandbox-Setting, Schwierigkeitsgrad, Story, Live-Modi
  2. Seite 2 Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack
  3. Seite 3 Hitman-Update: Das bietet Episode 2 - Sapienza
  4. Seite 4 Hitman-Update: Das bietet Episode 3 - Marrakesch
  5. Seite 5 Hitman-Update: The Complete First Season mit Wertung
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