Hitman 2 im Test - Seite 2

Test Sara Petzold
Hitman 2 im Test - Seite 2
Quelle: iO Interactive

Der Singleplayer-Modus von Hitman 2 im Test: Hitman 2 setzt nahtlos die Geschichte des Vorgängers von 2016 fort. Entwickler iO Interactive beschränkt sich dabei primär auf diverse Detailverbesserungen. Ob das ausreicht, klären wir im Test.

Neben der Synchronisation haben uns auch die Soundeffekte gefallen: Das Rauschen der Wellen im Tutorial Agent 47 hinterlässt realistische Fußspuren im Sand. Feinde reagieren darauf allerdings nicht.<br>
  Quelle: PCGames Agent 47 hinterlässt realistische Fußspuren im Sand. Feinde reagieren darauf allerdings nicht.
 
klingt ebenso lebensecht wie der Lärm auf den Straßen Mumbais. Allerdings zeigt sich hier bei näherem Hinhören ein ähnliches Problem wie bei der Grafik des Spiels: Vieles ist einfach eine gut gemachte Fassade. Das ist uns insbesondere in Miami aufgefallen: Hier schallt die Stimme des Ansagers auf der Rennbahn durch Teile des Außenlevels - allerdings hat der Kommentator nur wenige Sätze parat, die sich nach kurzer Zeit wiederholen. Hier wäre definitv mehr drin gewesen.

Auch schade: Haben wir in einem Level ein Ziel ausgeschaltet, reagieren dessen Untergebene zwar auf einen Leichenfund. Ansonsten ändert sich aber nichts. Nachdem wir in Miami beispielsweise das weibliche Ziel einen Unfall mit ihrem Rennwagen haben erleiden lassen, bleibt das Publikum inklusive der Presseleute auf der Tribüne genauso ausgelassen wie bisher. Auch auf den überall im Level platzierten Fernsehbildschirmen findet sich keinerlei Reaktion auf das von uns in Gang gesetzte Geschehen.

Gelegenheiten heißen jetzt Mission Stories

Die Mission Stories sind eine wesentliche Neuerung von Hitman 2 und ersetzen die Gelegenheiten aus dem Vorgänger. In jeder Mission gibt es davon mindestens eine pro Ziel, meistens auch mehrere. Um die Stories zu aktivieren, können wir uns selbst im jeweiligen Level auf die Suche danach machen oder uns über das Spielmenü den jeweiligen Startpunkt im HUD anzeigen lassen.

Haben wir den Startpunkt einer Story ausgemacht, läuft eine Skript-Sequenz ab, bei der wir ein Gespräch belauschen. Daraus ergibt sich dann eine individuelle Möglichkeit, ein bestimmtes Ziel auszuschalten. In Miami etwa sollen wir wie erwähnt eine Frau töten, die an einem Autorennen teilnimmt. Eine der Stories gibt uns die Möglichkeit, in die Rolle eines Mechanikers zu schlüpfen und ihr Auto so zu manipulieren, dass die Frau einen tragischen Unfall erleidet. In Miami verkleiden wir uns unter anderem als Mechaniker, um eines unserer Ziele einen tragischen Unfall erleiden zu lassen.<br>
  Quelle: PCGames In Miami verkleiden wir uns unter anderem als Mechaniker, um eines unserer Ziele einen tragischen Unfall erleiden zu lassen.
 
Was auf den ersten Blick wie ein interessantes und abwechslungsreiches Feature aussieht, das jede Menge Spannung verspricht, entpuppt sich im späteren Spielverlauf aber als zunehmend repetitiv. Zwar erzählt jede Mission Story eine eigene Geschichte, in der wir mehr über unser Ziel und dessen Hintergründe erfahren. Allerdings wiederholt sich der Ablauf der einzelnen Stories für unseren Geschmack zu häufig: In den meisten Fällen belauschen wir ein Gespräch, machen eine bestimmte Person ausfindig, um uns deren Kleidung anzueignen, infiltrieren das Versteck unseres Ziels und warten dann auf die vom Spiel vorgegebene ideale Gelegenheit, das entsprechende Opfer möglichst unauffällig um die Ecke zu bringen.

