HoMM: Olden Era - Darum kann ich nicht aufhören, den neusten Teil zu spielen

Special Viktor Eippert
HoMM: Olden Era - Darum kann ich nicht aufhören, den neusten Teil zu spielen
Quelle: Unfrozen

Normalerweise lege ich ein neues Heroes of Might and Magic nach der Kampagne weg. Bei Olden Era ist das aber anders und ich kann immer noch nicht aufhören, es zu spielen. Und das hat einen bestimmten Grund.

Seit ich als Teenager das großartige Heroes of Might and Magic 3 ausprobiert und hunderte Stunden in der tollen Fantasy-Welt verbracht habe, habe ich jedes HoMM danach immer mindestens ein Mal durchgespielt. Und das bedeutete normalerweise: Ich spiele die Kampagnen, hole mir irgendwann die Erweiterungen, spiele die Kampagnen dort auch durch - und das war's. In manchen Fällen (HoMM 3 bis 5) grabe ich die Spiele dann noch ab und zu erneut aus und alles auf Anfang: Kampagnen durchspielen - viel Spaß haben.

Und dann kam am 30. April mit Heroes of Might and Magic: Olden Era (jetzt kaufen 39,99 € ) der achte Teil raus und hier lief es tatsächlich anders. Klar, erst mal hab ich wieder die Kampagne durchgespielt, soweit es eben bisher möglich ist. Denn Olden Era kam ja als Early Access raus (hier unsere Vorschau zum Early Access von HoMM: Olden Era) und bisher ist nur Akt 1 der Kampagne drin. Der bietet aber jetzt schon ordentlich Umfang und sogar verschiedene Pfade, was etwas Wiederspielwert bringt. Zum erneuten Spielen der bisherigen Kampagne kam ich allerdings bisher nicht, denn ich hatte die für meine Freizeit verhängnisvolle Idee, "mal kurz" in den Ranked-Mehrspieler reinzuschnuppern.

Perfekt für zwischendurch: Arena-Modus

Angefangen hab ich mit dem Arena-Modus, der einen riesigen Vorteil hat: Eine Partie dauert gerade mal etwa 15 bis 25 Minuten. Denn hier bastle ich mir mit einem Draft-System fix einen Helden Stufe 10 samt Fähigkeiten, Artefakten und Zaubern zusammen und klicke dann eine Armee mit sieben Trupps herbei. Der Clou daran: Ich habe in allen Schritten immer drei zufällige Optionen zur Auswahl, also drei verschiedene Helden oder immer drei unterschiedliche Truppenverbände.

Im Arena-Modus stellt man sich mit einem Draft-System seinen Helden samt Fähigkeiten, Ausrüstung und Armee zusammen. Quelle: PC Games Im Arena-Modus stellt man sich mit einem Draft-System seinen Helden samt Fähigkeiten, Ausrüstung und Armee zusammen. Dadurch kann man die verschiedensten Builds ausprobieren, etwa einen sehr starken Zauberhelden, oder einen hervorragenden Taktiker oder einen Allrounder. Danach geht es dann in die Taktik-Schlacht gegen meinen Gegner und wer den Kampf gewinnt, streicht ein paar Punkte fürs Ranking ein.

Der Modus hat wie alle Draft-basierten Systeme allerdings auch einen großen Haken und das ist natürlich der Glücksfaktor. Ich kann noch so spannende Fähigkeiten-Kombinationen für meinen Helden zusammenbauen; wenn mir das Spiel dann nicht die dazu passenden Artefakte, Zauber und Einheiten anbietet, habe ich trotzdem schlechte Chancen im Kampf.

Die Entwickler gleichen das ein wenig damit aus, dass die angebotenen Optionen für beide Spieler zumindest in der Theorie gleichwertig sind. Also Artefakte der gleichen Seltenheitsstufe und Einheitentrupps mit vergleichbaren Lebenspunkte-Mengen. Doch natürlich hat sich auch bei HoMM: Olden Era eine Meta gebildet, welche Heldenskills einfach mehr bringen und was für Einheiten besser in der Arena performen.

Was spielen wir gerade?

Jeden Freitag berichten wir euch von einem Spiel, das uns aktuell einfach nicht loslässt. Mal ist es ein brandneuer Release, mal ein alter Lieblingsklassiker, ein übersehener Geheimtipp oder einfach ein Titel, der gerade überraschend viel Spaß macht.

Dabei geht es nicht nur darum, was gespielt wird, sondern vor allem warum: Was zieht uns gerade daran rein? Welche Momente bleiben hängen? Was macht das Spiel besonders, spannend, entspannend, nervig oder einfach richtig gut?

Wer regelmäßig vorbeischaut, findet hier jede Woche persönliche Spieleindrücke aus der Redaktion - von großen Blockbustern über Indie-Perlen bis hin zu Titeln, die man vielleicht längst vergessen hatte.