Im Menü von Hitman 2 können wir zusätzlich zum Schwierigkeitsgrad diverse Einstellungen am HUD und an der Spielmechanik vornehmen.<br>
  Quelle: PCGames Im Menü von Hitman 2 können wir zusätzlich zum Schwierigkeitsgrad diverse Einstellungen am HUD und an der Spielmechanik vornehmen.
 
Anfangs macht das viel Spaß, weil wir es kaum erwarten können, welche Möglichkeiten sich diesmal ergeben. Weil die Mission Stories aber stark geskriptet und nach dem immer gleichen Schema ablaufen, wird dieses System irgendwann öde. Gleichzeitig fühlen wir uns aber vom Spiel auch dazu gezwungen, unser Ziel im Rahmen der Mission Stories auszuschalten. Das liegt daran, dass uns hier häufig die besten Optionen zur Verfügung stehen, unsere Mission zu erfüllen - das unbemerkte und lautlose Töten bringt schließlich die meisten Punkte.

Besonders ärgerlich wird das Skript-Format der Mission Stories aber dann, wenn es uns nötigt, bestimmte Dinge in einer vorgegebenen Reihenfolge zu erledigen: In Mumbai beispielsweise sollen wir uns als Barbier verkleiden. Wir betreten dessen Haus und bemerken, dass er sich in einem Zimmer bei seiner Frau versteckt. Um die Frau nach unten und von ihrem Ehemann wegzulocken, können wir im Erdgeschoss mit einem Dietrich das Tor des Ladens öffnen. Die Frau kommt allerdings erst nach unten, nachdem wir den Dialog der Frau mit dem Barbier belauscht haben. Öffnen wir das Tor vorher, funktioniert die Ablenkung nicht und wir müssen die Frau und den Barbier zusammen in einem Raum bewusstlos schlagen

Agent 47 und die Freiheit der Open World

Allerdings müssen wir in Hitman 2 freilich nicht unbedingt die Mission Stories Hitman 2: (2) Quelle: PCGames Hitman 2: (2) absolvieren, um unser Ziel effektiv zu erledigen. Jeder einzelne Level steckt voller Möglichkeiten, kreativ und lautlos oder in bester Rambomanier unserem Ruf ass Auftragskiller gerecht zu werden. Wie auch schon in Hitman 2016 können wir Feinde vergiften, ihnen schwere Gegenstände auf den Kopf fallen lassen, sie einen Abgrund hinunterstürzen lassen, ihnen einen Elektroschock verpassen oder sie einfach erschießen. Der eigenen Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Durch die ebenfalls aus dem Vorgänger bekannten Herausforderungen können wir zudem unser besonderes Können als Agent 47 an den Tag legen. Mal sollt ihr einen Gegner auf eine bestimmte Art und Weise erledigen, mal möglichst unerkannt entkommen oder bestimmte Gegenstände im Level ausfindig machen. Im Spielmenü finden wir die einzelnen Herausforderungen auf einen Blick und können konkret einsehen, was wir tun müssen, um deren Bedingungen zu erfüllen. Damit regen uns die Entwickler erneut dazu an, einzelne Missionen immer und immer wieder zu spielen, um möglichst viele Punkte und Herausforderungen zu sammeln und eigene sowie weltweite Highscores zu knacken. Mit jedem Durchspielen erhalten wir außerdem Erfahrungspunkte, die uns im Rang aufsteigen lassen. Wenn wir die Level erkunden, entdecken wir außerdem neue Startpunkte und Verstecke für Schmuggelgegenstände.

Vor dem Start jeder Mission können wir im Menü den Schwierigkeitsgrad bestimmen. Dafür stehen drei Optionen zur Auswahl.<br>
  Quelle: PCGames Vor dem Start jeder Mission können wir im Menü den Schwierigkeitsgrad bestimmen. Dafür stehen drei Optionen zur Auswahl.
 
Das alles spielt auch für den Schwierigkeitsgrad von Hitman 2 eine wesentliche Rolle. Grundsätzlich existieren im Spiel drei unterschiedliche Härtestufen, die ihr vor dem Start jeder einzelnen Mission auswählen könnt. Die Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich hinsichtlich der Anzahl der Speicherslots, der Stärke und Wachsamkeit der Gegner sowie der Hilfestellungen im HUD. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad verschmutzen blutige Kills zudem eure Verkleidung und lassen somit eure Tarnung auffliegen. Abseits dieses Schwierigkeitssystems gibt euch das Spiel aber auch zusätzliche Freiheiten: Ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr den Instinkt von Agent 47 nutzen und wichtige Gegenstände und Interaktionsmöglichkeiten grafisch hervorheben möchtet oder nicht. Ebenfalls bleibt es euch überlassen, wie schwer ihr es euch beim Erledigen eurer Ziele macht und ob ihr euch mit einem einfachen Kopfschuss zufrieden geben wollt.

Hitman 2 und Hitman (2016) - Das ist neu

Wer bis hierhin gelesen und Hitman 2016 intensiv gespielt hat, wird sich an dieser Stelle vermutlich fragen, inwiefern sich Hitman 2 eigentlich genau von seinem Vorgänger unterscheidet. In der Tat hat iO Interactiv sich bei Hitman 2 auf einen fließenden Übergang und eine Reihe von Detailverbesserungen konzentriert, anstatt das Konzept des Spiels von Grund auf zu erneuern.

Neben den Mission Stories haben die Entwickler vor allem eine Reihe von Gameplay-Anpassungen Seltsam: Nachdem wir uns in Mumbai beim Betreten eines Gebäudes nach Waffen haben durchsuchen lassen, liegen im Obergeschoss überall Gewehre und Pistolen herum...<br>
  Quelle: PCGames Seltsam: Nachdem wir uns in Mumbai beim Betreten eines Gebäudes nach Waffen haben durchsuchen lassen, liegen im Obergeschoss überall Gewehre und Pistolen herum...
 
vorgenommen, die sich vorteilhaft auf das Spielgefühl auswirken: Das neue Bild-im Bild-Feature beispielsweise informiert euch über Dinge, die mit eurem Handeln in Zusammenhang stehen, aber an einem anderen Ort in der Spielwelt stattfinden - beispielsweise, wenn ein Gegner losläuft, um ein seltsames Geräusch zu untersuchen. Darüber hinaus verschwindet Agent 47 automatisch in großen Menschengruppen und wird dadurch für Feinde praktisch unsichtbar. Für Hitman-Fans besonders erfreulich ist schließlich die Rückkehr des berühmten Aktenkoffers, der es Agent 47 erlaubt, diverse Gegenstände zu schmuggeln. Ihr könnt sogar Gegner dazu bringen, den Koffer aufzuheben, um ihn an einen bestimmten Ort zu transportieren - vielleicht inklusive einer Bombe, die ihr dann aus der Ferne zündet?

Die Tatsache, dass Hitman 2 sich insgesamt nur in kleineren Punkten von seinem guten Vorgänger unterscheidet, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Fans des Vorgängers kommen auch mit Hitman 2 voll auf ihre Kosten und dürfen sich über einige Annehmlichkeiten und eine verbesserte Immersion freuen. Allerdings hat Hitman 2 auch einige Schwächen aus dem Vorgänger übernommen, etwa die Klongegner. Außerdem hat sich auch in Sachen Grafik nicht allzu viel getan. Wer jedoch ein klassisches Hitman-Abenteuer erwartet und die genannten Schwächen in Kauf nehmen kann, bekommt insgesamt ein schmackhaftes Gesamtpaket präsentiert.

Meinung

Wertung zu Hitman 2 (PC)

Wertung:

8.2 /10

Wertung zu Hitman 2 (PS4)

Wertung:

8.2 /10

Wertung zu Hitman 2 (XBO)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
sehr guter Sound, hervorragende Synchronisationtolle Atmosphäre, die viel zur Immersion beiträgtjede Menge Möglichkeiten, Missionen abzuschließenDetailverbesserungen wie Bild-im-Bild-Benachrichtigungen und Spiegelindividuell anpassbarer Schwierigkeitsgrad
mäßige Handlung ohne große Höhepunkteteils nachladende TexturenGegner und Zivilisten sind häufig KloneDesign der Mission Stories wiederholt sich zu häufig
Fazit

Solide Fortsetzung für Fans von Agent 47

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