Trotzdem verliert der Arena-Modus für mich auch langfristig nicht seinen Reiz, weil man super mal kurz ein, zwei Matches spielen kann. Und wenn man dann mal das Glück hat, einen richtig starken Build zusammengebaut zu bekommen, ist das immer ein sehr schönes Erlebnis. Erst recht, wenn mein Gegenspieler ebenfalls eine starke Komposition hat und der Kampf richtig spannend wird.

Geniales Format: Turnier-Modus

Nach ein paar Matches im Arena-Modus hab ich dann auch den Versuch gewagt, eine "richtige" Partie im Ranked-Multiplayer anzugehen. Dort bietet HoMM: Olden Era aktuell zwei Formate. Das komplett klassische Format im 1 vs. 1 - also eine Weltkarte, die man mit mehreren Helden erkundet und je nach Karte bestimmte Ziele erreichen muss. Und dann gibt es den "Einzelheld"-Modus und genau der hat's mir am meisten angetan, insbesondere auf sogenannten Turnierkarten.

Auch im Turnier-Modus erkundet ihr die Weltkarte, baut Städte aus und stockt eure Armee auf. Doch die Turnierkämpfe machen den Modus so spannend. Quelle: Unfrozen Auch im Turnier-Modus erkundet ihr die Weltkarte, baut Städte aus und stockt eure Armee auf. Doch die Turnierkämpfe machen den Modus so spannend. Der Unterschied liegt hier einfach nur darin, dass beide Spieler jeweils nur einen Helden gleichzeitig haben dürfen. Wird der besiegt, hat man verloren. Oder man erfüllt die eigentliche Siegbedingung der Karte. Im Turnierformat nimmt man sich zum Beispiel nicht wie sonst direkt auf der Weltkarte aufs Korn, sondern stattdessen in bis zu drei Schaukämpfen nach bestimmten Zeitintervallen.

Strategische Tiefe im Mehrspieler

Grundsätzlich erkunde ich wie gehabt die Weltkarte, sammle Ressourcen ein, verbessere meinen Helden und baue Städte aus. Doch nach einiger Zeit kommt ein Countdown, der den ersten Turnierkampf ankündigt. Dann muss ich meinen Helden und seine Armee möglichst gut vorbereiten und unnötige Verluste auf der Weltkarte minimieren. Denn wenn der Turniertag anbricht, stehen sich die Helden beider Spieler automatisch im Kampf gegenüber.

Wer diesen Kampf gewinnt, erhält einen Turnierpunkt. Wer zuerst zwei Punkte einkassiert, gewinnt die komplette Partie - also ein klassisches Best-of-Three-Format. Das Besondere daran: Truppenverluste in den Schaukämpfen sind nicht dauerhaft und man erhält auch keine Erfahrungspunkte dafür. Dadurch entsteht eine spannende Dynamik, weil das viele strategische Aspekte mitbringt.

Setze ich verstärkt auf den ersten Turnierkampf, um schon mal in Führung zu gehen und den Gegner unter Druck zu setzen? Oder spiele ich lieber riskant auf der Weltkarte und schenke dadurch den ersten Punkt wahrscheinlich weg, um mir dafür aber langfristige Vorteile zu sichern, damit ich in Kampf zwei und drei meinen Gegner womöglich überhole? Dadurch bleiben Partien zu jedem Moment interessant und ich muss ständig Entscheidungen treffen - und das mit einem Rundentimer im Nacken. Der ist übrigens meine absolute Nemesis, sorgt gleichzeitig aber auch dafür, dass Partien zeitlich nicht völlig ausufern.

Traue ich mich also, diese neutralen Kreaturen jetzt schon anzugreifen und womöglich Einheiten zu verlieren, dafür aber ein mächtiges Artefakt oder eine wichtige Mine oder vielleicht eine zusätzliche Stadt zu erbeuten? Was baue ich wann in meinen Städten? Wann setze ich auf Wirtschaft, wann auf mehr Einheitenbehausungen und wann auf Magiegilden? All diese Aspekte spielen genauso eine Rolle für den Sieg wie gute Züge in den eigentlichen Kämpfen zu machen. Und all das motiviert mich, meine Strategie für die nächste Partie zu verbessern. Auf der nächsten Seite gehe ich darauf ein, wieso der Mehrspieler-Modus einen hohen Wiederspielwert bietet und wieso Heroes of Might and Magic: Olden Era bis zum Release sogar noch besser werden könnte.

  1. Seite 1 Darum kann ich HoMM: Olden Era nicht weglegen - Arena-Modus, Turnier-Modus
  2. Seite 2 Darum kann ich HoMM: Olden Era nicht weglegen - Hoher Wiederspielwert, Ausblick auf die Roadmap
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